Zeitreise – was aßen unsere Vorfahren
Millionen von Jahren hat sich die Menschheit hauptsächlich von tierischem
Eiweiß, also von Fleisch, Fisch und Insekten ernährt. Dazu kamen geringere Mengen an Wurzeln und Früchten. Der organisierte Ackerbau brachte die Wende. Es wurden mehr
Kohlenhydrate verzehrt: Früchte, Gemüse, Getreide, Reis und später Brot bereicherten den Speiseplan. Lesen Sie in unserem Artikel, wie sich unsere Vorfahren ernährt haben und wie es heute mit unserem Essverhalten aussieht.
So ernährten sich Jäger und Sammler
Die Menschen der Ur- und Frühgeschichte waren ständig auf Nahrungssuche und lebten als Jäger und Sammler in kleinen Sippen. Zur Jagd gingen wahrscheinlich vorwiegend die Männer. Wissenschaftler gehen davon aus, dass den Frauen eher die Aufgabe des Sammelns zukam, denn dabei konnten sie ihre Kleinkinder mitnehmen.
Viehzucht und Ackerbau waren in der Urzeit unbekannt. Der Speiseplan wurde überwiegend vom Klima bestimmt. Fleisch von gejagten Tieren, z. B. vom Rentier, Wildpferd, Mammut, Wisent, Wildesel oder Hirsch dominierte die Ernährung in kalten Zeiten. Bei höheren Temperaturen kamen gesammelte pflanzliche Kost wie Früchte, Pilze, Nüsse und Samen dazu.
Die Landwirtschaft änderte den Speiseplan
Der Wechsel vom Leben als Jäger und Sammler zur bäuerlichen Sesshaftigkeit veränderte die Ernährung grundlegend. Im Orient begannen die Menschen schon vor 10.000 Jahren damit, Wildgetreide zu kultivieren und Tiere wie Schafe und Ziegen zu domestizieren. Der damit verbundene Abschied vom Nomadendasein verbreitete sich schließlich über den Balkan bis hin nach Westeuropa.
Mit dem Anbau von Feldfrüchten konnten die Menschen nun Vorräte anlegen und waren auf das ständige Jagen und Sammeln nicht mehr angewiesen. Getreide wurde ein Hauptbestandteil der Ernährung. Es konnte schließlich geröstet, zu Mehl gemahlen und zu Brot verbacken werden. Je nach regionalen Bedingungen bereicherten Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen, Kohl, Äpfel, Birnen und Pflaumen den Speiseplan. Auch züchteten die Menschen Schweine, Rinder, Ziegen, Schafe und Geflügel wie Hühner, Gänse und Enten, um sich von deren Fleisch, Eier und Milch zu ernähren.
Im Zuge der industriellen Herstellung von Lebensmitteln sowie der zunehmenden Globalisierung und dem Import von Nahrungsmitteln hat sich das Nahrungsangebot enorm ausgeweitet. In der industrialisierten Welt sind wir heute weitgehend unabhängig von den natürlichen Gegebenheiten unseres Standorts geworden.
| So i(s)st Deutschland |
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Gute Futterverwerter - schlechte Futterverwerter
Da für die Nahrungsbeschaffung keine körperliche Anstrengung mehr erforderlich ist, besteht heute ein deutlich höheres Risiko für Übergewicht, als in Urzeiten. Wir bewegen uns nicht mehr, um auf Nahrungssuche zu gehen und Hungersnöte sind in der industrialisierten Welt auch nicht zu erwarten. Deshalb müssen wir im Gegensatz zu den Urmenschen heute sehr genau darauf achten, dass wir nicht mehr Nahrungskalorien aufnehmen als wir verbrauchen, damit wir nicht zunehmen.
Ihnen ist bestimmt auch schon einmal aufgefallen, dass es Menschen gibt, die scheinbar alles essen können, ohne zuzunehmen – das sind die so genannten "schlechten Futterverwerter". Andere wiederum haben das Gefühl, sie schauen das Essen nur an und nehmen zu. Diese Menschen gehören zu den so genannten "guten Futterverwertern". Ihr Körper lagert Fett leichter als Reserve ein. In Urzeiten wäre dies ein Überlebensvorteil gewesen, da Hungerperioden keine Seltenheit waren. Heutzutage wird diese genetische Anlage zum Nachteil. Durch die geringe Bewegung im Alltag und Nahrung im Überfluss kann die Veranlagung zu Übergewicht führen.
Ess- und Bewegungsgewohnheiten heute
Auch wenn Sie meinen, zu den "guten Futterverwertern" zu gehören, heißt das nicht, dass Sie keine Chance haben, Ihr Körpergewicht in Balance zu halten. Ruhen Sie sich nicht auf dieser Erklärung aus, sondern werden Sie aktiv. Überprüfen sie Ihr Ess- und Bewegungsverhalten. Am einfachsten geht das, wenn Sie ein sogenanntes Ernährungsprotokoll für mindestens eine Woche führen – am besten aber über einen längeren Zeitraum, z. B. einen Monat. Schreiben Sie nach jeder Mahlzeit/Snack auf, was und wie viel Sie zu sich genommen haben. Die alltägliche Bewegung sollte auch nicht zu kurz kommen: 4- bis 5-mal pro Woche 30 bis 60 Minuten sportliche Aktivität empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – notieren Sie auch Ihre Bewegungseinheiten. Am Ende des Zeitraums haben Sie dann einen guten Überblick über Ihre Lebensgewohnheiten. Oft wird einem erst dann bewusst, wann und in welchen Situationen man besonders viel isst oder das man sich mehr bewegen müsste. Versuchen Sie es einfach mal!
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