Kürbiskerne auf Holz

Kleine Kracher? Kürbiskerne im Check

Wenn der Kürbis Saison hat, sollte man auch einen Blick in den Bauch des beliebten Gewächses werfen, denn hier verstecken sich ganz besondere Kraftpakete: Kürbiskerne! Eine Handvoll reicht schon – als Snack, Salatzusatz, im Brotteig – und Ihr Vorrat an wichtigen Nährstoffen füllt sich ohne großen Aufwand. Hier erfahren Sie alles, was Sie über das klitzekleine Superfood wissen müssen.
Der Artikel im Überblick:

Herkunft der Kürbiskerne und Sorten

Bei Kürbiskernen handelt es sich um die Samen des Kürbisses, der als eine der ältesten Kulturpflanzen schon im 16. Jahrhundert von Mittel- bzw. Südamerika nach Europa und Asien gelangte. Während Kürbiskerne heutzutage vor allem in China angebaut werden, kommt die bei uns wohl populärste Sorte aus Österreich: der steirische Kürbiskern. Der dunkelgrüne Samen des speziell in der Steiermark kultivierten Ölkürbisses hat keine Schale und wird deshalb besonders gern gesnackt. Gleichzeitig eignet er sich hervorragend zur Produktion von Öl, das aufgrund seiner strengen Qualitätsrichtlinien bei der Herstellung als besonders hochwertig gilt. Ausschließlich erlesene, nicht erhitzte Erstpressungen dürfen das steirische Gütesiegel tragen.


Übrigens liefert auch der beliebte Hokkaido-Kürbis leckere Kerne, die Sie selbst rösten können.

Kürbiskerne: Nährwerte und Inhaltsstoffe

Aus einem Kürbis können Sie eigentlich nur das Beste herausholen. In seinem kalorienarmen Fleisch voller Beta-Carotin warten kleine Samen mit großer Wirkung. Bei Kürbiskernen handelt es sich um exzellente Proteinlieferanten, außerdem enthalten sie viel wertvolles Fett und Mineralstoffe wie Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen.

Nährwerte je 100 g verzehrbarer Anteil
Energie: 565 kcal/2364 kJ
Eiweiß: 35,5 g
Fett gesamt: 46,3 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 23,6 g
Kohlenhydrate: 2,7 g
Ballaststoffe: 8,6 g
Kalium: 570 mg
Phosphor: 516 mg
Niacin: 1,72 mg
Magnesium: 285 mg
Calcium: 10 mg
Eisen: 4,9 mg
Zink 6,2 mg
Vitamin A: 38 µg
Vitamin C: 200 µg
Vitamin E: 4000 µg  
Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel (BLS)

Kürbiskerne trocknen und rösten – so geht’s!

Nachhaltiger geht’s kaum: Wenn Sie sich im Herbst einen leckeren Speisekürbis zubereiten, behalten Sie unbedingt die Kerne. Denn diese lassen sich ganz einfach trocknen. Wir zeigen Ihnen mit einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung, was zu tun ist, um das grüne Superfood aus der weißen Schale genießen zu können.

  • Kürbis-Oberseite abschneiden und Fruchtfleisch mit einem Löffel entfernen. Wer einen Eisportionierer hat, wird über die neue Einsatzmöglichkeit staunen.
  • Fruchtfleisch im Wasserbad von Kernen lösen. Sollte sich das Fruchtfleisch nicht vollständig entfernen lassen, können Sie die Kürbiskerne auch über Nacht in einem Salzwasserbad ruhen lassen.
  • Kerne gut abtrocknen.
  • Ofen auf etwa 190 °C vorheizen.
  • Kürbiskerne mit genügend Abstand voneinander auf dem Blech verteilen, für etwa 20 Minuten backen. Nach den ersten zehn Minuten Kerne einmal mit dem Pfannenwender umdrehen.
  • Auskühlen lassen, danach die Schale aufknacken und genießen.

Unser Tipp: Falls Sie Ihre Kerne snacken möchten, beträufeln Sie sie vor dem Backen mit ein wenig Speiseöl und würzen Sie die Schalen mit Meersalz, Curry oder Paprikapulver. Wenn Sie die Schale später mit den Zähnen aufknacken, mischt sich das nussige Aroma der Kürbiskerne mit dem Geschmack Ihrer liebsten Gewürze. Lecker!

Kürbiskerne kaufen und lagern

Wenn Sie Ihre Kürbiskerne nicht selbst rösten, sondern lieber servierfertig erwerben möchten, werden Sie nicht nur bei Kernen und Nüssen im Supermarkt, türkischen Lebensmittelläden oder im Internet fündig. Werfen Sie in der Drogerie Ihres Vertrauens doch mal einen Blick ins Regal mit den Gesundheitsprodukten – hier sind die Mini-Kraftpakete oft in Bio-Qualität erhältlich. Sie finden sie hier, weil ihnen ein medizinischer Nutzen nachgesagt wird. Kürbiskerne gibt es geschält, ungeschält, naturbelassen, geröstet oder gesalzen zu kaufen. Am wohlsten fühlen sie sich bei dunkler, trockener und kühler Lagerung – vielleicht haben Sie eine verschließbare Dose übrig?

Kürbiskernöl

Dank ihres hohen Fettanteils eignen sich Kürbiskerne hervorragend zur Produktion von Öl. Das hergestellte Produkt enthält ca. 28 % einfach und 53 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Letztere sind ein notwendiger Bestandteil unserer Ernährung, da der Körper sie nicht selber herstellen kann: Sie regulieren unseren Blutdruck, den Cholesterinspiegel und beeinflussen Entzündungsprozesse. Kürbiskernöl sollte nicht erhitzt werden, daher empfiehlt es sich vor allem zum Verfeinern von Gerichten. Auch hier zählen die geschützten Produkte aus der Steiermark angeblich zu den qualitativ hochwertigsten. Sie möchten original Steirisches Öl kaufen? Achten Sie darauf, dass es die Bezeichnung „g. g. A.“ (geschützte geografische Angabe) trägt, so können Sie sicher sein, dass alle Erzeugerstufen vom Anbau über die Pressung bis hin zur Abfüllung in Österreich stattgefunden haben.

Kürbiskerne: Die besten Rezepte

Die kleinen Alleskönner eignen sich nicht nur als Topping auf Ihrem Salat. Schauen Sie mal, was Sie alles daraus zaubern können!


Kürbiskernpesto


Fast jeder Pasta-Fan hat sich schon an grünem Basilikumpesto oder der roten Variante aus getrockneten Tomaten versucht. Als Nächstes sollte unbedingt Kürbiskernpesto auf ihrer To-do-Liste stehen!

Zutaten für ein großes Glas:

  • 100 g Kürbiskerne
  • 50 g Parmesan
  • 60 ml steirisches Kürbiskernöl
  • 60 ml Rapsöl
  • 1 Bund Basilikum
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz nach Belieben
  • Saft einer Limette

Zubereitung:

1. Kürbiskerne in der Pfanne ohne Zugabe von Öl rösten, bis sie knacken.
2. Parmesan fein reiben.
3. Basilikumblätter abzupfen.
4. Knoblauch klein hacken.
5. Kerne, Parmesan, Basilikum, Knoblauch und Öle in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer pürieren.
6. Mit Salz und Limettensaft abschmecken.
7. Zu heißer Vollkornpasta servieren.


Kürbiskern-Brötchen


Der Klassiker beim Bäcker und eine knackig-nussige Alternative zum Kaiserbrötchen. So starten Sie mit einem echten Kraftpaket in den Tag!

Zutaten für acht Kürbiskernbrötchen:

  • 400 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Kürbiskerne, fein gemahlen
  • 2 bis 3 EL Kürbiskerne zum Dekorieren
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1 gehäufter TL Meersalz
  • 320 ml lauwarmes Wasser
  • Streumehl
  • 100 g geschälte Möhren
  • 125 g Lauchzwiebeln

Zubereitung:

  1. Mehl mit den gemahlenen Kürbiskernen, Salz und Hefe mischen.
  2. Lauwarmes Wasser hinzugeben.
  3. Mit einem Knethaken (Handrührgerät oder Küchenmaschine) fünf Minuten lang bearbeiten.
  4. Teig mithilfe des Streumehls zu einer großen Kugel formen, mit Mehl bestreuen und in eine Schüssel legen.
  5. Mit einem Geschirrtuch abdecken und 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  6. In der Zwischenzeit Möhren reiben und Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden.
  7. Gemüse zum Teig hinzugeben und kräftig unterkneten.
  8. Teig in acht Portionen teilen und kleine Kugeln formen.
  9. Backblech mit Backpapier auslegen und die Kugeln darauf verteilen.
  10. Oberflächen kreuzweise einschneiden.
  11. Mit Wasser bepinseln, mit Kürbiskernen garnieren und mit Mehl bestreuen.
  12. 15 Minuten gehen lassen.
  13. In der Zwischenzeit den Backofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze (200 Grad Umluft) vorheizen.
  14. Feuerfestes Behältnis mit kochendem Wasser im Backofen platzieren. Das Backblech darf in den Ofen (mittlere Schiene), sobald sich Schwaden bilden.
  15. Brötchen 20 Minuten lang backen.

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