Schwangerschaftsmythen

Schwangerschaftsmythen - was ist dran?

Das haben Sie bestimmt schon gehört: Bei Morgenübelkeit wird’s ein Mädchen. Schwangere müssen doppelte Mengen essen. Oder ein bisschen Alkohol schadet nicht. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Auf Sprüche und Weisheiten können Sie sich ohnehin nicht verlassen. Wer sich gut informiert, kann getrost die Ohren verschließen. Wir haben einige weit verbreitete Schwangerschaftsmythen für Sie näher betrachtet.

Mädchen verursachen mehr Übelkeit

Tatsächlich ist da was dran. Das sagen jedenfalls Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm. Die schwedische Studie an einer Million schwangerer Frauen zeigte: Schwangere, die über starke Morgenübelkeit klagten, brachten öfter Mädchen als Jungen zur Welt. Möglicherweise liegt das an der höheren Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG im Blut. Eine Studie der Universität Baltimore kam zu folgendem Ergebnis: Von 66 Schwangeren, die unter unstillbarem Erbrechen litten, gebärten 44 Frauen ein Mädchen.

Schwangere müssen für zwei essen

Gemeint sind damit meist doppelte Nahrungsmengen. Schwangere müssen aber nicht doppelt so viel, sondern eher doppelt so gut essen. Wahr ist, dass Sie in der Schwangerschaft einen erheblich höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen haben. Um ausreichende Mengen dieser lebenswichtigen Substanzen aufzunehmen, ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Nahrung wichtig. Man spricht in diesem Zusammenhang von der so genannten Nährstoffdichte. "Nährstoffdichte" Lebensmittel, z. B. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, Kartoffeln, Milch und Milchprodukte, haben bezogen auf Ihren Kaloriengehalt besonders viele lebensnotwendige Inhaltsstoffe. Nicht nur Schwangere sollten daher diese Lebensmittel bevorzugen. Für weitere Details, lesen Sie unseren Beitrag "Schwangerschaft und Ernährung".

Ein Gläschen in Ehren ist in Ordnung

Verzichten Sie besser ganz auf Alkohol, auch wenn Sie hören, dass ein Gläschen Wein oder Bier ab und zu nicht schaden soll. Alkohol kann im Körper Ihres Kindes, vor allem im Gehirn, Schaden anrichten. Denn die Leber des Ungeborenen ist noch nicht ausgereift und kann den Alkohol nicht abbauen.


Niemand wird Ihnen mit Sicherheit sagen können, wo die Grenze genau liegt, die Ihr Kind unbeschadet übersteht. Muten Sie ihm deshalb auch keine kleinen Mengen Alkohol zu. Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn Sie Alkohol getrunken haben, bevor Sie von der Schwangerschaft wussten. In den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung ist der Embryo noch nicht an den Kreislauf der Mutter angeschlossen und nimmt deshalb auch keinen Alkohol aus dem mütterlichen Blut auf.

Das Baby holt sich, was es braucht

Heute weiß man, dass diese Weisheit nur zum Teil stimmt – so beispielsweise beim Mineralstoff Calcium. Das Ungeborene kann zwar von den Reserven der Mutter zehren. Allerdings ist das für die Mutter von Nachteil. Denn das Calcium stammt aus ihrer Knochensubstanz. Damit auch die Knochen der Mutter stabil und gesund bleiben, ist deshalb eine ausreichende Versorgung, vor allem über Milch und Milchprodukte, sehr wichtig.


Zudem kann unser Körper bei vielen Vitaminen keinen Speicher anlegen. Hier sind Mutter und Kind auf einen regelmäßigen Nachschub angewiesen. Wenn Sie ganz sicher gehen möchten, dass Sie und Ihr Kind ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind, dann wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt oder Gynäkologen.

Lieber salzig und sauer

Viele Schwangere gelüstet es eher nach salzigen oder sauren Speisen als nach Süßem. Das liegt vermutlich an der erhöhten Konzentration des Hormons Östrogen. Es lässt den Speichel süßer schmecken. Das bremst die Lust auf Süßes und steigert das Verlangen nach Herzhaftem.