Tai Chi – In der Bewegung entspannen
Tai Chi wird auch als „Schattenboxen“ bezeichnet, denn teilweise sieht es so aus, als würden Tai-Chi-Übende gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen. Ursprünglich gehörte Tai Chi zu den traditionellen, chinesischen Kampfkünsten. Heute wird es eher wegen seiner positiven gesundheitlichen Wirkungen ausgeübt. Die langsamen Bewegungen sollen Körper, Geist und Seele zusammenführen und die Lebensenergie stärken.
Tai Chi wirkt vermutlich gesundheitsfördernd
Grundlage des Tai Chi ist die Lehre von den sich ergänzenden Gegensätzen der Natur: Yin und Yang. Um innere Ruhe und gedankliche Leere (Yin) zu erreichen, bedienten sich daoistische (Daoismus = chinesische Religion) Mönche der bewussten Steuerung von Atem und Bewegung (Yang). Aus diesen Übungen entwickelte sich das Tai-Chi.
Tai Chi eignet sich als entspannte Bewegungsform für Frauen und Männer jeden Alters sowie für Übergewichtige. Unter anderem werden Tai Chi folgende Wirkungen zugeschrieben:
- Innere Ruhe und Ausgeglichenheit
- Vorbeugung von Haltungsschäden und Verspannungen
- Verbesserung des Gleichgewichtssinns und der Gelenkigkeit
- Kräftigung der Rückenmuskulatur und Entlastung der Wirbelsäule
- Positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Nerven und Verdauung
Grundübungen des Tai Chi
Die verschiedenen Tai Chi Übungen werden aufrecht und mit den Füßen auf dem Boden ausgeführt.
- Stellen Sie die Füße schulterbreit auseinander. Rücken und Kopf sind aufrecht, die Knie leicht gebeugt. Jetzt lassen Sie die Arme bei entspannten Schultern vor und zurück schwingen.
- Drehen Sie Ihren Körper aus der Taille heraus nach links und rechts. Die Arme schwingen locker mit.
- Strecken Sie die Arme nach vorne und ballen Sie Ihre Hände mehrmals zu Fäusten, anschließend ausschütteln.
- Strecken Sie sich beim Einatmen auf die Zehenspitzen. Dabei führen Sie die gestreckten Arme in einem großen Bogen seitwärts über den Kopf nach oben. Beim Ausatmen lassen Sie die Arme sinken und kommen dabei wieder auf die Fußsohlen zurück.
Partnerübungen sind besonders wichtig
Besonders wichtig sind Partnerübungen, um Bewegung bewusst zu beobachten und darauf reagieren zu können. Partnerübungen spielen auch eine besondere Rolle bei der Erprobung von Kampftechniken und Selbstverteidigung im Tai Chi.
Die grundlegende Partnerübung ist das "Händeschieben" in unterschiedlichen Ausprägungen. Dabei kommt es darauf an, den Bewegungen des Partners keinen Widerstand entgegenzusetzen und den eigenen Halt zu wahren. Ziel ist es, den Körper mit sich selbst in Einklang bringen, von Anspannung zu befreien und gleichzeitig wachsam zu sein.
Partnerübung "Händeschieben"
- Stellen Sie sich Ihrem Partner gegenüber.
- Nehmen Sie beide das linke Bein vor und stellen Sie Ihre linken Füße parallel, in etwa 30 cm Abstand voneinander.
- Ihre rechten Beine stehen möglichst weit hinten und die rechten Füße sind in einem 45 Grad Winkel nach außen gedreht, damit Sie fest stehen.
- Legen Sie nun Ihre Hände etwa in Brusthöhe gegen die des Partners und schieben Sie sich gegenseitig vor und zurück. Die Bewegung entsteht durch Gewichtsverlagerung aus dem Becken und den Beinen. Der Oberkörper bleibt gerade – Arme und Schultern sind locker.
- Konzentrieren Sie sich während der Übung auf Ihre Atmung: Atmen Sie beim Vorgehen tief in den Bauch aus und beim Zurückgehen tief in den Bauch ein.
Weiterführende Übungen können Sie in Kursen oder aus Büchern mit detaillierten Anleitungen erlernen.
| Wo kann man Tai Chi erlernen? |
| Viele Volkshochschulen, Fitness-Studios und private Tai-Chi-Zentren bieten Tai-Chi-Kurse an. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach einer Kostenübernahme und Kursangeboten in Ihrer Nähe. |
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