Das biologische Alter

Man ist immer so alt, wie man sich macht: So können Sie Ihr biologisches Alter selbst beeinflussen

Unser Alter – das sind zunächst einmal die Lebensjahre seit unserer Geburt. Doch warum sieht der eine so viel jünger aus als ein Gleichaltriger, ein anderer wiederum sehr viel älter? Allein die Anzahl der Jahre kann es nicht sein. Was macht also den Unterschied? Wir verraten Ihnen, was es mit dem „biologischen Alter“ auf sich hat, wie Sie Ihr biologisches Alter berechnen und sogar beeinflussen können.


Der Artikel im Überblick:

  1. Was ist das biologische Alter?
  2. Einflussfaktoren auf das biologische Alter
  3. Wie alt bin ich? Das biologische Alter testen
  4. So können Sie Ihr biologisches Alter senken
  5. Das biologische Alter: ein Fazit

Was ist ein biologisches Alter?

Das biologische Alter, auch metabolisches Alter genannt, verrät uns, in welchem Zustand unser Körper wirklich ist. Als biologisches Alter bezeichnet man die Summe aus kalendarischem Alter und körperlichen wie seelischen Einflüssen. Neben der Anzahl der Jahre, also dem kalendarischen Alter, hat eine Vielzahl von Faktoren Einfluss darauf, wie wir uns körperlich und seelisch fühlen. Ist das biologische Alter höher als das kalendarische, kann es schon mal heißen: „Du siehst alt aus“ oder „Die Sorgen haben sich in dein Gesicht gegraben“. Ist das biologische Alter niedriger als das kalendarische, hören Sie eher Sätze wie: „Du hast dich aber gut gehalten“ oder „Schon 40? Gute Gene!“


In der letztgenannten Bemerkung steckt einer der Schlüssel zum biologischen Alter: die Erbanlagen. Unser Lebensalter ist zu einem gewissen Teil erblich bedingt. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt, wenn beispielsweise die Eltern oder Großeltern älter als 80 Jahre geworden sind. Wer Erbanlagen für ein langes Leben hat, altert nicht so schnell wie jemand mit Erbanlagen, die ein kürzeres Leben wahrscheinlicher machen.


Als Indikator für den biologischen Alterungsprozess können die sogenannten Telomere dienen. Sie sitzen wie Verschlusskappen auf dem Ende unserer Chromosomen, schützen die DNA-Stränge in unseren Zellen und können ´als „Marker“ für unser biologisches Alter verstanden werden, denn: Jedes Mal, wenn sich unsere Zellen teilen, damit weitere entstehen, verkürzen sich die Telomere. Solange, bis sie vollständig abgebaut sind und auch keine neuen Zellen mehr entstehen können. Kurze Telomere bedeuten also auch ältere Zellen, d. h. einen älteren Menschen. Wie oft sich unsere Telomere allerdings verkürzen, hängt nicht nur vom kalendarischen Alter ab, sondern auch davon, welche genetischen Veranlagungen wir in uns tragen und welche äußeren Faktoren auf uns einwirken. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich mit diesen Faktoren und untersucht, wie sie die Verkürzung der Telomere beeinflussen. Dabei ist besonders interessant, ob und wie dabei altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder Diabetes entstehen.

Was uns wirklich alt macht: Einflussfaktoren aufs biologische Alter

Die Gene allein bestimmen unser biologisches Alter nicht. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die im Gegensatz zu den Erbanlagen durch unser Verhalten beeinflussbar sind.

  • Ernährung: Eine unregelmäßige und unausgewogene Ernährung erhöht ihr biologisches Alter und kann mitunter zu Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) führen, die Herzinfarkte und Schlaganfälle zur Folge haben können. Der Zustand unserer Gefäße wirkt sich auf unsere Organe, Nerven und Knochen aus – also auch auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
  • Bewegung: Wer unter Bewegungsmangel leidet, legt seinen Stoffwechsel lahm, neigt zu Übergewicht und erhöht das Risiko, Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Schäden des Bewegungsapparates zu entwickeln. All das hat Auswirkungen auf Ihr biologisches Alter.
  • Rauchen: Der „Genuss“ von Zigaretten verkürzt nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre. Außerdem zeigen starke Raucher schon zu Lebzeiten Symptome, die sie älter aussehen lassen: Die Haut wird schlechter, die Ausdauer lässt nach und die Blutgefäße nehmen vorzeitig sichtbare Schäden. Rauchen erhöht das biologische Alter drastisch.
  • Alkoholkonsum: Der regelmäßige Konsum von alkoholischen Getränken hat negative Auswirkungen auf Ihre Muskelleistung, Ihre Nerven und Organe wie Bauchspeicheldrüse und Leber. Darüber hinaus kann er die Entstehung von Krebskrankheiten, Übergewicht und psychischen Störungen begünstigen. All das wirkt sich auch negativ auf Ihr biologisches Alter aus.
  • Stress: Der Alterungsprozess wird ferner von Schlaflosigkeit und häufigem Stress beeinflusst. Seelische Belastungen können nicht nur Depressionen auslösen, sondern auch das Immunsystem schwächen, zu schmerzhaften Verspannungen führen, das Diabetesrisiko erhöhen, das Herz belasten oder Magen-Darm-Erkrankungen begünstigen.
  • Einsamkeit: Auch Einsamkeit kann krank machen. Wer wenige soziale Kontakte hat, erlebt emotionalen Stress, der wiederum oben genannte Beschwerden zur Folge haben kann. Gerade im hohen kalendarischen Alter steigt das Risiko der Vereinsamung (Tod des Lebenspartners, Verlust von Lebensqualität, Abhängigkeit von anderen) und somit auch das biologische Alter.

Wie alt bin ich? Das biologische Alter berechnen

Ihr kalendarisches Alter muss nicht zwingend mit Ihrem biologischen Alter übereinstimmen. Mit unserem Test finden Sie ganz einfach heraus, in welcher Altersspanne sich Ihre körperliche und geistige Fitness tatsächlich bewegt. Beantworten Sie dazu die 20 Fragen aus unserem Test und lesen Sie im nächsten Kapitel, wie Sie Ihr biologisches Alter senken können.


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Biologisches Alter berechnen: die Auswertung


Null Punkte: Ihr biologisches Alter und Ihr kalendarisches Alter entsprechen einander. Sie möchten dennoch eine Runde im Jungbrunnen schwimmen? Dann versuchen Sie Ihr biologisches Alter mithilfe unserer Tipps zu senken.


Sie haben Minuspunkte gesammelt: Herzlichen Glückwunsch! Ihr biologisches Alter ist entsprechend jünger als Ihr kalendarisches. Machen Sie genauso weiter, Sie Jungspund!


Plus auf dem Punktekonto: Ihr Körper ist älter als Sie. Am besten, Sie werfen gleich einen Blick auf unsere Verjüngungsliste. Das biologische Alter lässt sich nämlich zum Glück jederzeit heruntersetzen.


7 Anti-Aging-Tipps: So können Sie Ihr biologisches Alter senken

  1. Gesund essen: Eine Ernährungsumstellung kann wahre Wunder bewirken. Die Tops und Flops einer ausgewogenen Ernährung lesen Sie hier.
  2. Stress reduzieren: Nehmen Sie sich Zeit für sich! Die schädlichen Stresshormone, die Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Sorgenfalten ins Gesicht zaubern, können Sie tatsächlich wegentspannen. Erfahren Sie dank unserer acht Anti-Stress-Tipps, was Sie dafür tun können.
  3. Sport treiben: Schon ein wenig Bewegung ist gut für Ihren Stoffwechsel, stärkt das Herz, und hält schlank. Forscher haben herausgefunden, dass sich das biologische Alter durch regelmäßiges Training (dreimal in der Woche) deutlich senken lässt. Lesen Sie hier, wie Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen.
  4. Schluss mit Rauchen: Rauchen ist der Killer, leider häufig auch im wahrsten Sinne des Wortes. Sie können es trotzdem nicht lassen? Entdecken Sie hier, wie Sie Ihren Körper bestmöglich vor den Schadstoffen schützen können.
  5. Viel und gut schlafen: Nachts kann sich Ihr Körper vom stressigen Alltag erholen – also: Träumen Sie süß! In diesem Artikel warten einfache Tipps für einen gesunden Schlaf.
  6. Brainfood: Wenn das Gehirn jung bleibt, tut es auch das biologische Alter. Brechen Sie aus Routinen aus, nehmen Sie aktiv am Leben teil und essen Sie Ihr Köpfchen fit.
  7. Freundschaften pflegen: „Lebe, liebe, lache“ ist nicht umsonst ein beliebter Wandtattoo-Spruch. Wer Teil eines ausgeglichenen sozialen Gefüges ist, hat mehr Spaß, fühlt sich gesünder, fitter und ist selbstbewusster – perfekt für die biologische Uhr!

Fazit

Dass Rauchen, Alkoholkonsum und eine unausgewogene Ernährung großen Einfluss auf Ihr biologisches Alter haben, konnten Sie sich sicher schon denken. Aber vergessen Sie nicht: Auch Stress und Einsamkeit machen alt! Also, gönnen Sie sich Verschnaufpausen und genießen Sie die gemeinsame Zeit mir Ihren Lieben. Kümmern Sie sich um Seele und um Körper gleichermaßen sorgsam, dann tickt die biologische Uhr vielleicht schon bald ein bisschen leiser. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer ganz persönlichen Verjüngungskur!

Quellen zum Artikel

  1. https://www.kcl.ac.uk/ioppn/news/records/2017/february/faster-biological-ageing-could-increase-risk-for-depression-in-childhood
  2. https://www.dga-gefaessmedizin.de/fileadmin/content/PDFs/Ratgeber.arterien.download.pdf
  3. https://www.sport.mri.tum.de/files/content/downloads/Sportmedizin%20TUM_Test%20Biologisches%20Alter.pdf
  4. https://www.dge.de/presse/pm/mit-jedem-glas-alkohol-steigt-das-krebsrisiko/
  5. https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Lehre/SoSe_2015/Kroll/Wie_Stress_krank_machen_kann_Alexandra_Rigos_GEOkompakt.pdf
  6. https://www.sw.eah-jena.de/dat/publikationen/Schriftenreihe_6_Einsamkeit_im_Alter.pdf
  7. https://www.mh-hannover.de/
  8. https://link.springer.com/article/10.1007/s11205-011-9861-2
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