Themendienst 03-2018

Ernährung in der Schwangerschaft – für einen guten Start ins Leben

Ernährung in der Schwangerschaft

Mutter zu werden ist ein unvergleichliches Ereignis und ein Wunder der Natur. Der weibliche Körper stellt sich langsam auf das Leben zu zweit ein. „Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich dabei bereits vor und besonders während der Schwangerschaft positiv auf die Mutter und das ungeborene Kind aus. Die frühkindliche Versorgung mit wichtigen Nährstoffen ist prägend für die optimale Entwicklung sowie die spätere Gesundheit des Babys“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Ernährungsfahrplan in der Schwangerschaft

Der Kalorienbedarf steigt im Verlauf der Schwangerschaft nur leicht an, weshalb in den ersten Schwangerschaftsmonaten kein Mehrbedarf an Energie besteht. Erst in den letzten Monaten der Schwangerschaft werden rund 250 Kilokalorien mehr am Tag benötigt. Dies entspricht beispielsweise zwei Bananen (300 Gramm = 282 Kilokalorien) oder 200 Gramm Pellkartoffeln mit 100 Gramm Kräuterquark mit 20 Prozent Fett (= 250 Kilokalorien). Im Gegensatz dazu nimmt der Bedarf an einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen sowie an Eiweiß während der Schwangerschaft zu. Deshalb sollten Schwangere besonders auf die Qualität ihrer Ernährung achten und müssen entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht „für Zwei“ essen. „Durch eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung gemäß der Ernährungspyramide ist es möglich, den Mehrbedarf bis auf wenige Ausnahmen wie Folsäure und Jod zu decken, ohne wesentlich mehr Energie aufnehmen zu müssen“, erklärt Dr. Annette Neubert. „Eine Gewichtszunahme von 10 bis 16 Kilogramm für normalgewichtige Frauen ist in der Schwangerschaft normal. Diäten sind in dieser Zeit auf keinen Fall zu empfehlen, damit eine ausreichende Nährstoffzufuhr nicht gefährdet wird.“

Eiweiß: Baustoff für die Körperzellen

Eiweiß ist als wichtiger Grundbaustoff der Zellen unter anderem für den Aufbau der Knochen, des Bindegewebes, der Muskeln und der roten Blutkörperchen essentiell. Damit dem ungeborenen Baby bedarfsgerechte Mengen an Eiweiß zur Verfügung stehen, ist es wichtig, dass die Mutter ausreichend Eiweiß über die Ernährung aufnimmt. Ab dem zweiten Trimester, also dem vierten Monat der Schwangerschaft, sind rund sieben Gramm Eiweiß am Tag zusätzlich als Baustoff für den Organismus des heranwachsenden Kindes nötig, ab dem dritten Trimester, also dem siebten Monat, sogar 21 Gramm pro Tag. Daher gehören tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch auf den Speiseplan werdender Mütter. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Getreide und Kartoffeln sind wertvolle Eiweißlieferanten. Besonders Kombinationen von tierischem und pflanzlichem Eiweiß, beispielsweise Kartoffeln mit Ei oder Getreideprodukte mit Milch, sind äußerst hochwertig. Vorsicht: Manche Fischarten können allerdings recht viel Quecksilber enthalten, weshalb Schwangere zum Beispiel keine größeren Mengen an Rotbarsch, Steinbeißer, Heilbutt, Schwertfisch oder Thunfisch verzehren sollten. Um dennoch ausreichend mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren versorgt zu sein, können die Fettsäuren alternativ in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Wichtige Nährstoffe für das ungeborene Kind

„Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen während der Schwangerschaft ist unter anderem für die Vitamine B6, B12, Folsäure und Vitamin A sowie die Mineralstoffe Eisen und Jod erhöht“, erläutert Dr. Annette Neubert. „Eine gezielte Ergänzung mit bestimmten Nährstoffen, zusätzlich zu einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung, kann sinnvoll sein, um den Mehrbedarf an diesen Vitaminen und Mineralstoffen zu decken.“

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Funktionen und das Vorkommen in Lebensmitteln wichtiger Vitamine und Mineralstoffe sowie Eiweiß.

Nährstoff

Mehrbedarf

Wichtig für

Vorkommen

Folsäure

+ 83 %*

Beitrag zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft, Immunsystem

Spinat, Grünkohl, Hülsenfrüchte

Vitamin B12

+ 17 %

Blutbildung, Zellteilung, Nervensystem

Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte

Vitamin B6

+ 58 %***

Blutbildung, Eiweißstoffwechsel

Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte, Grünkohl, Broccoli

Vitamin A bzw. Carotinoide (pflanzliches Provitamin A)

+ 37 %***

Sehfunktion, Haut, Eisenstoffwechsel

Aprikosen, Mango, Papaya, Möhren, Paprika, Feldsalat

Eisen

+ 100 %

Blutbildung, Immunsystem, Zellteilung

Mageres Fleisch und Fleischprodukte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fenchel, Mangold

Jod

15 %**

Bildung von Schilddrüsenhormonen, geistige Entwicklung, Energiestoffwechsel

Seefisch, Meeresfrüchte, jodiertes Speisesalz, Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt werden

Eiweiß

+ 15 %***

Aufbau und Erhalt von Muskelmasse und Knochen

Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte

Quelle: DACH-Referenzwerte (2018)


*Experten empfehlen eine zusätzliche Aufnahme von 400 Mikrogramm (µg) Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, um Neuralrohrdefekten (offener Rücken) vorzubeugen. Diese Empfehlung gilt auch schon vor der Schwangerschaft bei Frauen mit Kinderwunsch

 

**Die DGE empfiehlt neben der Einnahme von Folat- bzw. Folsäuresupplementen auch eine zusätzliche Aufnahme von Jod. Dabei sollten gesunde Schwangere von Beginn an täglich 100 bis 150 Mikrogramm Jodid supplementieren.

 

***ab dem 4. Monat der Schwangerschaft.


Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

Auf einige Lebensmittel und Erzeugnisse sollten Schwangere verzichten, da sie Krankheitserreger enthalten können, die der werdenden Mutter und dem ungeborenen Kind schaden:

  • rohes oder nur halb durchgegartes Fleisch
  • Rohwürste (wie Mettwurst oder Teewurst)
  • roher Fisch (wie Hering, Matjes oder Sushi)
  • rohe Eier (wie in Mousse au chocolat)
  • Rohmilch
  • Rohmilchprodukte (wie Camembert, Gorgonzola oder Feta)

Weitere Informationen und Serviceangebote zum Thema Ernährung unter http://ernaehrungsstudio.nestle.de und https://www.babyservice.de

Hefeflocken: So würzig kann vegan sein

Hefeflocken: So würzig kann vegan sein

Besonders in der veganen Küche sind Hefeflocken beliebt. Sie kommen unter anderem als Topping, in Aufstrichen oder Soßen zum Einsatz. Hergestellt werden die Flocken aus der gleichen Hefe, die auch beim Kuchenbacken verwendet wird. „Hefen gehören zu den Pilzen und benötigen für ihr Wachstum Zucker und Wärme. Sie werden beispielsweise auf Reis oder Melasse kultiviert. Um die Hefeflocken zu gewinnen, wird eine sogenannte Hefecreme hergestellt, getrocknet, gewalzt und anschließend grob gemahlen“, erklärt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Ihr Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung

Da nur kleine Mengen der Flocken eingesetzt werden, leisten sie hinsichtlich der Zufuhr an Kalorien und zum Beispiel Kohlenhydraten keinen erheblichen Beitrag. Dennoch weist getrocknete Hefe mit etwa 50 Gramm pro 100 Gramm einen relativ hohen Eiweißgehalt auf. Des Weiteren enthalten Hefeflocken Vitamine wie B1, B2, B6, Pantothen- und Folsäure. Sie sind zudem von Natur aus vegan, natriumarm, gluten- sowie laktosefrei. „Hefeflocken werden idealerweise roh verzehrt, sodass die enthaltenen Nährstoffe nicht verloren gehen. Deshalb sollten erst fertige Gerichte damit gewürzt werden“, sagt Dr. Annette Neubert. „Zwischen konventionellen Produkten und Biovarianten gibt es keinen Unterschied hinsichtlich der Inhaltsstoffe, jedoch bei der Herstellung. Im Gegensatz zur konventionellen Produktion dürfen bei der Biovariante keine Hilfsstoffe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen eingesetzt werden.“

Was haben Glutamat und Hefeextrakt mit Hefeflocken zu tun?

Ihren würzigen Geschmack erhalten die Flocken durch ihre Proteinbestandteile. Einer dieser Bestandteile ist Glutamat, das Salz der Aminosäure Glutaminsäure. Glutamat kommt in natürlicher Form als Glutaminsäure in vielen Lebensmitteln wie Parmesankäse, Tomaten oder Pilzen vor. Es wird aber auch als Zusatzstoff verwendet und mit einer E-Nummer gekennzeichnet. „Aufgrund von vermeintlich negativen gesundheitlichen Auswirkungen steht Glutamat häufig in der Kritik. Jedoch wurde dies nie eindeutig bewiesen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind selbst bei sehr hohen Verzehrmengen keine Beeinträchtigungen der Nervenfunktion zu erwarten. Dem Verzehr üblicher Mengen steht daher nichts entgegen“, erläutert Dr. Annette Neubert. Hefeextrakt wird im Gegensatz zu Hefeflocken durch ein anderes Verfahren gewonnen. Hierbei werden die Hefezellen aufgelöst und deren Inhaltsstoffe konzentriert. Auch hier ist Glutamat ein natürlicher Bestandteil und wird in Produkten häufig als Geschmacksträger und damit als Alternative für den Zusatzstoff Glutamat verwendet.

Wofür eignen sich Hefeflocken?

Hefeflocken erinnern geschmacklich sehr an Käse, weshalb viele Veganer sie als würzige Alternative schätzen. Auch für Menschen, die gelegentlich auf tierische Produkte verzichten möchten, sind die Flocken ein Ersatz mit kräftigem Geschmack. So werden Hefeflocken für vegane Gerichte, wie Pasta mit „veganem Parmesan“, genutzt. Sie eignen sich aber auch, um Soßen oder Suppen zu binden. Ebenso geben die Flocken Aufstrichen eine würzige Note. Hefeflocken sind vielseitig einsetzbar, wobei der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Allerdings sollten die Hefeflocken erst nach dem Kochen hinzugegeben werden, damit die Nährstoffe möglichst erhalten bleiben.

 

In vielen Supermärkten gehören Hefeflocken noch nicht zum Standardsortiment. Sie werden unter anderem in Reformhäusern, in breit aufgestellten Supermärkten oder im Drogeriemarkt mit Lebensmittelabteilung angeboten.

 

Rezeptidee für veganes Risotto mit Fenchel

(Zutaten für vier Portionen)

  • 100 g Risottoreis
  • 1/2 Fenchelknolle
  • 1/2 Zwiebel
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 75 ml Weißwein, vegan
  • 0,35 Liter Gemüsebrühe
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 EL Kapern
  • 1 TL weißes Mandelmus
  • 1/2 EL Hefeflocken
  • 1/2 Handvoll Basilikum
  • Pfeffer
  • Salz 
  1. Zwiebel und Fenchel in kleine Stücke schneiden, Grün der Fenchelknolle aufheben.
  2. Zwiebel und Fenchel mit etwas Olivenöl anbraten, Risottoreis dazugeben und mit anbraten, bis er glasig ist. Alles mit Weißwein ablöschen und den Knoblauch dazugeben. 
  3. Eine kleine Portion Gemüsebrühe zum Reis schütten und diese einkochen lassen, dabei immer wieder umrühren.
  4. Nach Verwendung der Hälfte der Brühe Kapern hinzufügen.
  5. Unter stetem Rühren weiter Brühe hinzufügen, bis keine mehr übrig ist.
  6. Gegen Ende der Garzeit alles mit Mandelmus, Hefeflocken, Zitronenabrieb und -saft sowie Fenchelgrün, Basilikum, Salz und Pfeffer abschmecken.

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Erfolgreich im Sport durch die richtige Ernährung!

Erfolgreich im Sport durch die richtige Ernährung!

Profisportler wissen längst: Mit der richtigen Ernährung können sie die Erfolgslatte noch ein Stück höher legen. Aber auch immer mehr Freizeitsportler beherzigen das. „Wer sportlich erfolgreich sein möchte, der braucht neben viel Training die richtige Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Ausreichend Energie für die Leistungsfähigkeit

Damit Muskeln richtig arbeiten können, brauchen sie Energie. Diese bekommen sie durch die Nahrung in Form von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. Nicht verbrauchte Energie speichert der Körper als Fettdepots oder als Glykogen, den Kohlenhydratreserven in Leber und Muskeln. Dabei sind Kohlenhydrate die effektivste Energiequelle beim Sport. Ohne ausreichende Kohlenhydrat- beziehungsweise Glykogenreserven macht der Körper schnell schlapp. Leere Glykogenspeicher können mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln rasch wieder aufgefüllt werden. Hierfür bieten sich komplexe, fettarme Kohlenhydratlieferanten wie Vollkornnudeln, Vollkornbrot oder Cerealien mit hohem Vollkornanteil an. Optimal sind gut gefüllte Energiespeicher aus Kohlenhydraten und nur kleine Energiespeicher aus Fett. „Eiweiß dient nicht nur als Energiequelle. Es wird auch für das Muskelwachstum sowie deren Regeneration benötigt“, erläutert Dr. Annette Neubert. „Allerdings benötigen Freizeitsportler nicht mehr Eiweiß als Sportmuffel. Durch eine ausgewogene Ernährung, bei der unter anderem Milch und Milchprodukte als gute Eiweißquellen auf dem täglichen Speiseplan stehen, sind Freizeitsportler gut versorgt.“

Kohlenhydrate für volle Speicher

Vor einem Wettkampf beziehungsweise sportlichem Ereignis können die Glykogenvorräte mit der passenden Ernährung noch mal aufgefüllt werden. Viele Sportler schwören auf Pasta und Gemüse als letzte größere Mahlzeit. „Nudeln aus 100 Prozent Hartweizengrieß sind eine gute Kohlenhydratquelle und daher für die Pastamahlzeit besonders zu empfehlen. Gemüse ist fettarm und reich an Vitaminen und Mineralstoffen und ergänzt die Nudeln als Sportlermahlzeit optimal“, so Dr. Annette Neubert.

Auftanken während der sportlichen Belastung

Auch wenn die Glykogenspeicher beim Start gut gefüllt sind, müssen je nach Dauer und Belastungsintensität irgendwann die Energiereserven aufgetankt werden. Dazu eigenen sich Lebensmittel mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten, wie zum Beispiel eine halbe Banane. Dies hilft dabei, etwas länger ein hohes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, da die Muskeln weiterhin mit Energie versorgt werden.

Richtig trinken im Alltag und beim Sport

Täglich sollten mindestens 1,5 bis 2 Liter getrunken werden. Für Freizeitsportler ist in fast jeder Situation Mineralwasser das ideale Getränk. Denn es liefert Flüssigkeit und Mineralstoffe. Während langandauernden Belastungen kann bereits durch das Trinken Energie zugeführt werden. Dazu eignen sich selbstgemixte Saftschorlen, im Verhältnis drei Teile Wasser und ein Teil Saft, oder Sportgetränke, die leicht verdauliche Kohlenhydrate sowie Mineralstoffe enthalten. Dies spart Zeit und belastet den Magen nicht.


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Gesund, ausgewogen und lecker – Ernährung im Familienalltag

Gesund, ausgewogen und lecker – Ernährung im Familienalltag

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt nicht nur dazu bei, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Sie unterstützt ein gesundes Wachstum, stärkt das Immunsystem und steigert die allgemeine Leistungsfähigkeit. „Die Grundlagen für unsere spätere Entwicklung erhalten wir bereits vor der Geburt. Aber nicht nur während der Schwangerschaft ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Auch im weiteren Lebenslauf hat sie positive Auswirkungen auf die Gesundheit und beeinflusst zum Beispiel die Lern- und Arbeitsfähigkeit in der Schule und im Beruf“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Ein guter Start ins Leben

Schon in der Schwangerschaft wird der Grundstein für die gesunde Entwicklung des Kindes gelegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf eine bedarfsgerechte Ernährung zu achten. In den ersten sechs Lebensmonaten sollte das Kind ausschließlich gestillt werden. Nach ungefähr sechs Monaten beginnt dann langsam die stufenweise Einführung von fester Nahrung. Bei Unsicherheiten können Eltern sich an ihren Kinderarzt oder eine Ernährungsfachkraft wenden und spezielle Beikost- beziehungsweise Ernährungspläne sowie Broschüren nutzen, um die Abfolge und Lebensmittelauswahl richtig zu planen. „Wichtig ist es, dass die Auswahl und Konsistenz der Nahrung dem Entwicklungsstand des Babys entsprechen. Zu Beginn wird pürierte Nahrung gefüttert und nach einiger Zeit, während das Kind das Kauen lernt, kommen kleine, weiche Stückchen hinzu. Wenn dem Kind dabei eine große Auswahl an nährstoffreicher und altersgerechter Nahrung angeboten wird, gewöhnt es sich zudem an unterschiedliche Geschmäcker und Aromen“, erklärt Dr. Annette Neubert. Dabei werden neue Lebensmittel schrittweise und mit einigen Tagen Abstand in den Speiseplan integriert. Nährstoffangereicherte Getreidebreie können dabei helfen, den Vitamin- und Mineralstoffbedarf des Kindes zu decken.

Kinder in die Küche!

Wer Kinder hat, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Lebensmittelauswahl auf viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, wenig Zucker, Fett und Salz sowie ungesüßte Getränke achten. Kleinkinder müssen ein ihnen unbekanntes Gemüse bis zu zehnmal probieren, bevor sie sich an den Geschmack gewöhnen. Ungeliebtes Gemüse lässt sich zum Beispiel ins Lieblingsessen integrieren. Obst und Gemüse in lustigen Figuren eignen sich hervorragend für die Kleinen, denn auch das Kinderauge isst mit. Die gemeinsame Zubereitung von Mahlzeiten und das gemeinsame Essen eignen sich nicht nur zum Austausch innerhalb der Familie, sondern bringen den Kindern auf spielerische Art den bewussten Umgang mit Lebensmitteln sowie eine gesunde Ernährung näher. Ebenso schulen das gemeinsame Einkaufen sowie das Planen der Mahlzeiten, eine ausgewogene Lebensmittelauswahl zu treffen.

Ernährung in der Pubertät

Während der Pubertät ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig, kann aber zu einer echten Herausforderung werden. Denn in dieser Lebensphase legen Teenager großen Wert auf ihre eigenen Vorlieben. Die ausgewogene Kost sollte daher besonders appetitanregend, zum Beispiel in Form von Smoothies, Vollkorn-Wraps, Suppen oder Sandwiches, gestaltet werden. Snacks und Süßigkeiten müssen nicht immer kalorienreich sein. Selbstgemachte kalorienarme Varianten sind tolle Alternativen. Jedoch bestimmen auch emotionale Herausforderungen die Pubertät. Das kann dazu führen, dass die Kinder zu viel essen, Mahlzeiten auslassen oder eine Diät beginnen. Daher empfiehlt es sich für Eltern, das Ernährungsverhalten ihres Kindes zu beobachten. Wenn es über einen längeren Zeitraum zu extrem erscheint, sollten Eltern, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe, das Gespräch mit ihrem Kind suchen.

Die mittleren Jahre – bewusst genießen

In den mittleren Lebensjahren verändert sich der Stoffwechsel. Der Kalorienverbrauch sinkt, aber die Essgewohnheiten ändern sich häufig nicht. Das Essen bewusst zu genießen, sich Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen und auf das Sättigungsgefühl zu achten, hilft dabei, die Essgewohnheiten positiv zu beeinflussen sowie den Energiebedarf nicht zu überschreiten. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie einen mäßigen Alkoholkonsum geachtet werden.

Mit zunehmendem Alter klüger essen

Ein verändertes Geschmacksempfinden, Zahnprobleme, Medikamente oder Krankheiten sind häufige Ursachen für einen Appetitverlust im höheren Alter. Trotz eines verringerten Energiebedarfs ist eine ausgewogene Ernährung dennoch von zentraler Bedeutung, um ausreichend Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen. Ein reichlicher Verzehr von Obst und Gemüse ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Wenn Lebensmittel nur noch selten eingekauft werden können, ist es ratsam, einen Vorrat in der Gefriertruhe anzulegen. Ebenso ist es wichtig, aufgrund des mit dem Alter abnehmenden Durstempfindens auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. „Wenn ein Gewichtsverlust zur gesundheitlichen Beeinträchtigung führt, ist es sinnvoll, über Nahrungsergänzungsmittel oder Mahlzeitenersatz nachzudenken. Damit können bei Bedarf Lücken in der Nährstoff-, Kalorien- und Eiweißzufuhr gefüllt werden“, erläutert Dr. Annette Neubert. Für individuelle, bedarfsgerechte Ernährungsstrategien im höheren Alter empfiehlt es sich, einen Ernährungsberater oder einen Arzt aufzusuchen.


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Leserfrage: Verbrennen Fatburner wirklich Fett?


Leserfrage: Sind Kohlenhydrate wirklich so schlecht?

Leserfrage: Verbrennen Fatburner wirklich Fett?

Frage von Barbara K. aus Heidelberg an Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio:

Viele in meinem Freundeskreis schwören auf natürliche Fatburner. Aber verbrennen Fatburner wirklich Fett? 

Zu den sogenannten Fatburnern zählen Hormone, Enzyme und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln wie Mineralstoffe oder Vitamine. Diesen Stoffen wird nachgesagt, die Fettverbrennung zu fördern, wenn sie zusätzlich zur normalen Ernährung, beispielsweise als Nahrungsergänzungsmittel, aufgenommen werden. Der wissenschaftliche Nachweis für ihre Wirkung fehlt in den meisten Fällen. Zwar können die Stoffe die Fettverbrennung bisweilen aufrechterhalten, eine höhere Dosis steigert sie allerdings nicht. Ebenso gibt es keinen Nachweis, dass die Einnahme der vermeintlichen Fatburner Diäten unterstützt oder zur Gewichtsabnahme beiträgt. Besonders häufig werden L-Carnitin, Jod, Calcium oder Enzyme wie Bromelain oder Papain als Fatburner empfohlen. Das L-Carnitin wird unter anderem benötigt, um aus Fettsäuren Energie zu gewinnen. Allerdings bildet der Körper selbst L-Carnitin aus den Eiweißbausteinen Methionin und Lysin und macht eine zusätzliche Zufuhr überflüssig. Das Spurenelement Jod ist ein zentraler Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Diese beeinflussen unter anderem den Energieumsatz. Bei einer gesunden Schilddrüse führt mehr Jod jedoch zu keiner vermehrten Bildung von Schilddrüsenhormonen. Auch Calcium ist wichtig für die Funktion des Energiestoffwechsels. Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei einer erhöhten Calciumaufnahme das Körpergewicht geringer ist. Eine systematische Untersuchung konnte das allerdings nicht bestätigen. Enzyme wie Bromelain aus der Ananas oder Papain aus der Papaya sollen die Fettverbrennung ankurbeln. Für diese Stoffe konnten ebenfalls keine Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel oder das Körpergewicht nachgewiesen werden. Neben natürlichen Fatburnern gibt es eine Vielzahl an Pillen und Pulvern, die zur schlanken Linie verhelfen sollen. Auch hier fehlt größtenteils der wissenschaftliche Nachweis für ihre Wirksamkeit. Um Körperfett und das Körpergewicht zu reduzieren, sollte eine ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung angestrebt werden. Denn nur ein Energiedefizit ermöglicht eine Gewichtsabnahme. Zudem ist und bleibt Sport der natürlichste Fatburner, da Bewegung den Muskelaufbau, die Fettverbrennung und den Energieverbrauch steigert.


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Fotos

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