Risikofreies Surfen

Sicherheit im Netz – Wie Kinder risikofrei surfen können

Die Gefahren im Internet stellen Kinder – und manchmal auch Eltern – vor ein besonderes Problem: Sie sind schwerer zu erkennen als die Gefahren in der realen Welt. Braust ein Auto auf der Straße heran, wissen Kinder, dass sie warten müssen. Aber dem vermeintlich kostenlosen Download-Angebot sehen sie nicht an, dass es ein teures Abo nach sich zieht. Und sie erkennen nicht, wenn die 11-jährige Pferdefreundin eigentlich ein erwachsener Mann ist.

Das Internet kindgerecht filtern?

Um Kinder vor dubiosen Seiten im Internet zu schützen, ist es möglich, den Zugang zu diesen Seiten zu sperren. Das geht mit sogenannter Kinderschutz- oder Filtersoftware. Mit der Software lassen sich Negativlisten (diese Seiten darf das Kind nicht sehen) oder noch restriktivere Positivlisten (nur diese Seiten darf das Kind sehen) anlegen. Außerdem kann eine Zeit fürs Surfen vorgegeben werden, nach der sich der Computer selbst ausschaltet. Abgesehen von dieser letzten Funktion, die dem Kind ähnlich wie beim Taschengeld ein tägliches Kontingent Computerzeit zuteilt, funktioniert die Kinderschutz-Software noch unbefriedigend. Nach Aussage des Bundesfamilienministeriums gibt es derzeit keine anerkannten Systeme, um das Netz zu filtern. Selbst kostenpflichtige Programme lassen sich mit Tricks umgehen oder sind so restriktiv, dass schon Kindern ab 9 Jahren keine Lust mehr auf das Surfen am eigenen Computer haben und eventuell zu Freunden ausweichen.

Software ersetzt keine Aufklärung

Wenn Sie als Eltern eine Kinderschutz-Software einsetzen, sollten Sie es bei einem der kostenlosen Angebote belassen und ansonsten auf Aufklärung setzen. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es im Internet Seiten gibt, die für Kinder nicht geeignet sind und die Sie sich selbst auch nicht anschauen. Zeigen Sie Ihrem Kind gute Angebote im Internet und surfen Sie vor allem bei den ersten Versuchen gemeinsam. Jüngeren Kindern sollten Sie auch danach ab und zu beim Surfen über die Schulter schauen.

Damit das Kind nicht über eine Suchmaschine zu ungeeigneten Angeboten kommt, lässt sich eine kindgerechte Suchmaschine wie die Blinde Kuh (kostenlos auf www.blinde-kuh.de/informationen erhältlich) einrichten. Positiv beeinflussen können Sie das Surfverhalten Ihres Kindes auch, indem Sie ihm eine interessante Startseite mit News und Unterhaltungsangeboten einrichten. Das Bundesfamilienministerium empfiehlt unter anderem www.tivi.de, www.scoolz.de und www.klicktipps.net.

Surf-Regeln für’s Kind

Kinder sind sehr leichtgläubig. Darum müssen sie von Ihnen erfahren, dass nicht alles, was Menschen im Internet schreiben, wahr sein muss. Im schlimmsten Fall treffen Kinder im Internet auf Erwachsene, die sich mit ihnen treffen und ihnen etwas antun wollen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihrem Kind einige Vorsichtsregeln mit auf den Weg geben, wenn es im Internet surft oder sogar in Chats und Foren mit anderen Menschen in Kontakt kommt:

  • Gib für die Anmeldung bei Internetseiten nie deine E-Mail-Adresse an, die du für Freunde benutzt. Leg dir (z.B. auf www.mail4kidz.de) eine Adresse zu, für die du keine privaten Adressen bekannt geben musst.
  • Teile niemandem dein Passwort mit.
  • Frage die Eltern, bevor du etwas kaufst, herunterlädst oder an Gewinnspielen teilnimmst. Auch wenn es ein kostenloses Angebot sein soll, kann es Geld kosten.
  • Zeig einem Elternteil die Seiten, die du besuchen möchtest, damit er die Seite beurteilen und dir sagen kann, wie du im Notfall Hilfe beim Moderator oder Administrator erhältst.
  • Gib keine privaten Informationen von dir bekannt. Nenne nicht deinen richtigen Namen, niemals die Adresse, die Telefonnummer oder Orte (z.B. den Sportverein), an denen du dich oft aufhältst.
  • Stell keine Fotos von dir, der Familie oder Freunden ins Netz. Du kannst sonst nicht kontrollieren, an wen die Bilder gelangen und was damit angestellt wird.
  • Triff dich nicht mit Internet-Bekanntschaften. Wenn du unbedingt ein Treffen möchtest, nimm einen Elternteil mit.
  • Bleibe fair und freundlich, wenn du dich mit anderen Menschen unterhältst. Hast du ein ungutes Gefühl, wenn du mit jemandem chattest, melde es dem Moderator oder Administrator der Website. Sage es deinen Eltern, wenn du dich belästigt fühlst, damit sie eine Anzeige erstatten können.
  • Wenn du Seiten siehst, auf denen Gewalt oder andere verbotene Inhalte dargestellt sind, zeig sie deinen Eltern. Gib nicht vor Freunden damit an und lass dich nicht durch andere von solchen Seiten beeindrucken.

  Zeigt Ihnen Ihr Kind Gewalt verherrlichende oder andere Menschen verachtende Seiten, können Sie diese unter www.jugendschutz.net melden. Damit Ihr Kind offen zu Ihnen ist, sollten Sie mit ihm über die Seiten reden, die es im Internet besucht. Wenn möglich, seien Sie ab und zu beim Chatten dabei. Aber nicht etwa heimlich, sondern mit Zustimmung des Kindes.

Alarmsignale im Chat: Wann Ihr Kind Hilfe holen sollte

Der Aufenthalt in Chats kann für Kinder eine besonders große Gefahr darstellen. Dabei muss es gar nicht so weit kommen, dass ein Chatpartner in sein reales Leben eindringt. Manchmal reicht schon ein unangenehmer Kontakt allein im Chat, damit sich das Kind bedroht fühlt. Deshalb sollten Sie versuchen, Ihr Kind für drohende Gefahren durch eine Chatbekanntschaft zu sensibilisieren.

Wenn Ihr Kind auf folgende oder ähnliche Fragen im Chat trifft, sollte es die Unterhaltung  sofort beenden:

  • Wissen deine Eltern, was du hier machst…?/ Bist du allein?
  • Darf ich dich mal was Persönliches fragen?/ Zu persönlich? Sei ruhig offen!
  • Ich mache… Schlimm?/ Findest du schlimm, dass ich…?
  • Was hast du an? Und drunter?
  • Hast du schon eine(n) Freund(in)?/ Hattest du schon mal etwas mit einem Jungen/Mädchen?
  • Hast du Lust auf einen Privat-Chat oder ein Treffen?/ Ich mache nichts, was du nicht willst./ Das macht doch jeder!

Hat Ihr Kind Scheu, die Unterhaltung plötzlich zu beenden, kann es eine Notlüge benutzen („Ich muss jetzt meinen Eltern helfen“, „Es kommt jemand“). Ganz wichtig ist, dass Sie oder das Kind den Moderator/Administrator des Chats über den Zwischenfall informieren. Nur so kann er Ihr Kind und andere schützen.