Soul Food – Essen mit Seele

Beim Soul Food-Essen kommt man sich näher. Hier sitzen Jugendliche im Street Fashion-Look neben Büroangestellten im Anzug ebenso wie Alt und Jung an einem Tisch – von Berührungsängsten keine Spur. Denn Soul Food, also „Seelennahrung“, spricht alle an. Wissen Sie, was wirklich dahinter steckt?

Seit den sechziger Jahren stand Soul Food mit dem Aufkommen der "Black Pride-Bewegung“ für die traditionelle Küche der Afroamerikaner. Die Geschichte des Soul Food reicht somit zurück in die Zeit der Sklaverei. Hier mussten sich die Afroamerikaner in den Südstaaten meist von Speiseresten ernähren. Doch die Gerichte waren weit entfernt von einem „Reste-Essen“, wie wir es uns vielleicht vorstellen. Denn die Afroamerikaner verstanden es, mit großem Einfallsreichtum und Können aus ihrem begrenzten Angebot an Lebensmitteln einzigartige Soul Food-Rezepte zu kreieren und bereiteten ein schmackhaftes und gutes Essen zu.

Revival der Soul Food-Küche

Das Interesse an der ursprünglichen, aber doch sehr fett-, zucker- und kalorienreichen Küche ließ in den letzten Jahrzehnten etwas nach. In Fett gebackene Innereien vom Schwein – Chitterlings – oder Gemüsegerichte aus Mais oder Bohnen schienen plötzlich nicht mehr den Zeitgeist zu treffen. Es wurde Zeit für eine Veränderung des eigentlichen Soul Foods. Heute feiert das „Arme-Leute-Essen“ von früher eine Renaissance. Nicht nur in den Südstaaten treffen Sie auf Soul Food-Restaurants, mittlerweile werden sie weltweit eröffnet. Auch in zahlreichen Städten Deutschlands sind sie zu finden.

Soul Food-Gerichte heute

Nach wir vor sind es viele traditionelle Zutaten, die für die Zubereitung eines guten Essen in der Soul Food-Küche verwendet werden. Typische Lebensmittel sind beispielsweise Yamswurzeln, die geschmacklich und auch äußerlich den ebenfalls verwendeten Süßkartoffeln ähneln, ebenso wie Reis Mais. Diese Sättigungsbeilagen finden Sie auch heute noch in der Speisekarte als Maisgrütze (Grits) oder glasierte Süßkartoffeln (Glazed Sweet Potatoes). Kohl, Kürbis oder Bohnen sind klassische Gemüsearten zur Zubereitung von Soul Food-Gerichten. Hierzu zählt auch die Okra-Schote, eine Gemüsepflanze, die geschmacklich den grünen Bohnen nahe kommt. Sie wird in der Regel frittiert serviert. Zu den beliebten Gewürzen zählen Cayennepfeffer, Muskatnuss, Zimt, Piment, Sesam, Thymian und Essig. Dazu werden Limonade und stark gesüßter Eistee – Sweet Tea – getrunken.

Auf die gute „alte“ Art und Weise

Und auch heute noch wird versucht, bei der Zubereitung keine Essensreste aufkommen zu lassen. So werden beispielsweise aus überreifen Bananen Puddings hergestellt oder nach dem Kochen von Gemüse die Flüssigkeit zur Zubereitung einer Soße oder Suppe verwendet, wie beispielsweise bei dem klassischen Gericht Potlikker. Diese Suppe ist aus der Südstaatenküche nicht wegzudenken. Neben zahlreichen deftigen Soul Food-Rezepten kommt auch der süße Gaumen nicht zu kurz. Peach Cobbler, ein Auflauf aus Pfirsichkompott und einer Schicht Biskuit darauf ist hier nur ein Beispiel.

Übrigens: Wussten Sie, dass auch die bei uns doch sehr bekannten Chicken Wings zum guten Essen der Soul Food-Küche gehören? Auf dem Grill zubereitet und mit einer süß-sauren Soße serviert oder in Honig geschmort, kann die sonst fettreiche Soul Food-Küche kalorisch etwas entschärft werden.  Probieren Sie doch auch einmal Soul Food „für zu Hause“ mit unserem leckeren Chicken Wings