Waerland Kost

Waerland-Kost: Viel rohes Gemüse und volles Korn

Der Schwede Are Waerland entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts die Waerland-Kost. Primäres Ziel der von ihm postulierten gesunden Ernährungs- und Lebensweise war nicht die Heilung, sondern der Schutz vor Krankheiten. Da der Mensch aus Sicht Waerlands untrennbar mit der Natur und dem Kosmos verbunden sei, solle er alle Nahrungsmittel möglichst so verzehren, wie die Natur sie anbiete.

Grundsätze der Ernährung nach Waerland

Nach Waerland ist der Mensch nur dann gesund, wenn er die seiner Natur gemäßen Lebensbedingungen erfüllt. Eine dieser Bedingungen sei eine vorwiegend vegetarische Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil. Im Rahmen der Waerland-Kost werden hauptsächlich Rohkost, Kartoffeln mit Schale und ein Vollkorn-Getreidebrei verzehrt. Waerland rät, auf tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Fisch, möglichst ganz zu verzichten. Sie würden den Organismus übersäuern und auf diese Weise viele Krankheiten verursachen. Milch, Quark, Sauermilch, Käse und Butter sind erlaubt. Genussmittel, scharfe Gewürze und Kochsalz lehnt Waerland ab.

Waerland-Getränke zum Start in den Tag

Nach Waerland sollte der Tag am frühen Morgen mit viel Flüssigkeit beginnen. Er empfiehlt vor dem Frühstück ½ Liter Kartoffelwasser, d.h. Wasser, in dem Kartoffeln mit Schale und ohne Salz gekocht wurden, oder das Waerlandgetränk Excelsior. Dessen Grundlage bildet ebenfalls Kartoffelwasser, dem zusätzlich Mohrrüben und Selleriewurzeln beigefügt wurden. In beiden Getränken wurden am Vorabend 2 Esslöffel Weizenkleie und 2 Esslöffel ganzer Leinsamenkörner eingeweicht. Am nächsten Morgen ist das jeweilige Gemisch auf nüchternen Magen, lauwarm zu trinken.

Waerland-Kost von morgens bis abends

Zum Frühstück Dickmilch, mittags Rohkost, abends den Getreidebrei "Kruska" und zwischendurch ausreichend Flüssigkeit - so sieht ein idealer Waerland-Tag aus. Die Tabelle gibt Ihnen den Überblick.

Empfehlenswerte Lebensmittel nach Waerland  

 


LebensmittelZubereitung
Frühstück Dickmilch, frisches ObstDickmilch mit Milchzucker süßen, evtl. Weizenkleie, Leinsamen und Weizenkeime oder gehackte Zwiebeln und Kräuter hinzu geben
Mittags oder abends Gemüsesäfte, Rohkost je nach Jahreszeit, Pellkartoffeln, Dickmilch, Vollkornbrot mit Butter und Quark oder mildem Käse; dazu Zwiebeln oder KnoblauchGemüsesäfte frisch pressen, Rohkostsalat mit Dickmilch oder etwas Öl und Kräutern anmachen, Pellkartoffeln ohne Salz kochen und mit Schale verzehren, Zwiebeln und Knoblauch frisch hacken
Mittags oder abends Getreidebrei "Kruska"Je 1 Esslöffel Weizen-, Roggen-, Gerste-, Hafer- und Hirsekörner schroten und mit 1 Esslöffel Weizenkleie in 300 ml Wasser etwa 5-10 Minuten aufkochen, eine Handvoll Rosinen unterrühren; evtl. unbehandelte, geriebene oder gehackte Zitronen- oder Orangenschalen dazu geben; den Brei sofort nach dem Kochen 3-4 Stunden in einer Kochkiste oder einem Thermosgefäß quellen lassen; die Kruska mit frischer Milch, schwach gesüßtem Kompott und Vollkornbutterbrot verzehren

Trockenbürsten nach Waerland

Zu einer gesunden Lebensführung gehören nach Waerland auch frühes Zubettgehen, Gymnastik und Trockenbürsten. Das Trockenbürsten soll unter anderem die Durchblutung der Haut anregen, den Blutdruck regulieren und die Infektanfälligkeit verringern. Behandelt wird die Haut dabei mit einer nicht zu harten Bürste und zwar von den Extremitäten ausgehend mit Längsstrichen und Kreisungen. An Armen und Beinen sollte der Druck herzwärts verstärkt und vom Herzen weg ohne Druck zurückgeführt werden.

Unsere Meinung

Bei der Waerland-Kost handelt es sich um eine vorwiegend vegetarische Ernährung, die den Verzehr von Milch und Milchprodukten erlaubt. Positiv ist der hohe Gemüse- und Ballaststoffanteil der Kost zu bewerten. Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl möglich. Allerdings kann die Versorgung mit den Spurenelementen Eisen und  Jod schwierig werden, da Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan fehlen. Bevölkerungsgruppen mit einem besonderen Bedarf, z. B. Kinder und Schwangere, sollten sich deshalb nicht nach Waerland ernähren. Bestimmte Grundsätze und Verhaltensregeln (z. B. Vorstellung der "Übersäuerung") sind jedoch wie bei praktisch allen alternativen Ernährungsformen aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht nachweisbar.
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