Rohkost

Rohkost – natürlich und gesund?

Die Rohkost-Ernährung existiert in unterschiedlichen Formen. Sie reicht von ausschließlich bis überwiegend unerhitzten, pflanzlichen Lebensmitteln bis hin zur Rohkost mit Eiern, Milch- oder Fleischanteil. Allen Varianten gemein ist der Anspruch an eine möglichst große Naturbelassenheit der Nahrung. Vertreter der Rohkost-Ernährung glauben an die Rohkost als natürlichste und gesündeste Kostform des Menschen.

Bestandteile der Rohkost-Ernährung

Zur Rohkost-Ernährung gehören weitgehend oder ausschließlich unerhitzte pflanzliche, teilweise auch tierische, Lebensmittel. Darunter fallen frisches und getrocknetes Obst, Gemüse, Salat, frisches unerhitztes Getreide, kaltgeschleuderter Honig und kaltgepresste Öle, Nüsse und Samen. Auch Kaltgeräuchertes, Trockenfleisch und -fisch sowie essig- und milchsauer eingelegte Gemüse können Bestandteil sein. In einigen Ausprägungen der Rohkost-Ernährung sind auch frische unerhitzte Milch, rohes Fleisch, rohe Eier und roher Fisch erlaubt.

Unerhitzte Kost aus Gesundheitsgründen

Von den Verfechtern der Rohkost wird eine überwiegend unerhitzte Kost aus Gesundheitsgründen empfohlen. Erhitzen sei ein unnatürlicher Vorgang, der die Krankheitsentstehung fördere, so die verbreitete Meinung. Gekochte Nahrung fördere die Übersäuerung des Körpers, da die basischen Mineralsalze durch das Kochen verloren gingen.


Einige Rohköstler empfehlen, die Ernährung an drei unterschiedlichen Tagesphasen auszurichten:

  • Ausscheidungsphase, 4-12 Uhr: In dieser Phase soll nur wenig feste Nahrung, aber viel Flüssigkeit aufgenommen werden.
  • Aufnahmephase, 12-20 Uhr: Zu dieser Zeit könne die Nahrung am besten verdaut werden.
  • Speicherungs- bzw. Ausnutzungsphase, 20-4 Uhr: In der Ausnutzungsphase finde die Aufnahme von Nährstoffen im Körper statt und die Anhäufung von „Schlackenstoffen“ sei am größten.

Oft wird zusätzlich von den Rohkost-Vertretern empfohlen, nichts zu trinken. Manche empfehlen als Getränk lediglich destilliertes Wasser, um zu vermeiden, dass sich die in normalem Wasser enthaltenen anorganischen Mineralstoffe im Körper ablagern.

Bewertung der Rohkost-Ernährung

Wegen der vielen verschiedenen Rohkostvarianten ist eine einheitliche Bewertung schlecht möglich. Grundsätzlich ist unerhitzte Kost jedoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Einige Nahrungsmittel werden erst durch Erhitzen für den Menschen genieß- und verwertbar. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, die in rohem Zustand das Gift „Phasin“ enthalten. Rohe Kartoffelstärke ist schlecht verdaulich und Betacarotin, die Vorstufe von Vitamin A, kann der Körper aus rohem Gemüse schlechter aufnehmen als aus gegartem. Rohes Fleisch, Fisch oder Eier  sind aus hygienischen Gründen problematisch. Sie können beispielsweise mit Salmonellen belastet sein.


Die Empfehlung überwiegend oder ausschließlich destilliertes Wasser zu trinken, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Destilliertes Wasser ist sogar schädlich. Es entzieht den Körperzellen wichtige Mineralstoffe, z. B. Natrium und Kalium und kann so auf Dauer den Elektrolythaushalt des Körpers durcheinander bringen.


Ernährungsexperten empfehlen täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken, wie z. B. Mineralwasser, Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetee, um gesund zu bleiben.

Unsere Meinung

Rohkost ist kalorienarm und damit gut für die Figur. Sie liefert reichlich verdauungsfördernde  Ballaststoffe sowie lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe. Wird auf bestimmte Lebensmittelgruppen komplett verzichtet, kann es zum Nährstoffmangel kommen. So ist die Versorgung mit den Mineralstoffen Eisen, Jod und Calcium schwierig, wenn Fleisch, Fisch und Milch auf dem Speiseplan fehlen. Vor allem Schwangere, Stillende, Kinder und Senioren sind gefährdet. Auch sind bestimmte Grundsätze und Verhaltensregeln, z. B. die Ausrichtung der Ernährung an Tagesphasen oder eine "Übersäuerung" des Körpers durch gekochte Nahrung, wissenschaftlich völlig unbegründet.
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