Trotzkopf

Kleine Trotzköpfe – Das hilft gegen Tobsuchtsanfälle

Bestimmt kennen Sie diese oder ähnliche Situationen: Ihr Kind lässt sich aus einem für Sie nichtigen Anlass auf den Boden fallen und fängt an zu schreien oder gar mit Fäusten und Füßen auf den Boden zu trommeln. Es ist nicht ansprechbar und will einfach nur seine Wut herauslassen. Kleine Trotzköpfe können Eltern ganz schön auf die Nerven gehen. Da ist es gut zu wissen, dass Trotzanfälle wichtig für die kindliche Entwicklung sind.

Warum kommt es zu Trotzanfällen?

In der so genannten Trotzphase begreifen Kinder, dass sie eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen und Vorstellungen sind. Sie testen ihre Grenzen und wollen ihren Willen unbedingt durchsetzen. Wenn das nicht klappt, reagieren sie manchmal mit stillem Trotz – indem sie sich zurückziehen und nichts mehr essen oder trinken wollen – meist aber mit Wutausbrüchen. Ein Trost für alle Eltern:

Die heftigen Gefühlsausbrüche dauern meist nur wenige Minuten bis zu einer Stunde. Sie helfen Kindern dabei, sich mit ihren Bedürfnissen und den Bedürfnissen Anderer auseinanderzusetzen. Wenn Sie mit den Trotzanfällen Ihres Kindes richtig umgehen, kann es lernen, Kompromisse auszuhandeln und es entwickelt ein stabiles Selbstbewusstsein.

So können Sie Trotzanfälle einschränken!

Lassen Sie Ihrem Kind möglichst viel Freiraum, verbieten Sie nicht zu viel, aber stellen Sie klare Regeln auf. Und wenn Sie einmal „Nein“ gesagt haben, sollten Sie unbedingt dabei bleiben. Sonst setzt Ihr Kind den Trotzanfall vielleicht beim nächsten Mal als Druckmittel ein.

 

Supermärkte sind beliebte Schauplätze für Trotzanfälle: Ihr Kind greift z. B. im Supermarkt nach einer Süßigkeit. Sie legen diese zurück und Ihr Kind tobt und schreit. Die Umstehenden schweigen betreten, schimpfen oder geben Ihnen überflüssige Ratschläge. Um solche Situationen zu vermeiden, können Sie vor dem Gang zum Supermarkt gemeinsam mit Ihrem Kind überlegen, was sie einkaufen möchten. Äpfel oder Birnen? Fleisch oder Fisch? Und eine kleine Leckerei darf Ihr Sprössling für sich höchst persönlich in den Einkaufswagen legen!

 

Bevor Sie gemeinsam zum Einkauf starten oder etwas anderes Dringliches ansteht und Ihr Kind gerade in ein Spiel vertieft ist, sollten Sie es rechtzeitig vorwarnen. Denn Kinder haben noch kein Zeitgefühl. Während des Spiels vergessen sie die Welt rundherum. Wenn Sie Ihr Vorhaben ankündigen, kann Ihr Kind sich darauf einstellen.

 

Ihr Kind kann sich alleine anziehen? Lassen Sie es – auch wenn es länger dauert. Sonst ist ein Trotzanfall vorprogrammiert.

Wie reagieren, wenn der Anfall da ist?

Trotzanfälle lassen sich zwar einschränken, aber nicht komplett verhindern. Bleiben Sie bei Wutausbrüchen Ihres Kindes ruhig und gelassen. Wenn Ihr Sprössling tobt, halten Sie möglichst Sichtkontakt. Ihr Kind kann so sehen, dass Sie Ruhe bewahren und nicht bereit sind, sich ärgern zu lassen.

 

Nach dem Anfall gehen Sie am besten zur Tagesordnung über. Aber auch Enttäuschungsreaktionen sind erlaubt. Sie müssen keine Angst haben, dass Ihr Kind solche Konflikte nicht aushält. Wenn Sie Ihre Gefühle ausdrücken, kann es mit der Zeit und mit Ihrer Hilfe einen konstruktiven Umgang damit lernen. Sie sollten Trotz allerdings nicht bestrafen, denn er gehört zur Entwicklung Ihres Kindes wie krabbeln oder sprechen lernen.

 

Wenn sich Ihr Kind wieder beruhigt hat, nehmen Sie es am besten in den Arm und trösten Sie es. So erfährt es Ihre Zuneigung und weiß, dass es geliebt wird, auch wenn es etwas anderes will als Sie. Das gibt Ihrem Kind Kraft und Sicherheit.

Trotzanfälle abkürzen?

Es gibt Tage, da können Sie machen, was Sie wollen – Ihr trotziges Kind wird nicht auf Sie reagieren. Manchmal hilft es aber, wenn Sie ihm etwas Schönes in Aussicht stellen, z. B. gemeinsam ein Buch anzuschauen oder gemeinsam den Tisch zu schmücken, wenn es sich beruhigt hat.