Frau mit Kirschen

Ist mit Wasser nicht gut Kirschen essen?

Zu Großmutters Zeiten war es eine allgemeingültige Küchenweisheit: Auf Steinobst wie Kirschen, Pflaumen oder Aprikosen sollst du kein Wasser trinken! Die häufigste Begründung: Auf der Schale der Früchte sitzen viele Hefepilze. Und wenn man nach dem Obst Wasser trinkt, verdünnt das die Magensäure. Diese ist jetzt nicht mehr in der Lage, die Hefepilze abzutöten. Deshalb können die Hefen ungehindert den Zucker im Obst zu Alkohol vergären. Dabei entsteht das Gas Kohlendioxid, welches in großen Mengen starke Blähungen und Bauchschmerzen hervorrufen kann.

Bauchschmerzen – Mythos oder Wahrheit?

Anscheinend ist nicht viel dran an der Volksweisheit, kein Wasser nach Obst zu trinken. Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu. Aber erwiesen ist: bei jedem Essen, das wir unerhitzt verzehren, kommen Keime in den Magen. Und meistens trinken wir zum Essen etwas und auch davor und danach. Ein gesunder Verdauungstrakt kommt mit den Eindringlingen von außen gut zurecht – auch wenn die Magensäure mit Flüssigkeit verdünnt ist. Zudem sitzen im gesunden Darm viele nützliche Bakterien, die verhindern, dass sich unerwünschte Keime und Hefen so sehr ausbreiten können, dass sie Schaden anrichten. Dies jedenfalls bestätigt Professor Jürgen Krämer, Leiter der Abteilung Landwirtschaftliche und Lebensmittel-Mikrobiologie an der Universität Bonn.

Bundesforschungsanstalt gibt Entwarnung

Auch die Bundesforschungsanstalt für Ernährung erklärt, dass Obst und Wasser heutzutage durchaus verträglich sind. "Ein Glas Wasser auf ein paar Kirschen schadet nicht", so Dr. Antal Bognár in der Zeitschrift "Apotheken Umschau". In früheren Zeiten sei wohl eher Brunnenwasser von zweifelhafter hygienischer Qualität die Ursache für Bauchschmerzen und Durchfall gewesen. Der Leiter des Instituts für Ernährungsphysiologie Dr. Watzl ist der Meinung, dass die Kombination von Obst und Wasser bei der heutigen Trinkwasserqualität kein Problem mehr ist. Denn das Wasser enthalte keine Bakterien.

Blähungen durch reichlichen Verzehr

Nach reichlichem Genuss von Obst kann es jedoch zu Blähungen kommen. Denn bei der Verdauung von Obst entstehen im Darm natürliche Verdauungsgase, die in größeren Mengen Blähungen hervorrufen. Gleiches gilt für Gemüse – vor allem für Rohkost, wenn Sie sehr viel auf einmal essen und nicht daran gewöhnt sind.

Das heißt aber nicht, dass Sie auf Obst, Salat und Rohkost verzichten sollen. Im Gegenteil, die leckeren Früchte der Natur versorgen uns mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. 5 Portionen Obst und Gemüse täglich – das raten die Experten. Mindestens 1 Portion Rohkost gehört auch dazu.

So ist Rohes bekömmlicher

Frisches Obst und Rohkost bekommen Ihnen besser, wenn Sie kleinere Mengen über den Tag verteilt essen, anstatt große Portionen auf einmal zu verzehren. Waschen Sie die Früchte vorher gründlich. Rohkost ist außerdem verträglicher, wenn sie fein geraspelt ist.
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