Veganer, Vegetarier, Flexitarier – wer isst was?

Veggie, Vegetarisch, Vegan – Begriffe, die im Moment in aller Munde sind. Doch was steckt konkret dahinter? Was bedeutet es, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren? Zunächst einmal ist es ganz einfach: Vegetarier essen im Allgemeinen pflanzliche Lebensmittel, zum Teil Milch, Eier und Honig. Verzichtet wird auf Fleisch, Fisch und alles, was daraus hergestellt ist, z. B. Wurst oder Schinken. Doch so übersichtlich bleibt es nicht, denn die vegetarische Ernährungsweise hat viele Gesichter. Sie haben bestimmt schon einmal von einem Ovo-Lacto-Vegetarier gehört, vielleicht auch von einem Flexitarier oder einem Pescitarier – die Palette ist vielfältig. Damit sieht auch die Auswahl an Lebensmitteln, die am Ende tatsächlich auf dem Teller landen, immer etwas anders aus. Außerdem sind die Beweggründe, sich für eine solche Ernährungsweise zu entscheiden, sehr unterschiedlich. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Formen der vegetarischen Ernährungsweise und zeigen Ihnen die Unterschiede auf. Auch gehen wir der Frage nach, wie gesund denn eigentlich die vegetarische Ernährung ist. Sie erfahren, wohin der Trend sich derzeit entwickelt. Seien Sie gespannt.
  • Veggie-Kost – fleischlos genießen

    Die Idee, sich vegetarisch zu ernähren, ist nicht neu. Schon vor Millionen von Jahren haben sich Menschen fleischlos ernährt, da es damals einfach nicht genug oder kein Fleisch gab. Hinzu kamen religiöse Gründe. So war es wohl der griechische Philosoph Pythagoras, der als erster Europäer mit der asiatischen Religion in Kontakt trat. Der Glaube an die Wiedergeburt verbietet hier das Töten von Tieren als „beseelte“ Lebewesen. Muslime lehnen beispielsweise Schweinefleisch ab und essen nur das Fleisch von geschächteten Tieren, die vollkommen frei von Blut sind. Viele von ihnen essen auch gar kein Fleisch.
    Wenn Sie sich einmal umhören bei Bekannten oder Freunden, die vegetarisch essen, so werden Sie feststellen, wie vielfältig die Gründe sein können, sich fleischlos zu ernähren. Neben den religiösen Hintergründen kommen ethische, ökologische und natürlich auch gesundheitliche Überlegungen dazu.

    Immer mehr Menschen – insbesondere jüngere – leben heute fleischlos. Aktuellen Untersuchungen zufolge hat sich die Zahl der Vegetarier in den letzten sieben Jahren in Deutschland verdoppelt. Immerhin 3,7 % der Bevölkerung ernähren sich vegetarisch. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) geht sogar von einem Anteil von etwa 8 bis 9 % aus.

    Auch die Nestlé Studie beschäftigt sich mit dem Fleischkonsum der Deutschen. Je nach Lebensmittelauswahl und Ernährungsverhalten werden verschiedene Ernährungstypen beschrieben. Wenn Sie wissen möchten, zu welchem Sie gehören, dann lesen Sie hier mehr.

  • Milchprodukte als Teil einer vegetarischen Ernährung

    Vegetarier – mal ovo, mal lacto!?!

    Genau hingeschaut, kann die vegetarische Ernährungsweise ganz unterschiedlich gestaltet sein. Der Vegetarier an sich verzichtet auf Fleisch. Daneben gibt es die Ovo-Lacto-Vegetarier, die auch Milch, Milchprodukte und Eier essen und die Lacto-Vegetarier, die Milch und Milchprodukte verzehren, jedoch Eier ablehnen. Veganer lehnen alle tierischen Produkte ab. Hierzu erfahren Sie in Slide 4 später mehr.

    Weiterhin gibt es die Semi-Vegetarier, die auf rotes Fleisch verzichten, jedoch Geflügel verzehren. Die Pesco-Vegetarier essen Fisch und Meeresfrüchte und die Frutarier (auch Fructarier genannt) essen nur Obst, das natürlicherweise vom Baum oder Strauch fällt. Haben Sie schon einmal von den Pudding-Vegetariern gehört? Dies sind Menschen, die bei einer ansonsten eher unausgewogenen Ernährung einfach Fleisch und Wurst weglassen.

    Ist eine vegetarische Ernährung denn empfehlenswert? Diese Frage lässt sich für gesunde Erwachsene durchaus mit „Ja“ beantworten, wenn sie ausgewogen und abwechslungsreich zusammengestellt ist. Werden jedoch alle tierischen Lebensmittel, also auch Milch und Eier, vom Speiseplan gestrichen, so ist dies für Schwangere und Stillende, Säuglinge oder Kinder nicht zu empfehlen, da bestimmte Nährstoffe, beispielsweise Eisen oder Calcium, nur in zu geringen Mengen aufgenommen werden.

    Haben Sie auch mal wieder Lust auf Gemüsesorten aus „alten Zeiten“, wie Pastinake oder Schwarzwurzel? Der Beitrag „Gemüse aus Großmutters Garten“ gibt Ihnen Anregungen für die Zubereitung.

  • Fleisch auf Salatbett und Gemüse als Teil einer flexitarischen Ernährung

    Flexitarier – flexible Vegetarier

    Die Flexitarier – auch als Teilzeitvegetarier bezeichnet - sind in den letzten Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch. Sie verzichten nicht ganz auf Fleisch, schränken den Verzehr jedoch bewusst ein. Dabei gibt es keine genauen Regeln, wie häufig und in welcher Menge Fleisch verzehrt wird. Statt Quantität steht bei den Flexitariern mehr die Qualität des Fleisches im Vordergrund. Häufig sind es Aspekte der Tierhaltung und des Tierschutzes, die die Menschen dazu bewegen, zeitweise auf Fleisch zu verzichten.

    Interessant sind die Ergebnisse aktueller Umfragen, nach denen insgesamt 60 % aller Deutschen weniger Fleisch essen möchten. Und immerhin knapp 12 % der Deutschen zählen sich bereits zu den Flexitariern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) begrüßt diese Entwicklung, da ihre Empfehlungen lauten, Fleisch in die Ernährung mit einbeziehen, jedoch in Maßen: Es sollten nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch oder Wurst pro Woche sein.

    Möchten Sie auch einmal eine fleischlose Mahlzeit einplanen? Wie wäre es mit gefüllten Paprikaschoten mit Grünkern oder einer vegetarischen Sommer-Bolognese? Sie werden sehen, dass der Genuss dabei nicht zu kurz kommt.

    Die DGE hat Ihre Ernährungsempfehlungen in den 10 Regeln einer vollwertigen Ernährung zusammengefasst. Schauen Sie doch einfach mal rein.

  • Spinat mit Tofu als veganes Gericht

    Flexitarier – flexible Vegetarier

    Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, keine Eier, kein Honig – Veganer streichen alle tierischen Lebensmittel von ihrem Speiseplan. Häufig gehen sie noch weiter: Viele von ihnen tragen keine Kleidung aus Seide oder Wolle oder auch keine Lederschuhe.

    Bislang ernährt sich in Deutschland nur eine sehr kleine Gruppe vegan, nämlich weniger als 0,5 %. Doch das Interesse wird größer. Häufig sind es ethische Gründe, die hier eine Rolle spielen. Dabei darf der Gesundheitsaspekt nicht ganz außer Acht gelassen werden. Denn durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel kommt es häufig zu einem Mangel an verschiedenen Nährstoffen, so z. B. an Vitamin B12, das hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Die Versorgung kann in der Regel nur über Nahrungsergänzungsmittel oder entsprechend angereicherte Produkte sichergestellt werden. Weiterhin kritisch kann die Versorgung mit Calcium sein. Hier müssen Sie als Veganer auf mit Calcium angereicherte Produkte sowie calciumreiche Mineralwässer zurückgreifen.

    Für Säuglinge und Kinder im Wachstum ist die vegane Ernährungsweise ganz und gar nicht empfehlenswert. Hier ist zudem auch die Menge an Eiweiß, Jod oder Eisen, die mit einer veganen Ernährung aufgenommen wird, zu gering.

    Jod ist wichtig für die Gesundheit Ihrer Schilddrüse. Wie Sie sich ausreichend mit diesem Spurenelement versorgen können, lesen Sie hier.

  • Vegetarische Ernährung mit Lebensmitteln wie Soja und Saitan

    Veggie-Food – Soja, Saitan und Co.

    Der Trend hin zu einer fleischlosen Ernährung zeigt sich auch an dem reichhaltigen Lebensmittelsortiment. Sie finden vielfältige „pflanzliche“ Alternativen zu Fleisch, Milch oder Eier. Die Deklaration auf den Produkten ist jedoch nicht immer ganz eindeutig. Hier liegt die Tücke im Detail. Auch wenn zunächst nur pflanzliche Zutaten verwendet wurden, so können Sie nicht erkennen, ob einzelne Zutaten, beispielsweise das Lab beim Käse, tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist. Hier gibt es noch keine gesetzlichen Regelungen. Fragen Sie am besten beim Hersteller direkt nach.

    Welche „pflanzlichen“ Alternativen gibt es? Sie können Fleisch durch Tofuprodukte, die aus Sojamilch hergestellt werden, ersetzen. Texturierte Sojaprodukte kommen dabei durch ihre Struktur dem Fleisch noch näher. Auch Seitan-Produkte aus Weizeneiweiß werden angeboten. An Stelle von Kuhmilch bieten sich Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks an. Eier werden in vielen Rezepturen durch Sojamehl oder Seidentofu, einem frischen Tofu mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, ausgetauscht. Probieren Sie einmal unsere vegetarischen Produkte, ob Frikadellen, Schnitzel oder Klößchen. Auch eine vegetarische Pizza bereichert den fleischlosen Speiseplan.

    Wenn Sie wissen möchten, welche Produkte von Nestlé vegan oder ovo-lacto-vegetarisch sind, so schauen Sie in unsere Produktinformationen. Alle Lebensmittel sind hier entsprechend gekennzeichnet.

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Quellen zum Artikel

  1. Leitzmann, C; Keller, M, Hahn, A: Alternative Ernährungsformen. Hippokrates Verlag, 2005. http://www.eufic.org/page/de/page/FAQ/faqid/vegetarische-diaten-fleischbasis/
  2. DGE: Flexitarier – die flexiblen Vegetarier. DGE-info 2013. http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1332
  3. DGE: Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Ausgabe 2013. http://www.dge.de/pdf/10-Regeln-der-DGE.pdf
  4. DGE: Kinder vegetarisch ernähren – ja oder nein? DGE-Presse 02/2011 http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1150
  5. DGE: Vegane Ernährung: Nährstoffversorgung und Gesundheitsrisiken im Säuglings- und Kindesalter. DGE-info 04/2011 https://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1130
  6. Cordts, A. et al.: Fleischkonsum in Deutschland: Zahl der Vegetarier verdoppelt sich / genereller Trend zu weniger Fleisch. Fleisch-Wirtschaft 07/2013. https://www.uni-hohenheim.de/uploads/media/Artikel_FleischWirtschaft_07_2013.pdf
  7. AID: Vegetarismus: Wie ernähren sich Vegetarier?http://www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen_vegetarismus.php
  8. AID: Vegane Lebensmittel. http://www.aid.de/verbraucher/trends_vegane_lebensmittel.php
  9. AID: Vegane Ernährung: Bedarfsdeckung nur mit Vitaminergänzung. http://www.aid.de/presse/aktuell.php?mode=beitrag&id=6021
  10. Ballhöfer, M.: Vegetarismus Teil 1. Ernährungs-Umschau 3 (2012) B9-B12. http://www.ernaehrungs-umschau.de/media/pdf/pdf_2012/03_12/EU03_2012_B09_B12.qxd.pdf
  11. Ballhöfer, M.: Vegetarismus Teil 2. Ernährungs-Umschau 4 (2012) B12-B16. http://www.ernaehrungs-umschau.de/media/pdf/pdf_2012/04_12/EU04_2012_B13_B16.qxd.pdf
  12. Vegetarierbund Deutschland e.V.: Leichter leben mit dem V-Label. https://www.vebu.de/v-label
  13. AID: Lücken bei der Kennzeichnung: Wann ist ein Lebensmittel wirklich vegan? NL 19. März 2014. http://www.aid.de/presse/aktuell.php?mode=beitrag&id=6906
  14. Keller, M; Leitzmann, C.: Vegetarische Ernährung. http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/8117/pdf/SdF-2011-01_20-30.pdf
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