Drei Viertel der Bevölkerung fühlen sich wohl

Wie zufrieden ist Deutschland 2015 mit seinem Wohlbefinden?

Die Bevölkerung in Deutschland fühlt sich 2015 wohler als im vergangenen Jahr: 75 Prozent der Frauen und Männer ab 18 Jahren in Deutschland sind mit ihrem körperlichen Wohlbefinden insgesamt zufrieden (1). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 66 Prozent (2). Zu diesem Ergebnis kommt der Wohlfühl-Trend des Nestlé Ernährungsstudios. Dafür befragte das Marktforschungsinstitut GfK - Gesellschaft für Konsumforschung 2014 und 2015 repräsentativ über 1.000 Männer und Frauen aus Deutschland ab 18 Jahren. 

Warum wir unzufrieden sind

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das körperliche Befinden mit dem Alter abnimmt. Ab 60 Jahren scheint sich dieser Trend jedoch umzukehren und das Wohlbefinden steigt wieder. Für Professor Dr. Christoph Klotter ist der gesellschaftliche Jugendkult der Grund für diesen Unterschied zwischen den jüngeren Befragten und den Umfrageteilnehmern ab dem 61. Lebensjahr. „Man möchte die Figur behalten, um zu demonstrieren, dass man jung geblieben ist“, erklärt der Professor für Ernährungspsychologie und Gesundheitsförderung an der Hochschule Fulda. Viele nehmen mit höherem Alter zu, da sich zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr die Aktivitäten verschieben. Im Fokus stehen die berufliche Karriere, die eigenen Kinder und beispielsweise der Hausbau. Für Freizeitaktivitäten und Sport bleibt weniger Zeit. Folglich steigt das Körpergewicht, das als sichtbarer Ausdruck des Älterwerdens verstanden wird. „Wer versucht, den Spagat zwischen jugendlicher Schlankheit und den neuen Lebensumständen und Alltagsgeschehnissen zu bewältigen, kann scheitern und  folglich unzufrieden sein“, so Klotter. 

Allgemeines Wohlbefinden und Einzelaspekte im Vergleich der einzelnen Altersgruppen

Aspekte hinsichtlich des körperlichen Wohlbefindens
  18-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 60 Jahre und älter
Mein Körpergewicht 35,7 39,0 46,8 48,5 44,5
Entwicklung des Körpergewichts in den vergangenen 6 Monaten 32,1 32,9 34,7 37,4 32,8
Meine Körperfigur 34,0 38,0 41,0 45,0 39,3
Mein Essverhalten/Ernährung 25,9 27,8 24,2 29,2 18,5
Mein Trinkverhalten 16,3 16,0 17,4 14,9 10,4
Meine körperliche Fitness 32,6 39,1 40,5 47,1 38,7
Meine Selbstmotivation in Zusammenhang mit Ernährung 29,9 35,4 28,9 35,2 21,0
Meine Selbstmotivation in Zusammenhang mit Fitness 38,4 43,3 46,0 46,1 44,1
Mein körperliches Wohlbefinden insgesamt 21,1 19,1 26,1 33,6 25,1
Repräsentative Befragung der GfK – Gesellschaft für Konsumforschung. Fragestellung: „Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Aspekten hinsichtlich Ihres körperlichen Wohlbefindens? Bitte bewerten Sie alle folgenden Aspekte auf einer Skala von 1 bis 6, dabei bedeutet 1 = sehr zufrieden, 6 = überhaupt nicht zufrieden.“, Befragungszeitraum: 12.03.2015 bis 16.03.2015, Befragte ab 18 Jahren: n=1.037  (weiblich: n=543, männlich: n=494)

Die heute Älteren: zufriedener und gesünder

Vermutlich ist es der gelassenerer Lebensstil, der die Über-60-Jährigen zufriedener macht. Klotter sieht den Renteneintritt als entscheidenden Wendepunkt: Man hat wieder Zeit für längere Spaziergänge, kauft frische Lebensmittel ein und kocht nochmals selbst. Darüber hinaus ermöglicht die körperliche Konstitution, die Zeit genießen zu können. Denn die heute Älteren sind deutlich gesünder als die vorherige Generation. Ihr Gesundheitsstatus ist durchschnittlich etwa 10 Jahre jünger (3). „Außerdem leben die Menschen in Deutschland länger: Von 1990 bis 2010 ist die Lebenserwartung um durchschnittlich etwa 5 Jahre angestiegen und wird auch weiterhin steigen“ (3),  meint Klotter, „all diese Aspekte führen dazu, dass ältere Menschen ihr Leben genießen können und damit ihr Wohlbefinden häufig positiver bewerten als jüngere Menschen“.

Tipps für mehr Gelassenheit

Diese Lebenseinstellung der Älteren können die Jüngeren auch für sich nutzen. Um selbst zu mehr Zufriedenheit zu gelangen und gelassener zu werden,  rät Klotter:

  • Wir leben länger und bleiben gesünder als unsere Vorfahren. Ewige Jugend ist uns aber nicht versprochen. Das müssen wir anerkennen.
  • Es ist daher an der Zeit, den Alltag im Erwachsenenalter neu zu überdenken. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist wichtig: der Alltag steht nicht nur im Dienst von Karriere, Kindern und Haus.
  • Hobbys aus Jugendzeiten wie Joggen bieten einen Ausgleich zum Alltag. Auch Freunde zu treffen gehört dazu, statt sich beispielsweise ausschließlich auf einen perfekt aufgeräumten Haushalt zu konzentrieren.
  • Mehr Zeit und Aufmerksamkeit für sich zu schaffen, fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch das eigene Wohlbefinden und die Zufriedenheit.

Gelassenheit auch bei der Ernährung

Die Bedürfnisse des eigenen Körpers stärker zu würdigen, empfiehlt die Methode der Achtsamkeit. „Die Teilnehmer setzen sich dabei bewusst mit ihrem Essverhalten auseinander und treffen Ess-Entscheidungen eigenverantwortlich. Damit lässt sich auch das Gewicht langfristig reduzieren und stabilisieren sowie das Wohlbefinden steigern“, erklärt Dr. Elke Arms. Die Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio ergänzt: „Das Konzept hilft darüber hinaus, mit dem Hunger- und Sättigungsgefühl besser umzugehen und beispielsweise mit Atemübungen zu lernen, sich zu entspannen.“ 

Quellen zum Artikel

  1. Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.037 Männer und Frauen im Alter ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum März 2015.
  2. Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.056 Männer und Frauen im Alter ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum März 2014.
  3. Plass, D., Vos, Th., Hornberg, C., Scheidt-Nave, Ch., Zeeb, H., Krämer, A. (2014). Entwicklung der Krankheitslast in Deutschland: Ergebnisse, Potenziale und Grenzen der Global Burden of Disease-Studie. Dtsch Arztebl, 111 (38), 629-38
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