Themendienst 2-2015

Zöliakie und einheimische Sprue: warum Gluten einigen Menschen das Leben schwer macht


Bei einer Zöliakie reagiert der Körper überempfindlich auf Gluten. Das Getreideeiweiß, wie es beispielsweise in Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste enthalten ist, reizt die Zellen im Dünndarm. „Tritt diese Erkrankung im Erwachsenenalter auf, wurde sie früher als einheimische Sprue bezeichnet. Heute spricht man bei Kindern sowie Erwachsenen einheitlich von Zöliakie“, erklärt Dr. Elke Arms anlässlich des Welt-Zöliakie-Tages am 16. Mai. Die Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio ergänzt, dass bei Kindern häufiger Mädchen als Jungen erkranken. Bei Erwachsenen ist das Verhältnis ausgeglichen.

Reaktionen im Darm

Bei einer Zöliakie reagiert der Darm und verändert sich: Gluten schädigt die Dünndarmschleimhaut vermutlich durch eine Art allergische Reaktion. „Die Dünndarmzotten bilden sich zurück beziehungsweise werden abgebaut. Diese Darmausstülpungen sind jedoch wichtig, damit der Körper effizient Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen kann. Die Unverträglichkeit auf Gluten bleibt lebenslang bestehen“, erklärt Dr. Elke Arms. Warum das Getreideeiweiß den Körper schädigt, ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass die Krankheit im Erbgut verankert ist.

Zöliakie erkennen

Auch wenn eine ärztliche Diagnose nötig ist, um eine Zöliakie eindeutig zu erkennen, gibt es Anzeichen, die auf eine Erkrankung hinweisen: Von Zöliakie betroffene Babys und Kleinkinder sind meist leichter als ihre Altersgenossen. Trotz geringem Körpergewicht ist der Bauch aufgebläht, die Windel ist oft mit Stuhl gefüllt, und die Kleinen erbrechen nach der Nahrungsaufnahme. Typisch für die Zöliakie ist, dass sie sich unterschiedlich rasch entwickelt: Bei manchen Säuglingen sind wenige Wochen nach dem ersten Getreidebrei bereits Anzeichen zu bemerken, andere Kinder reagieren erst Jahre später. Weitere Symptome, vor allem bei Erwachsenen, sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder auch fettiger Durchfall. „Zusätzlich verschlechtert sich häufig das Befinden durch den Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen. Der Körper nimmt sie aufgrund der geschädigten Darmschleimhaut schlechter oder gar nicht auf. Dazu zählen Eisen, Folsäure, Calcium, Vitamin D oder Vitamin K“, erklärt Dr. Elke Arms. Weitere Symptome wie trockene, spröde Haut oder Blutarmut durch Eisenmangel sind die Folgen. Auch kann eine Unverträglichkeit für Milchzucker (Lactose) hinzukommen. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich. Manchmal sind die Symptome unspezifisch, weshalb Betroffene nicht sofort an eine Zöliakie denken.

Mit einer Zöliakie leben

Bei der Diagnose von Zöliakie ist eine Antikörperbestimmung hilfreich. Der Arzt setzt sie vor allem für die Erstdiagnose bei Verdacht auf Zöliakie ein. Um die Erkrankung zu bestätigen, muss die Erstdiagnose in jedem Fall durch eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm mit Hilfe einer Dünndarmbiopsie gesichert werden. „Steht die ärztliche Diagnose fest, streichen Betroffene glutenhaltige Lebensmittel von ihrem Speiseplan. Die Darmzotten bauen sich dadurch wieder auf. Allerdings bewirken bereits kleinste Mengen Gluten einen Rückfall“, so Dr. Elke Arms. Patienten besprechen die Details der Therapie mit ihrem Arzt, da sie an den jeweiligen Einzelfall angepasst wird. Allgemein gilt Vorsicht bei Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste sowie daraus hergestellten Produkten wie Brot und Nudeln.


„Glutenfreie Getreidearten wie Mais, Hirse, Buchweizen und Reis vertragen Zöliakie-Patienten gut. Auch auf Hafer und die daraus hergestellten Produkte braucht man bei einer glutenfreien Diät nicht zu verzichten, wenn keine Beschwerden oder Symptome beim Verzehr auftreten“, rät die Ernährungswissenschaftlerin des Nestlé Ernährungsstudios. Gemüse, Kartoffeln, Obst, Fleisch, Fisch und Ei sind uneingeschränkt geeignet. An Milch oder Milchprodukte tasten sich Betroffene heran und prüfen, ob sie diese vertragen. „Bei verarbeiteten Lebensmitteln behalten Patienten unbedingt die Zutatenliste im Blick. Hersteller bieten auf Nachfrage häufig Informationen an, welche Produkte sie ohne Gluten produzieren“, so Dr. Elke Arms. Für glutenempfindliche Menschen gibt es zusätzlich im Handel diätetische Lebensmittel, die „glutenfrei“ hergestellt werden. Sie sind an einer durchgestrichenen Weizenähre oder am Aufdruck "glutenfrei" erkennbar.

Weizenallergie und Glutensensitivität

Neben der Zöliakie kann eine Unverträglichkeit, die sich gegenüber Weizen und anderen Getreidesorten zeigt, noch weitere Ursachen haben. Eine Weizenallergie liegt dann vor, wenn das Immunsystem auf Weizeneiweiße wie Weizen-Albumin oder -Globulin reagiert. Auch in diesem Fall dürfen Weizenprodukte, normalerweise auch Dinkel, Grünkern und andere verwandte Getreidesorten nicht verzehrt werden. Eine weitere Form der Glutensensitivität ist die Weizensensitivität. Bei dieser Erkrankung reagiert der Körper auf den natürlichen Insektenabwehrstoff Amylase-Trypsin-Inhibitor, der in widerstandsfähigen Weizenarten enthalten ist. Die Weizensensitivität ist weder eine allergische Reaktion noch zerstört sie die Darmschleimhaut. Es handelt sich um eine Antwort des angeborenen Immunsystems, welche vorhandene Entzündungen beispielsweise von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen verstärkt und beschleunigt.


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Erdbeeren – Inhaltsstoffe, die gut tun

Seit 150 Jahren werden Erdbeeren in Deutschland angebaut und von Ende April bis Mitte Juli verkauft. Die prallen, roten, saftigen Beeren sind hierzulande neben Äpfeln das beliebteste Obst. Rund 53.500 Tonnen werden in Deutschland jährlich verspeist. „Weltweit gibt es ein breites Sortiment von tausend Sorten mit individueller Geschmacks-, Farb- und Größenvielfalt. Allen gemeinsam ist, dass sie gute Vitamin- und Mineralstoff-Lieferanten sind“, erklärt Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Die Erdbeere besteht zwar zu 90 Prozent aus Wasser – sie schmeckt aber alles andere als wässrig. Verantwortlich dafür sind die in ihr enthaltenen Fruchtsäuren, Aromastoffe und der Fruchtzucker. „Zusätzlich liefern Erdbeeren eine Menge Vitamine und Mineralstoffe. Hervorzuheben ist besonders das Vitamin C“, so Dr. Elke Arms. Schon mit einer Portion von etwa 150 g ist der Tagesbedarf an Vitamin C gedeckt. „Das auch als Ascorbinsäure bezeichnete Vitamin unterstützt die normale Funktion des Nervensystems, des Energiestoffwechsels und des Immunsystems“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Zudem schützt es Zellen vor oxidativem Stress. Außerdem enthalten Erdbeeren viel Kalium, Magnesium und Folsäure.

Nährwerte bezogen auf 200 g Rohgewicht, entspricht ca.10 frischen Erdbeeren
Energie 64 kcal/258 kJ
Eiweiß 1,6 g
Fett 0,8 g
Cholesterin 0 mg
Kohlenhydrate 11 g
Ballaststoffe 3,2g (10 %)*
Vitamin C 124 mg (Männer 113 %, Frauen 130 %)*
Folsäure 86 µg (22 %)*

* der empfohlenen Tageszufuhr

Einkauf: auf die Qualität achten

Am besten ist es, Erdbeeren frisch gepflückt vom Feld zu kaufen oder selbst zu pflücken. Kleinere und mittlere Beeren haben oft mehr Aroma als große. Die Früchte sollten nicht zu groß, durchgehend rot, trocken und fest sein. Gerade bei dieser leicht verderblichen Frucht ist es besonders wichtig, auf gute Qualität zu achten.

Die richtige Lagerung

Erdbeeren bleiben nur wenige Tage frisch und sind sehr empfindlich. Darum sollten sie nicht länger als ein bis zwei Tage kühl und trocken gelagert werden. Dafür geeignet sind der Kühlschrank und ein kühler Keller. Lagern die Beeren übereinander oder gedrückt, werden sie schnell matschig. „Um die Erdbeeren für längere Zeit haltbar zu machen, lassen sie sich ungeputzt und ungewaschen einfrieren. So bleiben sie nach dem Auftauen schön fest“, verrät Dr. Elke Arms. Werden die Beeren gewaschen, muss man sie vor dem Einfrieren gut trocknen. Für unterwegs lassen sich Erdbeeren in einer flachen Kunststoffdose transportieren.

Vielfältige Zubereitung

Am besten schmecken Erdbeeren erntefrisch. Pur eignen sie sich als Dessert mit Joghurt, Quark und Pudding. Sie schmecken darüber hinaus als Kuchenbelag und in Scheiben geschnitten auf einem mit Camembert belegten Brötchen oder Toast. Mit einem Schlag Sahne lassen sie sich verfeinern. Raffiniert schmecken Erdbeeren mit schwarzem Pfeffer und Balsamico Essig oder mit Eisbergsalat.


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Quellen zum Artikel

  1. Die große GU Nährwerttabelle, 2013. Die empfohlenen Mengen der Tageszufuhr entsprechen den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr (2015) für einen Erwachsenen. 

Lebensmittel richtig lagern: Für mehr Frische und Nährstoffe

Damit Lebensmittel auch nach dem Einkauf noch lange appetitlich aussehen und ihre wertvollen Inhaltsstoffe behalten, ist die Lagerung entscheidend. Denn sorgfältig aufbewahrt, bleiben die Frische und Nährstoffe erhalten. Die Tipps des Nestlé Ernährungsstudios zeigen, worauf besonders zu achten ist.

Lebensmittel kühl und dunkel lagern

Für eine optimale Lagerung der meisten Lebensmittel gilt:

  • möglichst kühl bei etwa 0 bis 12 °C aufbewahren
  • nicht zu feucht und nicht zu trocken lagern
  • im Dunkeln aufbewahren

Den Lebensmitteln schaden vor allem Licht und Hitze. Sie zerstören in frischen Lebensmitteln die empfindlichen Vitamine und lassen die Lebensmittel im schlechtesten Fall frühzeitig verderben oder sie werden sogar gesundheitsschädlich.


Auf verpackten Lebensmitteln sind meist Hinweise zur Aufbewahrung angegeben. Verbraucher kaufen möglichst Produkte in lichtundurchlässigen Verpackungen, weil das Licht den Inhaltsstoffen schaden kann. Ein kühler Keller, eine dunkle Speisekammer oder Schrank sowie ein Kühl- und Gefrierschrank bieten zu Hause gute Lagerbedingungen.

Unverpackte Lebensmittel richtig aufbewahren

Lebensmittel, die lose verkauft werden, sind nicht durch eine Verpackung vor äußeren Einflüssen geschützt und deshalb besonders sorgfältig zu lagern, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Die Tabelle zeigt, welche Lebensmittel in den Kühlschrank gehören und welche im kühlen Keller oder an einem anderen kühlen Ort gelagert werden sollten.

Lebensmittel Lagerung und Haltbarkeit
Blattgemüse (Salat, Spinat) Wenige Tage im Kühlschrank: Obst- und Gemüsefach
Steinobst (Kirschen, Nektarinen, Pflaumen)
Samengemüse (Erbsen)
Wenige Tage im Kühlschrank: Obst- und Gemüsefach
Wurzelgemüse (Sellerie, Möhren, Kohlrabi) 8 Tage im Kühlschrank: Obst- und Gemüsefach
Beerenobst 2-3 Tage im Kühlschrank: Obst- und Gemüsefach
Fruchtgemüse (Paprika, Aubergine, Gurke),Südfrüchte, unreife Zitrusfrüchte Kühl, aber nicht im Kühlschrank
Äpfel und Birnen Äpfel 2-7 Monate, Birnen 2-5 Monate z. B. im Keller oder Obstfach des Kühlschranks bei Lagertemperatur zwischen 1 bis maximal 5 °C, dunkel, luftig
Brot, frisch Weizenbrot: 1-2 Tage, Vollkornbrot: 10-12 Tage im Brotkasten oder Steintopf
Kartoffeln, kleine Mengen Wenige Wochen in einer Korb- oder Holzkiste, z. B. im Keller, dunkel, trocken, kühl, luftig
Kartoffeln, große Mengen 6-8 Monate in der Kartoffelhorde (spezielle Kiste zur Kartoffellagerung mit Wänden und Boden aus Lattenrost), dunkel, luftig, 5-10 °C
Fisch, frisch Nur wenige Stunden im Kühlschrank, kälteste Stelle 0-4 °C (Fach oberhalb des Gemüsefachs)
Fleisch, roh 1-4 Tage im Kühlschrank, kälteste Stelle 0-4 °C (Fach oberhalb des Gemüsefachs)
Hackfleisch, roh Max. 12 Stunden im Kühlschrank, kälteste Stelle 0-4 °C (Fach oberhalb des Gemüsefachs)
Hähnchen, roh Max. 4 Tage im Kühlschrank, kälteste Stelle 0-4 °C (Fach oberhalb des Gemüsefachs)

Quelle: Krämer, J: Lebensmittel-Mikrobiologie. 2002

Nicht jede Frucht verträgt den Kühlschrank

Die meisten Obst- und Gemüsesorten lassen sich einige Tage im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren – am besten in luftdurchlässigen oder gelochten Folienbeuteln. Einige Gemüsearten wie Auberginen, Gurken, grüne Bohnen, Kartoffeln, Kürbis, Paprika, Tomaten und Zucchini, sind jedoch kälteempfindlich. Auch Südfrüchte wie Ananas, Bananen, Cherimoyas, Guaven, Mangos, Papayas, Passionsfrüchte und Zitrusfrüchte sowie Wassermelonen und Avocados vertragen keine Kälte. Kälteempfindliche Sorten sind am besten gut verpackt an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt, aber nicht im Kühlschrank.

Ethylen für Reife und Verderb

Darüber hinaus ist zu beachten, welche Früchte zusammen gelagert werden: Reifende Äpfel, Birnen, Kiwis, Aprikosen und Pfirsiche scheiden Ethylen aus. Das Reifungsgas lässt anderes Obst und Gemüse schneller altern und verderben. So wird Kohl schnell gelb, Kiwis weich und Gurken matschig, wenn sie zum Beispiel zusammen mit Äpfeln aufbewahrt werden. Deshalb ist es empfehlenswert, Äpfel und Birnen immer separat aufzubewahren. Andererseits kann der Effekt auch ausgenutzt werden: Unreife Früchte wie harte Kiwis oder Nektarinen und grüne Bananen reifen schneller nach, wenn sie zusammen mit Ethylen-ausscheidenden Früchten lagern.


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Quellen zum Artikel

  1. Krämer, J: Lebensmittel-Mikrobiologie. 2002

Das Prinzip der Trennkost: Den Körper vor Übersäuerung schützen

Trennkost-Monddiät, Trennkost aus dem Wok oder fürs Büro – das Prinzip ist immer das Gleiche. Alle Trennkostvarianten versprechen, das Gewicht zu reduzieren. „Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Brot und Nudeln sind dafür getrennt von eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Fisch, Fleisch und Quark zu verzehren. Lebensmittel, die weder eiweiß- noch kohlenhydratreich sind wie Nüsse und Joghurt sind hingegen in jeder Kombination erlaubt“, erklärt Dr. Elke Arms. Die Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio ergänzt: „Weiterhin soll laut der Begründer der Diätform eine basenbetonte Ernährung mit viel Obst, Salat, Gemüse und wenig Fleisch der Übersäuerung des Körpers entgegenwirken und Krankheiten vermeiden.“

Vor- und Nachteile der Trennkosten

Die Diätform verspricht eine langfristige Gewichtsabnahme, ohne die Kalorienzufuhr bewusst einzuschränken. Dies haben bereits zahlreiche Verbraucher verinnerlicht, wie eine repräsentative Umfrage (1) des Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios zeigt: Knapp 14 Prozent der Befragten ab 18 Jahre stimmen der Aussage zu, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nicht zusammen gegessen werden sollten, wenn man abnehmen möchte. „Zwar fordert die Trennkost keine reduzierte Energieaufnahme, doch sie führt meist zu einer kalorienreduzierten Ernährung. Denn die Anhänger der Diät beschäftigen sich vermehrt mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln und wählen dadurch bewusster Lebensmittel mit einem niedrigen Energiegehalt aus. Damit lässt sich der häufige Abnehmerfolg erklären“, so Dr. Elke Arms.


Allerdings ist es schwierig, im Alltag diese Diät umzusetzen, da die Mahlzeitenzusammensetzung sehr eingeschränkt ist. Auch wird nicht berücksichtigt, wie wichtig die Bewegung ist, um langfristig abzunehmen. Dies alles führt dazu, dass die Ernährung nicht dauerhaft umgestellt wird und das Gewicht sich nicht langfristig stabilisiert. Fachgesellschaften sehen daher die Trennkost nicht als sinnvolle Diät an. Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Deutschen Adipositas Gesellschaft ist diese Ernährungsweise nicht zur Gewichtsreduktion empfehlenswert. „Wer trotzdem nach diesem Prinzip abnehmen möchten, sollte sich vorher vom Arzt oder Ernährungsexperten beraten lassen, um Risiken zu vermeiden“, rät Dr. Elke Arms.

Haysche Trennkost: Warum Eiweiß und Kohlenhydrate trennen?

In Deutschland wurde das Diätkonzept durch den Arzt Dr. Heinrich Ludwig Walb bekannt. Begründer der Trennkost ist aber der amerikanische Arzt Dr. William Howard Hay. Er entwickelte das Konzept, als er an einer als unheilbar geltenden Nierenerkrankung litt. Durch die Umstellung seiner Ernährung auf Trennkost heilte er sich selbst. „Laut Hay gelangen die Kohlenhydrate teilweise unverdaut in den Dünndarm und vergären dort, wenn sie gemeinsam mit Eiweiß verzehrt werden“, so Dr. Elke Arms. Hay ging davon aus, dass Übergewicht und nahezu alle Krankheiten aufgrund einer Übersäuerung des Gewebes entstehen. Grund für die Übersäuerung sei die normale Mischkost, die seiner Meinung nach zu viel Eiweiß und Kohlenhydrate enthält. Ein Zuviel an beiden Nährstoffen führe zur Bildung von Säuren.

Haysche Trennkost: Tabelle mit säure- oder basenbildenden Lebensmitteln

Hay unterteilte daher Lebensmittel in säure- und basenbildend – je nachdem, ob aus ihnen im Körper Säuren oder Basen entstehen. Generell sind tierische Lebensmittel überwiegend säurebildend, pflanzliche bilden eher Basen.

Stark säurebildend: Fleisch, Wurst, Fisch, Eier, Käse, Süßwaren, Weißmehlprodukte, Alkohol, Kaffee
Schwach säurebildend: Quark, Sahne, Vollkornprodukte
Schwach basenbildend: Trockenobst, Rohmilch, Pilze
Stark basenbildend: Gemüse, Blattsalate, frisches Obst, Kartoffeln

L. Walb, T. Heintze, P. Lehmann: Original Haysche Trennkost, Haug Verlag (Heidelberg, 1996)

Auf die Kombination kommt es an

Lebensmittel, die weder überwiegend eiweiß- noch kohlenhydrathaltig sind, bezeichnete Hay als neutral. Dazu zählen zum Beispiel Pflanzenöle, Butter, gesäuerte Milchprodukte wie Kefir und Joghurt, Nüsse sowie diverse Gewürze. Sie können sowohl mit eiweiß- als auch mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden. Um einer Übersäuerung vorzubeugen, soll sich nach der Hayschen Trennkost die aufgenommene Nahrung zu 80 Prozent aus basenbildenden und zu 20 Prozent aus säurebildenden Lebensmitteln zusammensetzen. Das bedeutet, täglich viel Gemüse und frisches Obst, wenig Fleisch, Fisch und Brot zu essen. Generell werden naturbelassene und gering verarbeitete Lebensmittel empfohlen.


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Quellen zum Artikel

  1. Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.056 Männer und Frauen ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum: März 2014.
  2. L. Walb, T. Heintze, P. Lehmann: Original Haysche Trennkost, Haug Verlag (Heidelberg, 1996)

Leserfrage: Was steckt hinter dem Trend „Eat Green“?

Frage von Maria K. aus Erfurt an Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin des Nestlé Ernährungsstudios:


„Was steckt hinter dem Trend ‚Eat Green‘? Ist dieser empfehlenswert?“


„‘Eat Green‘ bedeutet, reichlich Gemüse und Obst zu verzehren. Der Trend entspricht damit der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), täglich 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst aufzunehmen. Indem man grüne Lebensmittel den Mahlzeiten hinzufügt, ist der Ratschlag gut in den Alltag zu integrieren. Getränke wie Smoothies lassen sich einfach aus grünem Gemüse sowie Obst zubereiten und liefern zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus enthält grünes Gemüse wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie das Chlorophyll, welches für die grüne Farbe verantwortlich ist. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorophyll können zum Beispiel vor Infektionen durch Bakterien und Pilze schützen und sogar möglicherweise helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf- und bestimmte Krebserkrankungen zu senken. Sie können das Immunsystem beeinflussen und sich positiv auf den Blutdruck und den Cholesterinspiegel auswirken. Die Ballaststoffe aus dem Blattgrün sind gut für die Verdauung.“

Grüne Smoothies – beliebt bei Jung und Alt

Grünes Gemüse wie Zucchini und Mangold überzeugt durch seine Vielfalt und garantiert einen abwechslungsreichen sowie figurfreundlichen Genuss. Aus jungem Spinat oder dem Grün von Fenchel oder Möhre lässt sich einfach ein Smoothie herstellen. Ergänzt um ein Stück Obst wie beispielsweise Kiwi oder Weintrauben erhält die herzhafte Mischung einen süßlichen Akzent. Frische Kräuter und Gewürze verfeinern den Smoothie. Manche Gemüse enthalten Inhaltsstoffe, die erst durch Erhitzen verträglich werden und somit nicht zum rohen Verzehr geeignet sind. Daher sind für Smoothies beispielsweise Bohnen oder Auberginen nicht geeignet.

Alles im grünen Bereich: Trends aus der Küche

Neben den grünen Getränken ist in den USA zurzeit der Grünkohl beliebt. Auch in Deutschland kommt der Trend nun auf: Als „Kale-Chips“ sind knusprige Grünkohlblätter ein angesagter Snack und eine Alternative zu Kartoffel-Chips. Dazu werden gesäuberte Grünkohlblätter auf einem Backblech im Ofen bei 170°C etwa 15 Minuten lang getrocknet.


Auch der Matcha-Tee aus Japan gilt mit seiner grünen Farbe als Trend-Lebensmittel. Er wird als Green Chai oder Matcha Latte mit Milch angeboten und lässt sich auch für Smoothies verwenden. Für die Herstellung des Tees werden gemahlene Blätter der Tencha-Pflanze verwendet. Anderthalb Teelöffel des Pulvers enthalten so viel Koffein wie ein Espresso. Matcha-Tee wirkt somit anregend und schmeckt herb-bitter bis fruchtig.


Dr. Elke Arms ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin. Sie verantwortet mit einem Team aus erfahrenen Oecotrophologen die individuelle Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio.

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