Folsäure

Folsäure – ein wirksamer Schutz für das Ungeborene

Gerade in den ersten Wochen nach der Befruchtung der Eizelle brauchen Schwangere besonders viel Folsäure, damit sich beim Embryo das „Neuralrohr“ schließt und sich daraus das Zentrale Nervensystem mit Rückenmark und Gehirn gesund entwickeln kann. Ernährungswissenschaftler und Ärzte empfehlen Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch zusätzlich zur Folataufnahme mit der Nahrung eine Zufuhr in Form von Folsäure über Nahrungsergänzungsmittel.

Welche Folgen hat ein Folsäuremangel?

Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei und spielt außerdem bei Zellteilungsprozessen eine Rolle. Fehlt Folsäure, kann es zum offenen Rücken des Kindes kommen. Vermutlich erhöht eine mangelhafte Versorgung auch das Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. So ergab eine norwegische Studie, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft auf eine folatreiche Kost achteten und zusätzlich Folsäurepräparate einnahmen, erheblich seltener von einer Fehlbildung betroffen waren.

Warum nehmen wir oft zu wenig Folsäure auf?

Viele Frauen nehmen schon vor der Schwangerschaft zu wenig Folsäure auf. Der Grund: Folsäure kommt zwar in vielen Lebensmitteln vor, ist aber sehr hitze-, licht- und sauerstoffempfindlich sowie gut wasserlöslich. Deshalb wird ein Großteil beim Kochen zerstört.


Auch eine lange Lagerung vermindert den Folatgehalt der Nahrung. Gefährdet sind vor allem sehr junge Schwangere und Mütter, deren Folatspeicher durch den Wachstumsschub in der Pubertät vermindert ist sowie Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften und rasch aufeinander folgenden Schwangerschaften.


Tipp: Bereiten Sie Lebensmittel schonend zu, indem Sie bei der Nahrungszubereitung intensives Wässern sowie zu lange Lager- und Kochzeiten vermeiden.

So können Sie die Versorgung sicherstellen

Die für Schwangere empfohlene tägliche Folatzufuhr in Höhe von 600 µg pro Tag lässt sich über eine „normale“ Ernährung kaum erreichen. Um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE):


1. Eine folatreiche Ernährung: Weizenkeime, Hülsenfrüchte, Tomaten, grüne Gemüse, Kohlarten und Vollkornerzeugnisse enthalten besonders viel Folsäure. Auch mit Folsäure angereicherte Lebensmittel wie folsäurehaltiges Speisesalz können die Versorgung verbessern.


2. Eine Folsäurezufuhr als Nahrungsergänzungsmittel: Bei Kinderwunsch und im ersten Drittel der Schwangerschaft empfiehlt sich zusätzlich zur Folatzufuhr über die Nahrung eine Aufnahme von 400 µg Folsäure pro Tag in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, um Neuralrohrdefekten vorzubeugen.


Frauen, die bereits ein Kind mit Neuralrohrdefekt geboren haben, sollten bei erneutem Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zusätzlich zu folatreichen Lebensmitteln, 4 mg Folsäure pro Tag als Nahrungsergänzung aufnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.