Anthropospische Ernährung

Anthroposophische Ernährung: Körper und Geist im Einklang mit der Natur

Die Anthroposophie wurde um die Jahrhundertwende von Rudolf Steiner begründet. Die anthroposophische Ernährung ist dabei Teil einer ganzheitlichen Lebensweise, die den Körper und Geist des Menschen in Einklang mit der Natur und dem Kosmos bringen soll. Praktisch handelt es sich bei der Ernährungsform um eine vegetarische Ernährung mit reichlich Getreideprodukten aus dem vollen Korn und frischen Lebensmitteln aus ökologischem Anbau.

Respekt vor der Freiheit

Das oberste Grundprinzip dieser Kostform ist die freie Entscheidung des Menschen. So gibt es keine verbotenen oder erlaubten Lebensmittel. Vielmehr soll jeder von uns selbst entscheiden, welche für ihn zuträglich sind. Ein weiteres Merkmal der anthroposophischen Ernährung: die Dreigliederung. Pflanzliche Lebensmittel werden (wie bei Goethe) unterteilt in

  • Wurzel
  • Blatt/Stängel und
  • Blüte/Frucht.

Der jeweilige Teil einer Pflanze regt einen bestimmten Bereich des menschlichen Körpers an. So stärkt die Wurzel beim Menschen die Sinne und Nerven, das Blatt bzw. die Stängel das Herz und die Lungen. Blüte und Frucht regen Stoffwechsel und Fortpflanzung an. Übertragen bedeutet dies: Blatt- und Kopfsalat wirken positiv auf Herz und Lunge, Wurzelgemüse sind wohltuend für Kopf und Nerven, Früchte und Fette regen den Stoffwechsel an. Es wird empfohlen, täglich von Lebensmitteln aus allen drei Bereichen zu essen, um so nach Ansicht der Anthroposophen ein harmonisches Gleichgewicht zu erzielen.

Was für das seelische Gleichgewicht gut ist

Die Anthroposophen lehnen Fleisch ab, da es das Seelisch-Geistige zu sehr in die irdisch-materiellen Verhältnisse einbindet. Auch Kartoffeln und andere Nachtschattengewächse wie Paprika und Auberginen sollen für die seelische Entwicklung weniger günstig sein. Milch und Milchprodukte dagegen werden empfohlen, weil sie ein Gleichgewicht zwischen einer materialistischen und einer vergeistigten Bewusstseinshaltung herstellen. Als traditionelles Grundnahrungsmittel des Menschen ist Getreide das wichtigste Nahrungsmittel. Es stärke die Sinneskräfte, fördere die Konzentration und rege die Verdauung an. Aber auch Obst und Gemüse kommen in anthroposophischen Haushalten reichlich auf den Tisch, wobei auf die Ausgewogenheit der Dreigliedrigkeit geachtet werden soll.

Die Bedeutung der Kieselsäure

Große Bedeutung in der Anthroposophie hat die Kieselsäure (Silikate). Das Bindegewebe gilt als eines der kieselreichsten "Organe" des Körpers. Störungen im sog. Kieselorganismus machen sich nach dieser Lehre z. B. in Haltungsschäden, brüchigen Nägeln, stumpfem Haar und schlechter Reaktionsfähigkeit der Haut bemerkbar. Ein Überschuss an Kieselsäure würde zu Wahrnehmungsstörungen, Schwindel, Schläfrigkeit und Gelenkschmerzen führen. Gegen diese Störungen helfe der Verzehr von Getreide, einer typischen Kieselpflanze.

Lebensmittel in Demeter-Qualität

Wichtig ist den Anthroposophen, dass die Lebensmittel möglichst aus biologisch-dynamischem Landbau stammen (Demeter) und deshalb besonders vitale Kräfte enthalten. Die Verarbeitung der Lebensmittel sehen sie als einen schöpferischen Akt, da der Mensch als einziges Lebewesen die Fähigkeit besitzt, die Nahrung nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Generell bevorzugen die Anhänger der Anthroposophie frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel. Mikrowellen und die Bestrahlung von Lebensmitteln sind ihrer Ansicht nach gesundheitsschädigend.

Unsere Meinung

Bei einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl ist die anthroposophische Ernährung als Dauerkost für Erwachsene geeignet. Es werden i. d. R. reichlich gesundheitsfördernde Ballaststoffe, aber nur wenig Fett, Cholesterin und Alkohol aufgenommen.

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