Allergien

Allergien: wenn die Immunabwehr verrückt spielt

Bei einer Allergie spielt das Immunsystems unseres Körpers verrückt. Es reagiert auf harmlose Stoffe aus der Umwelt wie Hausstaub, Blütenstaub oder Eiweiß in Lebensmitteln. Der Körper bildet Antikörper gegen die "Fremdstoffe" (Antigene). Er setzt bei erneutem Kontakt mit dem Allergen Stoffe frei, die eine allergische Reaktion wie z. B. Hautauschlag, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden oder Atemnot auslösen. Jeder dritte Deutsche ist betroffen.

Die Top-Allergene

Blütenstaub (Heuschnupfen), Hausstaub oder Tierhaare – das sind die Allergene, auf die die meisten Menschen allergisch "verschnupft" reagieren. Besonders einschneidend werden auch Allergien auf bestimmte Lebensmittel erlebt. Rund 40 % der Menschen hierzulande sind von einer Allergie betroffen. Bei Erwachsenen wird die Hitliste der Nahrungsmittelallergene angeführt von von Obst und Nüssen, einschließlich Erdnüssen, ebenso wie von Fisch und Meeresfrüchten, sowie Soja und verschiedene Gewürzen angeführt. Lesen Sie für mehr Informationen zu diesem Thema auch unseren Beitrag "Hilfe bei Lebensmittelallergien". Viele Pollenallergene sind mit den Allergenen in Lebensmitteln eng verwandt. Deshalb vertragen z. B. Birkenpollenallergiker oft keine Äpfel. In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten dieser so genannten Kreuzreaktionen zusammengefasst.

Pollen Hauptblütezeit Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln, wie z. B.
Baumpollen (Birke, Hasel, Erle) Februar - Mai Rohes Kern- und Steinobst wie Apfel, Kirsche, Pflaume, Birne, Nektarine, aber auch Kiwi
Nüsse wie Hasel- und Walnuss
Gemüse wie Sellerie, Karotte (roh), Tomate
Hülsenfrüchte Soja
Gräser- und Getreidepollen Juni - Juli Obst Melone
Hülsenfrüchte Erdnuss
Gemüse Tomate
(Kreuzallergien auf Gräser- und Getreidepollen sind aber hierzulande sehr selten)
Kräuterpollen (Beifuß und andere) August - September Obst Melone, Kiwi
Gewürze und Kräuter wie Beifuß, Kamille, Anis, Kümmel, Koriander, Curry
Gemüse wie Sellerie, Karotte (roh), Tomate, Kartoffel (roh), Paprika
DAAB-Ratgeber Pollen und Kreuzallergien, 2016

Die Allergie erkennen

Es ist nicht immer einfach, den Auslöser einer Allergie eindeutig zu identifizieren. Meist geht der Diagnose eine intensive Selbstbeobachtung voraus. Lassen Sie sich von spezialisierten Ärzten (Allergologen) und allergologisch geschulten Ernährungsfachkräften beraten. Experten empfehlen folgende schrittweise Vorgehensweise zur Diagnose:

  • Anamnese – ein ausführliches Gespräch mit einem Allergologen zur Krankheitsgeschichte
  • Haut- und Bluttest – die Überprüfung des Verdachts mit Hilfe von kleinen Proben verdächtiger Stäube, Tierhaaren oder Lebensmittelproben. Der Körper reagiert mit Quaddeln auf der Haut oder Antikörperbildung im Blut.
  • Auslass-Diät und Provokation – die Bestätigung des Verdachts durch Meiden der Allergene und anschließender gezielter Gabe zur Auslösung einer Allergie, immer unbedingt unter ärztlicher Aufsicht

Hilfreich ist es, wenn Sie zum Erstgespräch ein Ernährungstagebuch mitbringen. Darin haben Sie etwa einen Monat lang festgehalten, was Sie essen. Notieren Sie zusätzlich, welche Symptome auftreten und welche Körperstellen betroffen sind. Tipp: Einen Vordruck erhalten Sie beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V., Fliethstraße 114, 41061 Mönchengladbach.

Mit einer Allergie leben

Meiden Sie Ihr spezielles Allergen – dann fühlen Sie sich wieder wohler. Unsere Tabelle hilft Ihnen dabei. Für Lebensmittelallergiker sind Allergene in verarbeiteten Lebensmitteln nicht immer auf Anhieb erkennbar. So werden Hühner- oder Milcheiweiß häufig als Bindemittel und Emulgatoren eingesetzt, z. B. in Suppen, Soßen, Eis, Pudding, Teigwaren oder Gebäck. Künftig erleichtert eine neue Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung das Leben als Allergiker: glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Nüsse, Sesamsamen und Sellerie werden dann im Zutatenverzeichnis deklariert.

Allergie Tipp und Hilfe
Hausstaubmilbe Tauschen Sie Teppichböden, Matratzen, Federdecken und -kissen gegen Allergiker-geeignete Produkte aus. Ein Staubsauger mit Milbenfilter leistet gute Dienste.
Tierhaare Vermeiden Sie Kontakt mit der betreffenden Tierart. Waschen Sie nach einem zufälligen Tierkontakt Ihre Hände, Haare und Ihre Kleidung.
Heuschnupfen Nutzen Sie die Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes.
Nüsse Reaktionen auf Nüsse sind meist besonders heftig. Achten Sie ganz besonders darauf, Ihr Allergen zu meiden und führen Sie immer ein Notfallset (Es enthält die Medikamente Kortison, Antihistaminikum, Adrenalinhaltiges Präparat) mit, das vom Arzt verordnet wurde. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zeigen, wie das Set zu handhaben ist.
Obst Die Obstsorte wird roh und ungeschält selten vertragen. Versuchen Sie jedoch nach Absprache mit dem Arzt, das Obst z. B. einen Apfel gekocht oder geschält. Gelegentlich hilft die Wahl einer allergenarmen Sorte, wie z. B. die Apfelsorten Boskop, Jamba oder Gloster.

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