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Pilze – faszinierend vielfältig

Gehören Pilze zum Pflanzen- oder Tierreich? Eine Frage, die sich nicht leicht beantworten lässt. Speisepilze befinden sich zwar in der Gemüseabteilung von Supermärkten – zu den Pflanzen gehören sie deshalb aber nicht. Die äußerst vielseitigen Lebewesen sind aber auch keine Tiere. Lesen Sie hier, wie Pilze biologisch einzuordnen sind und welchen Nutzen sie für die Menschen haben – vom Lebensmittel bis hin zu therapeutischen Zwecken.
Pilzkorb
Pilzkorb
Pilze – weder Tier noch Pflanze
Pilze sind Lebewesen, die biologisch weder dem Tier- noch dem Pflanzenreich zugeordnet werden können. So haben Pilze sowohl pflanzliche als auch tierische Eigenschaften. Wie die meisten Pflanzen sind Pilze unbeweglich, also an einen Ort gebunden. Zudem sind die Zellen der Pilze wie bei den Pflanzen von Zellwänden begrenzt. Diese bestehen nicht aus dem Kohlenhydrat Zellulose, sondern aus Chitin, einer bei Insekten und Spinnentieren vorkommenden Skelettsubstanz. Außerdem können Pilze im Gegensatz zu Pflanzen kein Sonnenlicht als Energiequelle für ihr Wachstum nutzen, weil sie kein Chlorophyll, den grünen Blattfarbstoff der Pflanzen, enthalten. Sie sind vielmehr wie die Tiere auf Pflanzen oder andere Tiere als Nahrungsquelle angewiesen, um gedeihen zu können.
Nahrungsmittel – von Speise- bis Schimmelpilz
Pilze sind beliebte Nahrungsmittel. Während die meisten wild wachsenden Pilze nur im Spätsommer und Herbst im Wald zu finden sind, stehen Zuchtpilze, wie Champignons, Shiitake und Austernpilze, das ganze Jahr über zur Verfügung. Pilze spielen aber nicht nur als delikate Leckerbissen eine Rolle. Sie dienen auch beispielsweise zur Herstellung von alkoholischen Getränken, Zitronensäure, Vitamin C, Backwaren und Milchprodukten. So sind Wein-, Bier- und Backhefen bekannte Nutzpilze. Die Oberfläche von Weichkäsen wie Brie, Camembert und Gorgonzola wird mit einer Pilzkultur behandelt, die für die Reifung sorgt. Während des Reifevorgangs entsteht eine arttypische, meist weiße, essbare Schimmelschicht auf der Oberfläche des Käses.
Pilze – gesunde Lebensmittel
Die meisten Speisepilze bestehen zu 90 Prozent aus Wasser. Sie sind deshalb äußerst
kalorienarm und gut für die schlanke Linie geeignet. Die schmackhaften Lebensmittel enthalten hochwertiges Eiweiß sowie lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe. Vor allem der Gehalt anB-Vitaminen (z. B. Niacin), Vitamin D und Kalium ist erwähnenswert. Auch verdauungsfördernde Ballaststoffe sind in einigen  Pilzen in relevanter Menge enthalten. Mit einem Ballaststoffgehalt von 16 Prozent gehört der Trüffel-Pilz zu den Spitzenreitern. Menschen mit Krankheiten wie Bluthochdruck oder Gicht profitieren von dem geringen Natrium- bzw. Purin-Gehalt der Pilze. Wer einen empfindlichen Magen besitzt, sollte  jedoch beim Verzehr von größeren Mengen roher Speisepilze aufpassen. Denn Chitin und andere nicht verwertbare Kohlenhydrate machen Pilze schwer verdaulich. Besser bekömmlich werden die Leckerbissen durch Erhitzen.
Schwermetalle in Wildpilzen
Wildpilze können Schwermetalle, wie Kadmium, Quecksilber und Blei speichern. Zu viel davon schädigen Leber und Nieren sowie das Nervensystem. Verzehren Sie daher nicht mehr als 200 bis 250 Gramm Wildpilze pro Woche. Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten ganz auf Wildpilze verzichten.
Krankheiten – mit Pilzen vorbeugen
Aktuelle Studien lassen vermuten, dass Pilze positive Wirkungen auf das Immunsystem haben und das Wachstum von Tumoren hemmen können. Im Rahmen von klassischen Naturheilverfahren oder der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird beispielsweise der Shiitakepilz bei Erkältungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allergien eingesetzt. Die Wissenschaftler der chinesischen Akademie der medizinischen Wissenschaften in Peking empfehlen den Pilz auch zur Vorbeugung von Altersbeschwerden. Nach Ergebnissen amerikanischer und japanischer Forscher kann der regelmäßige Genuss des Shiitakepilzes das schädliche LDL-Cholesterin im Blut in das nützliche HDL-Cholesterin umwandeln und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Trotz dieser positiven Untersuchungsergebnisse kann der Verzehr von Pilzen jedoch einen Arztbesuch keinesfalls ersetzen.



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