Kinder und Handys

Kinder und Handys – risikofrei mobil sein

Kaum ein Kind will heute noch auf ein Mobiltelefon verzichten. Bei einer britischen Studie gaben 70 Prozent der befragten 11- bis 17-jährigen an, das eigene Handy habe ihr Leben verbessert (The Mobile Life Youth Report 2006). Vor allem aus der Kommunikation mit Gleichaltrigen sei es nicht mehr wegzudenken. So schrieben oder empfingen die Befragten im Schnitt zehn Textnachrichten (SMS) täglich.

Die finanziellen Folgen des Handybooms

Angesichts solcher Aussagen drängt sich die Frage auf: „Was soll falsch daran sein, mit Freunden über ein Handy zu kommunizieren?“ Prinzipiell nichts, solange das mobile Kommunizieren nicht zur finanziellen Belastung wird. Aber gerade das passiert häufig. Denn schon Telefonieren und SMS schicken sind relativ teuer. Außerdem gibt es da noch die für Heranwachsende sehr reizvollen kommerziellen Chats. In denen kann man „mit netten Boys und Girls aus der Region chatten“ – für bis zu 2,99 Euro pro Antwort. Auch das Herunterladen von Klingeltönen, das Surfen im Internet oder die Teilnahme an Abstimmungen gehen ins Geld.

Wenn Eltern die Handykosten ihres Kindes senken wollen, ohne das Handy ganz wegzunehmen, müssen sie an die Vernunft ihres Sprösslings appellieren. Dabei helfen die folgenden Ratschläge:

 

  • Wenn du zu Hause telefonieren möchtest, rufe deine Freunde vom Festnetz aus und möglichst auf dem Festnetz an. Das kostet, je nach Anbieter, weniger.
  • Telefonate ins Ausland oder vom Ausland sind teuer. Schicke verreisten Freunden lieber eine E-Mail.
  • Antworte nicht auf sogenannte „Ping“-Anrufe, bei denen es nur einmal klingelt und du eine unbekannte Nummer auf dem Display siehst. Es kann teuer werden, wenn du die Nummer zurückrufst.
  • Reagiere nicht auf Kontaktversuche von Fremden. Meist stecken teure Chat-Roboter dahinter oder Menschen, die dafür bezahlt werden, dich zu einem Chat zu animieren.
  • Bevor du Klingeltöne, Bilder, Spiele oder andere Angebote auf dein Handy herunterlädst, zeige es deinen Eltern. Häufig sind mit den Angeboten kostenpflichtige Abos verbunden, die sich im Kleingedruckten verstecken.
  • Sag sofort Bescheid, wenn dein Handy oder die SIM-Karte gestohlen wurde. Dann muss die Karte beim Mobilfunkanbieter gesperrt werden.

Damit Kinder die Folgen ihrer Handybegeisterung verstehen, sollten sie über die monatlichen Kosten aufgeklärt werden und diese vom Taschengeld selbst bezahlen oder mit einer sogenannten Prepaid-Karte telefonieren, die sie von ihrem Taschengeld kaufen.

Was Eltern noch wissen sollten

Ein anderer Aspekt der Kommunikation über das Handy ist: Welche Informationen tauschen die Jugendlichen aus? In den meisten Fällen sind es sicherlich harmlose Nachrichten oder ein bisschen Tratsch. Aber es gibt auch Heranwachsende, die ihr Handy zum gezielten Mobbing gegen Mitschüler oder für den Zugang zu wenig altersgerechten Inhalten verwenden. Auch gegen diese Gefahr des Handy-Missbrauchs sollten Sie Ihr Kind wappnen:

  • Handys mit entsprechenden Funktionen bieten dem Kind Zugang zu sogenannten WAP-Portalen der Mobilfunkanbieter oder ins Internet. Auf dem Weg können sie auf Seiten mit Sex- oder Gewaltdarstellungen gelangen. Versuchen Sie, bei Ihrem Mobilfunkanbieter auf dem WAP-Portal die Sperre von Inhalten ab 16 Jahren zu erreichen. Das geht allerdings nicht bei allen Anbietern und gilt auch nur für die Seiten des Anbieters. Wie beim Surfen mit dem Computer sollten Sie darum Ihren Nachwuchs über die Gefahren des Internets aufklären.
  • Lassen Sie vom Mobilfunkanbieter Premium-SMS und Mehrwertnummern sperren, die häufig als Bezahlmöglichkeit für ungeeignete Sex-Angebote dienen.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass das Verbreiten von Gewaltvideos eine Straftat ist und dass Kinder ab 14 Jahren dafür belangt werden können. Bitten Sie es, solche Filme auf dem eigenen Handy zu löschen. Eventuell sind die Opfer in den Gewaltvideos Personen (z.B. Mitschüler), die Ihr Kind kennt. Informieren Sie in einem solchen Fall die Schule bzw. die Polizei. An den Lehrer sollten sie sich auch wenden, wenn Ihr Kind selbst Opfer von Belästigungen wurde.