Themendienst 1-2015

Ernährungstipps bei Gicht und erhöhtem Harnsäurespiegel

Im Mittelalter galt Gicht als Krankheit der Reichen, Übergewichtigen und Schlemmer. „Heute ist Gicht mit 1,6 Millionen Betroffenen eine der häufigsten ernährungsmitbedingten Stoffwechselkrankheiten bei Erwachsenen in Deutschland“, erklärt Dr. Elke Arms anlässlich des 18. Tages der gesunden Ernährung am 7. März mit dem Schwerpunktthema „Rheuma und Gicht“. Die Ernährungswissenschaftlerin vom Nestlé Ernährungsstudio gibt Ernährungstipps, wie die Erkrankung zu lindern ist. Auch stellt sie dar, wie man den Harnsäurespiegel senken beziehungsweise einen Anstieg vermeiden kann.


Wie entsteht Gicht?

Gicht entsteht durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Ärzte unterscheiden bei der auch als Hyperurikämie bezeichneten Erkrankung zwischen der primären und sekundären Form. Die primäre Form steht für die angeborene oder vererbte Erkrankung, die auf einen fehlerhaften Stoffwechsel zurückzuführen ist. Dabei ist meist die Harnsäure-Ausscheidung der Nieren gestört. Die sekundäre Form einer Gicht wird im Laufe des Lebens erworben und geht mit anderen Krankheiten einher. Typisch ist die Krankheit beispielsweise als Begleiterscheinung bei Tumorleiden unter Chemotherapie, Bluterkrankungen oder Nierenfunktionsstörungen. „Als ernährungsbedingte Ursachen eines erhöhten Harnsäurespiegels gelten striktes Fasten, Nulldiäten oder auch ein deutlich erhöhter Fleisch- und Alkoholkonsum. Die Ernährung ist bei einer Gicht besonders wichtig“, erklärt Dr. Elke Arms, „denn die über die Nahrung aufgenommenen Eiweißverbindungen, auch Purine genannt, erhöhen den Harnsäurespiegel. Bei der Hyperurikämie sind daher möglichst wenig Purine aufzunehmen.“


Wie kommt Harnsäure ins Blut?

Die Harnsäure entsteht, wenn der Körper eigene oder in der Nahrung vorkommende Purine abbaut. Diese Eiweißverbindungen befinden sich in jeder Zelle und in der Erbinformation. Sie werden im Stoffwechsel über mehrere Zwischenschritte zu Harnsäure abgebaut und bei gesunden Menschen über die Nieren ausgeschieden. Ist diese Funktion wie bei der Gicht gestört, bleibt die Harnsäure im Körper. Das bedeutet, der Harnsäurespiegel im Blut steigt an. „Der Mensch nimmt Purine und das Abbauprodukt Harnsäure über die Nahrung auf, besonders über tierische Lebensmittel“, ergänzt Dr. Elke Arms. Erhöhte Harnsäurewerte bleiben oft über Jahre unbemerkt und auch ohne Beschwerden. Aber es lagern sich Harnsäurekristalle als Steine ab, häufig am großen Zeh, in Schleimbeuteln, in den Sehnenscheiden, im Ohrknorpel oder in den Nieren.


Bei permanent erhöhten Werten kommt es letztendlich zur Gicht beziehungsweise zu einem Gichtanfall. Bei einem akuten Gichtanfall sind plötzlich einsetzende, extreme Schmerzen typisch. Darüber hinaus röten sich die betroffenen Bereiche, und sie schwellen an. Der Gichtanfall lässt sich vermeiden, wenn rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden und mit einer ausgewogenen und purinreduzierten Ernährungsweise vorgebeugt wird.


Der Blutwert gibt Auskunft

Männer sind deutlich häufiger von erhöhten Harnsäure-Werten und Gicht betroffen als Frauen. Doch auch für Frauen steigt das Risiko mit Beginn der Wechseljahre, da jetzt die schützende Wirkung der Östrogene fehlt. „Während einer längeren Fastenperiode oder bei extremen Diäten wie beispielsweise einer Nulldiät kann sich durch vermehrten Abbau von Körperzellen der Harnsäurewert ebenfalls erhöhen. Auch das andere Extrem der Ernährung erhöht das Risiko: Wenn zu viel Fleisch und Alkohol auf dem Speiseplan stehen, steigt der Wert“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Ob und wie hoch der Harnsäurespiegel ist, wird über das Blut bestimmt. Bei Männern sollte sich der Harnsäurewert im Blut zwischen 3,6 bis 8,2 mg/dl und bei Frauen zwischen 2,3 bis 6,1 mg/dl bewegen.


Wie wird behandelt?

„Bei erhöhten Harnsäurewerten hilft es, die Essgewohnheiten umzustellen. Übergewicht fördert die Gicht. Bleibt der Harnsäurespiegel auf Dauer erhöht und zeigt die Ernährungsumstellung allein keinen Erfolg, müssen zusätzlich Medikamente eingesetzt werden“, so Dr. Elke Arms. Sie reduzieren entweder die Harnsäureproduktion im Körper oder erhöhen die Harnsäureausscheidung über die Nieren. Bei akuten Gichtanfällen verordnen Ärzte entzündungshemmende Schmerzmittel. Auch kalte Umschläge können innerhalb weniger Stunden die Schmerzen erheblich lindern. Im Idealfall überprüft der Arzt regelmäßig die Harnsäure-Werte und bespricht die Therapie mit den Patienten.


Tipps für die Ernährung bei Gicht und erhöhtem Harnsäurespiegel

„Auch bei Hyperurikämie und Gicht gelten die Regeln einer ausgewogenen Ernährungsweise, die beispielsweise in der Ernährungspyramide dargestellt sind“, fasst Dr. Elke Arms zusammen. Damit die praktische Umsetzung leichter fällt, empfiehlt sich eine qualifizierte Ernährungsberatung.


Zudem gelten spezielle Hinweise:

  • Auf das Gewicht achten und bei Übergewicht langsam abnehmen.
  • Täglich frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte essen und wenig oder keine Hülsenfrüchte zu sich nehmen, da diese purinreich sind.
  • Täglich fettarme Milch und Milchprodukte zu sich nehmen.
  • Auf den Puringehalt der Lebensmittel achten und besonders Innereien, Fleischextrakt, Schalen- und Krustentiere sowie Fischkonserven mit Kleinfischen wie Ölsardinen meiden.
  • Pro Tag maximal 100 g Fleisch, Wurst, Fisch oder Geflügel essen.
  • Fettarm essen, weil ein hoher Fettverzehr Übergewicht begünstigt.
  • Selten oder besser keinen Alkohol trinken. Er hemmt die Harnsäureausscheidung. Bier hat einen hohen Puringehalt und sollte deshalb gemieden werden.
  • Mindestens zwei Liter kalorienfreie Flüssigkeit trinken. Reichliches Trinken fördert die Harnsäureausscheidung. Empfehlenswert sind Mineralwasser, ungesüßte Tees und Fruchtsaftschorlen im Mischverhältnis 1/3 Saft zu 2/3 Wasser.

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Molke – gesund und figurfreundlich

Um abzunehmen, ist es wichtig, sich ausgewogen und kalorienbewusst zu ernähren. Bei einer Diät sind Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte zu bevorzugen. „Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie viele lebensnotwendige Inhaltsstoffe aber nur wenige Kalorien enthalten. Molke unterstützt es, gesund abzunehmen, und eignet sich für den täglichen Speiseplan“, erklärt Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.


Molke ist fett- und kalorienarm

Molke entsteht bei der Herstellung von Käse oder Quark aus Milch. Sie bleibt als wässrige Flüssigkeit übrig und enthält nur wenig Fett und Kalorien. Mit einem Fettgehalt von 0,2 Prozent und einer Kalorienmenge von gerade einmal 25 kcal pro 100 g Süßmolke ist sie vergleichbar mit Obst und Gemüse, die als Renner unter den Schlankmacher gelten.


Zwar enthält Molke mit ca. 1 g pro 100 g nur wenig Eiweiß. Allerdings ist dieses Eiweiß dem menschlichen Körpereiweiß sehr ähnlich. Deshalb nutzt der Körper die Bausteine besonders gut. „Damit lässt sich Körpereiweiß, beispielsweise Muskeln, aufbauen. Gerade beim Abnehmen ist das wichtig, damit hauptsächlich Fett verloren geht, aber Muskelmasse weitgehend erhalten bleibt“, erklärt Dr. Elke Arms.


Molke ist vitamin- und mineralstoffreich

Die Ernährungswissenschaftlerin ergänzt, dass Molke neben hochwertigem Eiweiß auch lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe enthält. „200 ml des Getränks liefern beispielsweise 0,3 mg Vitamin B2. Das sind etwa 23 Prozent der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tageszufuhr.“ Der menschliche Körper braucht Vitamin B2 unter anderem für den Energiestoffwechsel sowie für das Nervensystem und die Sehkraft. Wichtige Mineralstoffe in der Molke sind Kalium und Calcium. Calcium festigt Knochen und Zähne und ist außerdem für die Blutgerinnung sowie Nerven- und Muskelfunktionen wichtig. Kalium trägt zum Beispiel dazu bei, den normalen Blutdrucks aufrechtzuhalten. Ein Glas Molke mit 200 ml enthält 258 mg Kalium und 136 mg Calcium. Das sind jeweils etwa 13 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr.


Molke wirkt auf die Verdauung

Darüber hinaus fördert Molke ähnlich wie Joghurt das Wachstum der nützlichen Bakterien, die für eine gesunde Darmflora und damit für eine gute Verdauung notwendig sind. „Der in Molke enthaltene Milchzucker dient den verdauungsfördernden Milchsäurebakterien im Darm als Nahrung. Die Bakterien wandeln den Zucker in Milchsäure um. Auf diese Weise entsteht im Darm ein saures Milieu, das sich positiv auf die nützlichen und negativ auf die schädlichen Darmbakterien auswirkt“, erklärt Dr. Elke Arms. Weil die aus dem Milchzucker entstandene Milchsäure auch Wasser bindet, erhöht sich zusätzlich das Stuhlvolumen. Der zunehmende Druck auf die Darmwände, regt den Darm an, sich zu bewegen und fördert damit die Verdauung. In Kombination mit Ballaststoffen aus Obst, Gemüse oder Getreideflocken fördert Molke die Verdauung noch stärker.


Molke ist erfrischend und vielseitig

Dank ihres erfrischenden, säuerlichen Geschmacks lässt sich Molke gut im Speiseplan integrieren. Obstsäfte verwandeln pure Molke in fruchtige Mixgetränke und bieten damit Abwechslung. „Ein Molkemix mit frischen pürierten Früchten oder Gemüse liefert noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe“, so Dr. Elke Arms. Als Alternative bieten sich fertig gemixte Molkedrinks aus dem Kühlregal im Supermarkt an. Erhältlich sind sie mittlerweile in zahlreichen Geschmacksrichtungen. Verbraucher achten am besten darauf, dass der Kaloriengehalt gering und der Molke- und Fruchtanteil hoch ist. Die Angaben lassen sich auf der Verpackung finden.


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Sieben goldene Regeln für Laufeinsteiger

Joggen macht den Körper fit und hilft dabei, Kalorien zu verbrennen. Der Kalorienverbrauchsrechner des Nestlé Ernährungsstudios zeigt, dass beispielsweise eine Frau mit einem Gewicht von 60 Kilogramm bei 30 Minuten Joggen über 200 Kalorien verbraucht. Der Sport eignet sich auch für Fitnesseinsteiger. Mit der richtigen Technik und Ausrüstung sowie einer optimalen Vor- und Nachbereitung behalten Neulinge lange den Spaß am Laufen. Dabei helfen die sieben Regeln des Nestlé Ernährungsstudios:


Regel 1: Der Puls bestimmt das Tempo

Vor jedem Training sollten Läufer daran denken, dass es um den Spaß an der Sache und nicht um das Aufstellen von Rekorden geht. Viele Einsteiger laufen zu schnell los. Das führt dazu, dass die Kondition nach wenigen Minuten nachlässt, nur kurze Strecken zurückgelegt werden und die Lust am Laufen ganz schnell verloren geht. Wer mit einem Laufpartner trainiert, ist nicht nur motivierter, sondern kann auch sein Tempo daran ausrichten. Wichtig ist, sich während des Laufens mit seinem Partner ohne Atemprobleme unterhalten zu können. Wer alleine läuft, orientiert sich am besten an einer Pulsuhr. Der Deutsche Olympische Sportbund gibt als groben Richtwert für den Trainingspuls 180 Pulsschläge pro Minute minus Lebensalter an. Für Einsteiger beim Joggen empfiehlt er einen Puls von 120 bis 130.


Regel 2: Die Technik sollte stimmen

Bei der Lauftechnik ist auf eine möglichst aufrechte Körperhaltung zu achten. Die Füße setzen vor der Körperachse auf. Die Arme sind neben dem Oberkörper angewinkelt und schwingen locker in Laufrichtung hin und her. Die Hände bleiben locker und entspannt. Die Schrittlänge wählen Läufer entsprechend ihres Wohlbefindens. Anfangs werden es eher kleine Schritte sein, nicht viel größer als beim Gehen.


Regel 3: Warm up und cool down nicht vergessen

Aufwärmen vor dem Lauf ist wichtig, um die Verletzungsgefahr zu reduzieren. Fünf- bis zehnminütiges, lockeres auf der Stelle Marschieren oder die ersten fünf Minuten zu gehen, statt zu joggen, reichen. Nach dem Joggen vermindert man deutlich sein Tempo. Das gibt dem Puls und der Atmung Zeit, sich wieder auf den „Normalzustand“ einzupendeln. Nach dem „cool down“ folgen noch Dehnübungen.


Regel 4: Das richtige Maß finden

Beim Joggen zahlt sich Regelmäßigkeit aus: wöchentlich sollten es zwei bis drei Trainingseinheiten sein, die mindestens durch eine eintägige Trainingspause voneinander getrennt sind. So bleibt den Muskeln Zeit, sich zu regenerieren. Die Laufzeit passt sich der Ausdauer an und steigert sich langsam. Einsteiger wechseln anfangs zwischen Gehen und Laufen.


Regel 5: Richtig essen

Um Seitenstechen zu vermeiden, liegt die letzte größere Mahlzeit etwa drei Stunden vor dem Lauf. Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten wie Obst oder ein Joghurt, können auch noch bis zu einer Stunde vor dem Trainingsbeginn gegessen werden. Damit sinkt der Blutzuckerspiegel bei Belastung nicht so schnell ab.


Regel 6: Richtig trinken

Auch ausreichend zu trinken ist wichtig. 20 bis 40 Minuten vor dem Lauf eignet sich ein großes Glas Wasser ohne Kohlensäure oder mit Wasser verdünnte Säfte im Mischverhältnis 1 Teil Saft zu 2 Teilen Wasser. Bei Laufrunden von mehr als einer Stunde füllen Sportler auch unterwegs ihren Wasserhaushalt auf. Nach dem Sport ist ebenfalls Trinken angesagt: Etwa zwei Stunden nach dem Training sollte die über den Schweiß verlorene Wassermenge ersetzt sein. Ermitteln lässt sich die Menge, indem sich Sportler ohne Kleidung vor und nach dem Laufen wiegen. Der Gewichtsverlust entspricht der Flüssigkeitsmenge, die zu trinken ist.


Regel 7: Gemeinsam geht es leichter

Wer gemeinsam trainiert, hat mehr Spaß beim Laufen. Darüber hinaus sind Verabredungen verbindlich. Denn einen vereinbarten Lauftermin lässt niemand so ohne weiteres ausfallen. Dabei ist zu beachten, dass das Leistungsniveau der Laufpartner ungefähr gleich sein sollte. Sonst sind schnellere Läufer unter- und langsamere Läufer überfordert. Auf jeden Fall bestimmt der langsamste Läufer das Tempo der Gruppe.


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Spinat – ein Gemüse mit Eisen?!

Der Comic-Held Popeye vermittelte den Eindruck, dass Spinat für Muskelkraft sorgt. „Entgegen der häufigen Meinung hat Spinat nicht sehr viel Eisen. Es gehört aber trotzdem zu den eisenreichen Gemüsesorten und ist ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährungsweise“, erklärt Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.


Eisen für die Sauerstoffversorgung

„Zwar tritt ein Mangel an Eisen im Bevölkerungsdurchschnitt eher selten auf. Allerdings nehmen Frauen im gebärfähigen Alter und auch Mädchen teils zu wenig von dem lebensnotwendigen Spurenelement zu sich“, so Dr. Elke Arms. Sie haben öfter einen Eisenmangel, weil sie während der Menstruation Blut und damit Eisen verlieren. Menschen, die regelmäßig Blut spenden, müssen auch auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten, um einem Eisenmangel vorzubeugen.


Auch ohne einen Mangel ist es für alle Menschen empfehlenswert, auf eine ausreichende Eisen-Zufuhr über die Nahrung zu achten. Denn Eisen ist Bestandteil zahlreicher körpereigener Verbindungen, die Sauerstoff oder Energie übertragen. „Das Spurenelement bindet und transportiert den im Zentrum des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin befindlichen Sauerstoff und versorgt damit die Körperzellen. Im Muskel ist Eisen Bestandteil des Sauerstoffspeichers Myoglobin und beeinflusst damit die Muskelkraft“, erklärt Dr. Elke Arms. Auf eine ausreichende Versorgung ist der Körper deshalb angewiesen.


Der Mythos vom eisenreichen Spinat

Der Mythos vom extrem eisenreichen Spinat beruht auf einem Irrtum, der sich bis heute hält. Bei der in alten Nährwerttabellen angegebenen Eisenmenge von 35 mg in 100 g frischem Spinat handelt es sich um einen Druckfehler. Der Wert stammt vermutlich aus einer Analyse von getrocknetem Spinat. „Da frischer Spinat zu fast 92 Prozent aus Wasser besteht, enthält er wesentlich weniger Eisen, nämlich etwa 4,1 mg in 100 g. Dieser Wert gehört allerdings zu den Spitzenwerten beim Gemüse. Somit enthält Spinat enthält tatsächlich mehr Eisen als viele andere Gemüsesorten“, erklärt Dr. Elke Arms. 100 g Möhren enthalten beispielsweise 2,1 mg Eisen und die gleiche Menge Tomaten 0,5 mg Eisen.


Eisenversorgung verbessern

Nur in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst liegt ein Teil des enthaltenen Eisens als Häm-Eisen, also gebunden an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, vor. „Deshalb kann Eisen aus Fleisch und daraus hergestellten Produkten zu etwa 20 Prozent und damit besser vom Körper genutzt werden als beispielsweise aus Gemüse. Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln wird dagegen schlechter aufgenommen. Im Schnitt nutzt der menschliche Körper dieses nur zu etwa 2 bis 5 Prozent aus“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin.


Um Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln besser aufzunehmen, ist es ratsam, eisenhaltige Lebensmittel wie Vollkorngetreide, Gemüse und Hülsenfrüchte zusammen mit Vitamin C zu verzehren. Als Nachtisch eignet sich daher Vitamin C-reiches Obst wie zum Beispiel schwarze Johannisbeere oder Kiwi. Auch ein Orangensaft zur Mahlzeit verbessert die Eisenaufnahme. „Wird Fleisch zusammen mit einer Getreide- oder Gemüsemahlzeit kombiniert, steigt die Aufnahme von Eisen aus den pflanzlichen Lebensmitteln zusätzlich“, so Dr. Elke Arms.


Wie viel Eisen in welchem Alter?

Um den täglichen Bedarf an Eisen zu decken, brauchen Männer ab dem 19. Lebensjahr und Frauen nach dem 51. Lebensjahr 10 mg Eisen pro Tag. Frauen zwischen dem 19. und 51. Lebensjahr sollten sogar 15 mg Eisen pro Tag mit der Nahrung aufnehmen. „Damit die Versorgung stimmt, sind zwei bis drei kleine, fettarme Fleisch- und Wurstportionen in der Woche mit insgesamt etwa 300 bis 600 g sowie die Auswahl eisenreicher pflanzlicher Lebensmittel sinnvoll“, erklärt Dr. Elke Arms. Eier enthalten ebenfalls Eisen. Wegen des Fett- und Cholesteringehalts empfehlen Ernährungswissenschaftler, nicht mehr als zwei bis drei Eier wöchentlich zu essen.



Überblick über den Eisengehalt tierischer und pflanzlicher Nahrung
Lebensmittel Eisen (mg/Portion)
Rindfleisch, mager, frisch gegart 4,6 / 150 g
Schweinefleisch, mager 1,6 / 150 g
Putenbrust 1,5 / 150 g
2 Hühnereier, Gewichtsklasse M 2,4 / 116 g
Haferflocken 2,3 / 50 g
2 Scheiben Vollkornbrot 2,7 / 100 g
Reis, ungeschält, roh 1,3 / 50 g
Linsen, roh 4,0 / 50 g
Erbsen, roh 2,6 / 50 g
Weiße Bohnen, roh 3,6 / 50 g
Blattspinat, gegart 7,6 / 200 g
Fenchel, roh 5,4 / 200 g
Feldsalat 1,0 / 50 g
Grünkohl, frisch gegart 2,5 / 200 g


Spinat darf man nicht aufwärmen

Um den Spinat rankt sich neben dem Eisengehalt noch ein weiterer Mythos. In einer repräsentativen Umfrage (1) des Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios gaben 13,3 Prozent der Befragten an, dass Spinat nicht noch einmal nach der Zubereitung erwärmt werden darf. Mit 15,2 Prozent sind etwas mehr Männer als Frauen (11,6 Prozent) dieser Ansicht. Die Legende um den erneut erwärmten Spinat geht auf den Nitrat-Gehalt des Gemüses zurück. Nitrat ist ein Stoff, den Pflanzen zum Wachsen brauchen. Beim Aufwärmen und langsamen Abkühlen von Lebensmitteln bildet sich aus dem Nitrat das Nitrit und daraus krebserregende Nitrosamine. Um das Risiko zu senken, empfiehlt sich Gemüse der Saison, Freilandgemüse oder Bio-Gemüse. Dieses wird weniger gedüngt und erhält eine bessere Belichtung, wodurch der Nitrat-Gehalt geringer ist. Um Spinat gefahrlos wieder aufzuwärmen, kühlt man die Reste rasch ab, bewahrt sie abgedeckt im Kühlschrank auf und erhitzt sie danach nur einmal. Babys und Kleinkinder sollten aufgewärmten Spinat dennoch nicht verzehren.


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Quellen zum Artikel

  1. Im Auftrag des Nestlé Ernährungsstudios befragte die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) 1.056 Männer und Frauen ab 18 Jahren in Deutschland. Erhebungszeitraum: März 2014.

Leserfrage: Was ist die Paleo-Diät?

Frage von Ulrike D. aus München an Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin des Nestlé Ernährungsstudios:


„Was ist die Paleo-Diät? Handelt es sich dabei um eine neue Diät zur Gewichtsreduktion?“

„Die Paleo-Ernährung orientiert sich an den Essgewohnheiten unserer Vorfahren in der Altsteinzeit. Auf dem Speiseplan stehen daher vor allem Fleisch, Fisch, Gemüse, Nüsse, Obst und Eier. Sie versteht sich nicht nur als eine Diät zur Gewichtsreduktion, sondern auch als ein dauerhaftes Ernährungskonzept.“

Paleo-Diät: Ernährung wie in der Steinzeit

Bereits seit 1975 gibt es zur Paleo-Diät Empfehlungen. Sie basieren darauf, nur Lebensmittel zu wählen, die zu Zeiten der Jäger und Sammler als Grundnahrungsmittel zur Verfügung standen. Das Paleo-Konzept geht davon aus, dass der Körper an die Ernährungsweise der Vorfahren nach wie vor genetisch angepasst ist. Demnach bleibt man nur gesund und leistungsfähig, wenn Lebensmittel gemieden werden, die es zur damaligen Zeit nicht gab. Dazu zählen beispielsweise Getreide und Brot, Milch und Milchprodukte sowie Zucker und pflanzliche Öle. Deren Inhaltsstoffe wie das im Getreide enthaltene Gluten sind laut Paleo-Diät für die Entstehung der heutigen Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Auf Fastfood-Gerichte sowie konservierte und verarbeitete Lebensmittel verzichten Menschen, die sich nach Paleo ernähren.


Paleo setzt auf naturbelassene und hochwertige Lebensmittel. Wichtiger Bestandteil sind die „Superfoods“. Dies sind Lebensmittel, die täglich verzehrt werden sollen, da sie der Meinung der Paleo-Vertreter nach besonders nährstoffhaltig sein. Hierzu zählen Knochenbrühe, mit Milchsäurebakterien- oder Kefirkulturen vergorene Lebensmittel (Darmgesundheit soll gefördert werden), Fleisch und Fisch. Auch Obst- und Gemüsesorten, die aus regionalem Anbau stammen und einen niedrigen Fructosegehalt sowie viele Ballaststoffe haben, sollen bevorzugt werden. Darüber hinaus sind Nüsse sowie Gewürze und Kräuter Bestandteile der Paleo-Diät.


Die Paleo-Ernährung verspricht einen Diäterfolg, ohne Kalorien zu zählen. Darüber hinaus wird sie auch als dauerhafte Ernährungsform gesehen, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Verschiedene Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Psyche sollen positiv beeinflusst werden. Bei Sportlern wird die Paleo-Ernährung empfohlen, um den Muskelaufbau zu fördern.


Einige Kritikpunkte sprechen gegen die Paleo-Diät. So ist beispielsweise die These, unsere Gene haben sich seit der Steinzeit nicht verändert, wissenschaftlich widerlegt. Auch ist die Lebensmittelauswahl sehr eingeschränkt. Fleisch dominiert die Ernährungsweise sehr stark. Durch den Verzicht auf Getreide, Brot und Kartoffeln fehlen wichtige Ballaststoffe. Die Calcium-Aufnahme ist ohne Milch und Milchprodukte eingeschränkt und eine dauerhafte Gewichtsreduktion funktioniert nur, wenn weniger Energie zugeführt als verbraucht wird. Dieser Grundsatz gilt auch bei der Paleo-Diät.


Dr. Elke Arms ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin. Sie verantwortet mit einem Team aus erfahrenen Oecotrophologen die individuelle Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio.



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Fotos

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Der Abdruck der Fotos ist honorarfrei in Verbindung mit den Texten dieses Themendienstes.

Pressekontakt

Tobias Henritzi

Pressesprecher Ernährung und Gesundheit
Nestlé Deutschland AG
Lyoner Straße 23, 60523 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 66 71-3740
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Daniel Schwind, Dirk Fischer

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