Jod - ein unentbehrliches Spurenelement
Sie sind schwanger oder stillen? Eine optimale Jodversorgung ist jetzt besonders wichtig, denn Ihr Bedarf ist aufgrund Ihrer besonderen Situation größer. Relativ viel Jod enthalten nur wenige Lebensmittel, z. B. Seefisch wie Seelachs oder Kabeljau. Unter Umständen ist deshalb die Einnahme von Jodtabletten erforderlich, damit Sie und auch Ihr Kind ausreichend mit Jod versorgt sind. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber.
Wozu braucht unser Körper Jod?
Als Bestandteil der Schilddrüsenhormone benötigen wir das
Spurenelement Jod, um unseren gesamten Stoffwechsel zu regulieren. Zudem ist Jod an der Steuerung des Wachstums, der Knochenbildung und der Gehirnentwicklung beim Ungeborenen beteiligt. Wird in Schwangerschaft und Stillzeit zu wenig Jod aufgenommen, kann es deshalb bei Mutter und Kind beispielsweise zum
Kropf sowie zu Atem- und Schluckbeschwerden kommen. Auch Leistungsschwäche, Lern- und Konzentrationsstörungen können auf Jodmangel zurückzuführen sein.
Wie wirkt ein mütterlicher Jodmangel?
Das Ungeborene bekommt Vieles, was es zur Entwicklung braucht, über die Plazenta aus dem Blut der Mutter. Nur geringe Mengen der mütterlichen Schilddrüsenhormone können diese natürliche „Schranke“ der Gebärmutter durchwandern. Das Baby muss die Hormone aus diesem Grund schon ab der 12. Schwangerschaftswoche selbst bilden, um sich gesund zu entwickeln. Dazu braucht es Jod aus dem mütterlichen Blut. Schwangere müssen deshalb Jod für zwei bereitstellen. Wenn die Mutter ausreichend Jod aufnimmt, kann sie Jod an ihr Kind abgeben und es wird keinen Jodmangel entwickeln.
Gleiches gilt für die Stillzeit. Denn jetzt bekommt der Säugling über die Muttermilch das lebensnotwendige Jod. Der Jodgehalt der Muttermilch ist dabei abhängig von der Jodversorgung der Mutter. Bei Babys, die nicht gestillt werden, wird die Jodversorgung über industriell hergestellte Säuglingsanfangsnahrungen sichergestellt.
Wie viel Jod brauchen Schwangere? Der Jodbedarf von Schwangeren und Stillenden ist deutlich erhöht. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) steigt er von täglich 200 µg um 15 Prozent auf 230 µg bei Schwangeren und um 30 Prozent auf 260 µg bei Stillenden. Um diesen hohen Bedarf zu decken, kann es neben einer möglichst jodreichen Ernährung notwendig sein, Jodtabletten einzunehmen. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob Sie zusätzlich Jod einnehmen sollten.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt folgende Maßnahmen, um einem Jodmangel in Schwangerschaft und Stillzeit vorzubeugen:
- ausschließliche Verwendung von jodiertem Speisesalz bzw. jodiertem Kochsalzersatz im Haushalt
- Bevorzugung der unter Verwendung von jodiertem Speisesalz hergestellten Lebensmittel, insbesondere
Brot und Fleischwaren - regelmäßiger Verzehr von Seefisch und Milch
- tägliche Supplementation von 100 (-150) µg Jod (z. B. in Tablettenform) nach vorheriger Jodmangelanamnese
| Kein roher Fisch |
Schwangere sollten zwar vermehrt Seefisch verzehren, um ausreichend Jod und wertvolle Fettsäuren aufzunehmen – allerdings nicht in roher Form, z. B. als Sushi. Ebenso wie Rohmilch und -produkte, rohes Fleisch und unerhitzte Fleischprodukte kann roher Fisch Krankheitskeime übertragen. |
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Warum enthalten nur wenige Lebensmittel Jod? Deutschland gehört nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Jodmangelgebieten. Ursache ist der geringe Jodgehalt der Böden, als Folge der Auswaschung von Jod aus den Böden ins Meer während der Eiszeit. Weil die Böden nur wenig Jod enthalten, ist auch der Jodgehalt der darauf wachsenden Pflanzen gering. Viel Jod enthalten lediglich Seefische und andere Meerestiere. Auch Milch und Milchprodukte können relativ jodreich sein, wenn die Milchkühe mit Jod angereichertes Futter erhalten haben. Durch die Jodierung von Speisesalz hat sich die Vorsorgungssituation in Deutschland jedoch deutlich verbessert.
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