Die beste Nervennahrung
Beruf und Familie, der hektische Alltag und unsere schnelllebige Zeit machen Stress beinahe unvermeidbar. Wer lernt, mit Stress richtig umzugehen, muss aber keine gesundheitlichen Nachteile befürchten. Kombinieren Sie Bewegung, Entspannung sowie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu einem Antistress-Programm. Das beruhigt die Nerven und hält fit. Wir zeigen, wie’s geht.
Stress hat gute Seiten – aber nicht auf Dauer Wer hätte das gedacht? Stress ist lebensnotwendig. Ursprünglich ist er eine Alarmreaktion unseres Körpers auf Gefahr oder Überlastung. Sind wir z. B. Lärm, einer Bedrohung oder sozialen Spannungen ausgesetzt, schüttet unser Körper Stresshormone aus, insbesondere Adrenalin. Unter deren Einfluss steigt der Blutdruck und die Muskelspannung nimmt zu. Es wird Energie freigesetzt, um flüchten oder kämpfen zu können. Man spricht in diesem Zusammenhang von dem sogenannten "Flight-or-fight-Syndrome".
Wenn wir
– wie von der Natur vorgesehen
– in einer Stresssituation körperlich aktiv werden, baut unser Körper die Stresshormone wieder ab. Bleiben wir inaktiv, bleibt die Konzentration an Stresshormonen im Blut erhöht. Bei Langzeitstress wird das
Hormon Cortisol ausgeschüttet, das auf Dauer unsere Nerven ganz schön strapazieren und unseren Körper aus dem Gleichgewicht bringen kann.
Stress werden Sie nie ganz vermeiden können. Aber Sie können Ihre Nerven schonen: durch ausreichend Bewegung, eine abwechslungsreiche, ausgewogene und weniger energiereiche Ernährung sowie durch regelmäßige Entspannung.
"Antistress"-Vitalstoffe für gute Nerven Kennen Sie die
Ernährungspyramide? Sie zeigt Ihnen, welchen Stellenwert die verschiedenen Lebensmittelgruppen in unserer Ernährung einnehmen sollten: Von den Lebensmitteln, die auf den breiten unteren Stufen der Pyramide stehen, sollten wir reichlicher essen, als von denen, die sich weiter oben befinden. Ganz unten sind die Getränke angesiedelt, dicht gefolgt von Gemüse, Obst und Getreideprodukten. Bei letzteren sollte man Vollkornerzeugnisse bevorzugen. Wer bei diesen Lebensmittelgruppen täglich zugreift, hilft seinem Körper, mit Stress zurechtzukommen – durch Vitamine und Mineralstoffe.
Vitamine und Mineralstoffe und ihre „Antistress“-Wirkung
| Vitamine und Mineralstoffe |
"Antistress"-Wirkung |
Vorkommen vor allem in |
| B-Vitamine |
Tragen zur normalen Funktion des Energiestoffwechsels und des Nervensystems bei |
Vollkornerzeugnissen, Schweinefleisch, Kartoffeln, Milch und Milchprodukten, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen |
| Vitamin A (Betacarotin), Vitamin C, Vitamin E |
Schutz vor Zellschäden durch freie Radikale |
Obst und Gemüse (Vitamin C besonders in Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Paprika und Grünkohl), Hülsenfrüchten, Pflanzenölen, Nüssen, Samen |
| Magnesium |
Regulation der Erregungsvorgänge an Nerven und Muskeln |
Vollkornerzeugnissen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, grünem Gemüse, Nüssen, Beerenobst, magnesiumreichem Mineralwasser |
| Calcium |
Unter anderem Regulation der Reizleitung an Nerven und Muskeln |
Milch und Milchprodukten, Käse, calciumreichem Mineralwasser |
| Kalium |
Für einen ausgeglichenen Wasser-und Elektrolythaushalt |
Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten |
Gute Laune - hausgemacht Unser Körper produziert ein "Gute-Laune-Hormon": das Serotonin. Je mehr Serotonin im Gehirn vorhanden ist, desto ausgeglichener und entspannter fühlt man sich. Die Aminosäure Tryptophan, z. B. in eiweißreichen Lebensmitteln wie Käse, Quark, Geflügel, magerem Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchten, ist der Baustein des "Gute-Laune-Hormons".
Kohlenhydrate, z. B. Zucker aus Schokolade und Kakao, sorgen dafür, dass für Tryptophan der Weg ins Gehirn geöffnet wird. Genießen Sie also ruhig ab und zu ein Stückchen Schokolade oder eine Tasse leckeren Kakao
– das kann helfen, aus einem kleinen Stimmungstief herauszukommen. Generell sollten Sie Kohlenhydrate aus Vollkornbrot und -nudeln, Naturreis und Cerealien, aber auch aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst bevorzugen. Denn diese gelangen ganz allmählich ins Blut, so dass ihre Wirkung zwar langsam einsetzt, dafür aber länger anhält.
Weitere Tipps für starke Nerven - Setzen Sie sich Prioritäten. Wer klare Ziele für die nächsten Tage, Wochen und Monate hat, konzentriert sich aufs Wesentliche
- Erledigen Sie eines nach dem anderen – das Wichtigste und vielleicht das Schwierigste zuerst. Wer alles auf einmal will, verzettelt sich leicht.
- Machen Sie am Abend eine Liste der Dinge, die Sie am nächsten Tag erledigen müssen. Dann vergessen Sie nichts und Sie haben den Kopf erst einmal frei.
- Sind Sie ein Perfektionist? Wenn Sie immer vollkommen sein möchten, fragen Sie sich, warum. Ist es Ihr eigener Anspruch oder der von anderen, den Sie vielleicht zu wichtig nehmen?
- Entspannen Sie bewusst – mit einer Entspannungstechnik wie Progressiver Muskelentspannung, Yoga oder Autogenem Training.
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