Diäten unter der Lupe: die Atkins-Diät

Fazit: Die Atkins-Diät ist nicht zu empfehlen

Prinzip der Atkins-Diät

Das Grundprinzip der Atkins-Diät: Gewichtsabnahme mit einer extrem kohlenhydratarmen, eiweiß- und fettreichen Diät, das heißt Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Fette und Öle sind erlaubt. Aber auf Kartoffeln, Nudeln, Reis, Vollkornprodukte, Obst oder Hülsenfrüchte muss weitgehend verzichtet werden.

Die aktuellen Empfehlungen sehen ein 4-Phasen-Modell vor:

Phase 1 (Einführungsphase): Die erlaubte Kohlenhydratmenge wird für die ersten 14 Tage der Diät auf maximal 20 g pro Tag beschränkt. Damit soll der Körper gezwungen werden, zur Energiegewinnung seine Fettreserveren zu nutzen.

Phase 2 (zur weiteren Gewichtsreduktion): Während der 2. Phase wird die Kohlenhydrataufnahme jede Woche um 5 g pro Tag gesteigert, bis es zu keiner weiteren Gewichtsreduktion kommt. So soll die Kohlenhydratmenge bestimmt werden, bei der eine weitere Gewichtsabnahme noch möglich ist. Diese Phase dauert zwischen 2 und 8 Wochen.

Phase 3 (Vor-Erhaltungsdiät): In dieser Phase wird die erlaubte Kohlenhydratmenge jede Woche um 10 g pro Tag erhöht. Ziel ist es, die individuelle Kohlenhydratmenge zu bestimmen, bei der eine Gewichtsstabilisierung möglich ist.

Phase 4 (lebenslange Erhaltungsdiät): Die erlaubte Kohlenhydratmenge richtet sich nach den Erfahrungen aus Phase 3. Mit dieser Dauerernährung soll das Wunschgewicht erhalten bleiben.

Versprochene Wirkung der Atkins-Diät

Die Diät verspricht eine langfristige Gewichtsabnahme durch:
  • Kohlenhydratarme, eiweiß- und fettreiche Ernährung
  • Ohne Einschränkung der Kalorienzufuhr

Beurteilung* der Atkins-Diät

Positiv Möchte man der Atkins-Diät etwas Positives abgewinnen, so sind es die mit der Zeit erworbenen Kenntnisse über die Zusammensetzung und den Nährwert der Lebensmittel.
Negativ Die Atkins-Diät gewährleistet keine ausgewogene Ernährung. Der hohe Eiweißgehalt in der Kost kann auf Dauer zu einer Belastung der Nieren führen. Der große Fettanteil kann sich langfristig negativ auf die Herz-Gefäßgesundheit auswirken. Empfehlungen zu mehr Bewegung werden nicht berücksichtigt.

Dr. Robert C. Atkins, amerikanischer Mediziner, ist Autor der gleichnamigen Diät. Sie ermöglicht keine ausreichende Nährstoffzufuhr und erfüllt nicht die Anforderungen der Fachgesellschaften an eine sinnvolle Diät. Die Atkins-Diät ist wenig alltagstauglich. Eine Ernährungsumstellung und langfristige Gewichtsstabilisierung im Anschluss ist nicht möglich, insbesondere auch aus dem Grund, dass auf die Bedeutung von mehr Bewegung nicht eingegangen wird. Zudem ist die Lebensmittelauswahl sehr eingeschränkt. Nach den Leitlinien* kann diese Diät nicht zur Gewichtsreduktion empfohlen werden. Wenn Sie trotzdem damit abnehmen möchten, sollten Sie sich vorher in jedem Fall vom Arzt oder Ernährungsexperten beraten lassen, um Risiken zu vermeiden.
* auf der Grundlage der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Deutschen Adipositas Gesellschaft.