Mozzarella in der Schwangerschaft

Käse & Schwangerschaft: Was darf ich essen?

Einige Käsespezialitäten eignen sich nicht für werdende Mütter, dennoch sollten sie keinesfalls vollständig auf diesen wertvollen Nährstofflieferanten verzichten. Er ist eiweißhaltig, steckt voller Vitamine und ist wegen seines hohen Kalziumanteils sowohl für die Mutter als auch das Kind wichtig. Welche Käsesorten das Verzehrverbot wirklich betrifft und welche Gerüchte bis zum Himmel stinken, lesen Sie hier.

Mozzarella & Schwangerschaft: Ist das erlaubt?

Wer mit dem abgepackten Käse aus dem Supermarkt vorliebnimmt, muss sich keine Sorgen machen. Vorab aber grundsätzliche Infos über das beliebte Bällchen.

Kleine Mozzarella-Kunde

Der Mozzarella wird aus der Milch des Wasserbüffels, Hausrindes oder einem Gemisch daraus hergestellt. Er zählt zu den sogenannten Pasta-Filata-Käsen, ist also ein Brühkäse. Mozzarella schlägt mit 45 bis 50 Prozent Fett in der Trockenmasse zu Buche. Traditionell wird er in den italienischen Regionen Kampanien und Latium produziert. Echter Büffelmozzarella ist geschützt und trägt das DOP-Siegel (Denominazione di origine protetta). Auf Deutsch heißt das so viel wie „geschützte Ursprungsbezeichnung“).

„Kein Mozzarella in der Schwangerschaft“ – Mythos oder Wahrheit?

Früher wurde Mozzarella aus Rohmilch hergestellt – das heißt, es erfolgte keine Wärmebehandlung, die schädliche Keime abtötet. Daher kommt auch der Mythos, dass man in der Schwangerschaft darauf verzichten sollte. Heutzutage verwenden Käsereien pasteurisierte Milch dafür. Also alles Käse! Abgepackter Mozzarella ist unbedenklich. Er sollte aber frisch sein – falls die Packung viel Luft enthält, ist das ein Zeichen dafür, dass er schon etwas länger liegt. Ein nicht abgepackter Mozzarella an einer Salattheke kann hingegen verkeimt sein.

Parmesan & Schwangerschaft: Sì oder no?

Schwangere sollten auf abgepackten, geriebenen Parmesan aus dem Supermarkt verzichten, da er, durch den Prozess des Zerkleinerns verursacht, Bakterien enthalten kann. Reiben Sie den Würzkäse vor dem Verzehr lieber selbst und schneiden Sie stets die Rinde ab. Ansonsten können Sie Parmesan und anderen Hartkäse bedenkenlos essen. Hier verraten wir Ihnen, was „Parmigiano Reggiano“ genau ist.

Parmesan – ein einzigartiger Käse

Parmesan ist ein Hartkäse, der ausschließlich in bestimmten Regionen Italiens produziert wird. Seine Milch kommt von Kühen aus der Umgebung von Parma und Reggio nell’Emilia, die lediglich mit Gras und Heu gefüttert werden. Auch er trägt deshalb das DOP-Siegel. Genauso wie sein Verwandter Grana Padano, der allerdings aus einem anderen Produktionsgebiet und wegen seines Hangs zur Lochbildung mit dem Konservierungsmittel Lysozym angereichert wird.

Parmesan zählt zwar zu den Rohmilchkäse-Sorten, enthält durch seine lange Reifezeit und die Erhitzung bei der Herstellung in der Regel aber keine Mikroorganismen. Er besteht aus rund 38 % Fett in der Trockenmasse und einer beachtlichen Menge an Kalzium (1159 mg / 100 g).

Welcher Käse in der Schwangerschaft sonst noch erlaubt ist und welcher nicht

Bei pasteurisiertem Käse (Hart- und Schnittkäse) darf man während der Schwangerschaft zugreifen. Während der Pasteurisierung wird der Käse auf hohe Temperaturstufen erhitzt, sodass schädliche Keime abgetötet werden. Aber was ist mit dem Rest?

Feta & Schwangerschaft: Werdende Mütter sollten auf unverpackten Feta oder anderen Käse, der in Salattheken zu finden ist, verzichten. Durch langes Liegen an der Luft können sich schädliche Keime bilden.

Camembert & Schwangerschaft: Auch Weichkäse wie Camembert oder Gorgonzola bieten viel Angriffsfläche für Keime. Durch ihre Beschaffenheit und geringen Säuregehalt sind sie ein idealer Nährboden. Lieber nicht essen.

Ziegenkäse & Schwangerschaft: Ziegenkäse gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Sollte er als Rohmilchprodukt hergestellt worden sein, muss dies hierzulande auf der Verpackung vermerkt werden – und ist für Schwangere nicht geeignet. Finden Sie auf dem Etikett keine Angabe, sollte der Ziegenkäse aus hitzebehandelter Milch hergestellt worden sein und Sie können ihn bedenkenlos essen. Im Zweifel hilft man Ihnen an der Käsetheke sicher gerne weiter.

Mascarpone & Schwangerschaft: Als Frischkäsezubereitung aus der Verpackung ist Mascarpone durch seine Zubereitungsweise weitestgehend keimfrei und sollte frisch und sofort verzehrt werden. Von angebrochenen Packungen aus dem Kühlschrank ist hingegen abzuraten. Ebenso Desserts mit Mascarpone aus Restaurants sind ungeeignet für werdenden Mütter – oft werden hier rohe Eier und auch Alkohol hinzugemischt.

Geriebener Käse in der Schwangerschaft: Bei abgepacktem Reibekäse drohen Verunreinigungen. Wie auch im Falle des Parmesans sollten Sie das Reiben lieber selbst übernehmen. Das gilt auch für verpackte Mischsalate, in denen der Käse gerieben oder in Würfel enthalten ist. Diese Empfehlung gilt für jede Käsesorte. Bei Hartkäsesorten sollte zur Sicherheit zudem immer die Rinde entfernt werden, selbst wenn sie als essbar deklariert ist. Achten Sie außerdem auf besonders frischen Käse: Kaufen und verzehren Sie auch verpackten Aufschnitt nach Möglichkeit schon weit vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums.

Welche weiteren Käsesorten für die Ernährung in der Schwangerschaft sonst noch geeignet oder ungeeignet sind, entnehmen Sie unserer Tabelle:

Sorte Erlaubt Bedingt erlaubt Nicht erlaubt
Edamer in der Schwangerschaft X    
Schafkäse in der Schwangerschaft     X
Frischkäse in der Schwangerschaft     X
Gorgonzola in der Schwangerschaft     X
Gouda in der Schwangerschaft   nicht abgepackt & gerieben  
Harzer Roller in der Schwangerschaft     X
Kochkäse in der Schwangerschaft   abgepackt  
Maasdamer in der Schwangerschaft X    
Tilsiter in der Schwangerschaft X    
Ziegenweichkäse in der Schwangerschaft     X

Käse & Schwangerschaft – ein Fazit

Um sich vor lebensmittelbedingten Infektionskrankheiten wie Toxoplasmose oder Listeriose zu schützen, sollten Schwangere Rohmilchprodukte von ihrem Speiseplan streichen und tierische Erzeugnisse nur durcherhitzt essen. So können Sie bei der nächsten köstlichen Käseplatte mit frischen Weintrauben bedenkenlos zugreifen.

Quellen zum Artikel

  1. https://www.vdd.de/fileadmin/downloads/D_I/D_I_Fokus_2016/DundI_1_2016_FOKUS_low.pdf
  2. https://www.dge.de/presse/pm/was-schwangere-nicht-essen-sollten/
  3. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/
  4. https://www.bzfe.de/inhalt/salbei-3125.html
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27246791
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10725394
  7. https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/
  8. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0149763417303020?via%3Dihub
  9. https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/45402/page1/7/searchstring/+/forumId/16
  10. https://www.ak-omega-3.de/omega-3-fettsaeuren/wo-sind-omega-3-fettsaeuren-enthalten
  11. https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/46145/page1/5/searchstring/+/forumId/16
  12. https://www.doppelherz.de/schwangerschaft-special/ernaehrung/lebensmittel-in-der-schwangerschaft/parmesan-in-der-schwangerschaft/
  13. https://www.bzfe.de/inhalt/parmesan-oder-grana-padano-28272.html
  14. Marlene Friedmann & Human Health Experts: Ernährung in der Schwangerschaft: Wie Sie sich richtig ernähren und fit bleiben in der Schwangerschaft, inkl. Ernährungsplan und Trainingsplan, Rezepte „Smoothies & Co.“
    Independently published (27. August 2018)
  15. Birgit Gebauer-Sesterhenn & Dr. Med. Thomas Villinger:
    Schwangerschaft und Geburt (GU Große Ratgeber Kinder)
    GU Verlag, Auflage: 6 (8. September 2012)
  16. https://gfds.de/leberkaese/
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