Ist Zucker ein Nährstoffräuber?
Dass
Zucker und Süßwaren nicht zu den gesündesten Lebensmittel gehören, haben Sie bestimmt schon gehört. Angeblich soll ein hoher Zuckerverzehr unsere Nährstoffversorgung verschlechtern. Richtig ist, dass sich ein moderater Genuss von Süßwaren und Zucker
– so wie er bei uns in Deutschland üblich ist – weder positiv noch negativ auf unsere Versorgung mit lebenswichtigen
Vitaminen und
Mineralstoffen auswirkt. Wenn Sie in Maßen genießen, können Sie das also mit gutem Gewissen tun.
Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker
Wenn wir von Zucker sprechen, meinen wir in der Regel den Haushaltszucker, die
Saccharose. Sie gehört zu den so genannten Zweifachzuckern und ist aus zwei Zuckerbausteinen aufgebaut. Einfachzucker wie
Glukose (Traubenzucker) und
Fruktose (Fruchtzucker) bestehen aus jeweils einem Zuckerbaustein. So genannte Mehrfachzucker, wie die
Stärke in Getreideerzeugnissen und Kartoffeln, setzen sich dagegen aus zahlreichen Zuckerbausteinen zusammen. Einfach- und Zweifachzucker gehören zu den einfachen Kohlenhydraten. Mehrfachzucker werden auch komplexe
Kohlenhydrate genannt. Während Einfach- und Zweifachzucker rasch vom Körper aufgenommen werden, müssen Mehrfachzucker in Magen und Darm zunächst in einzelne Zuckerbausteine zerlegt werden, damit sie ins Blut und in die Körperzellen gelangen können. Dort stehen die Zuckerbausteine als Energiequelle für alle Körpervorgänge zur Verfügung.
Zucker und Vitamin B1
Das Gerücht, dass unser Körper beim Abbau von Einfach- und Zweifachzuckern vermehrt
Vitamin B1 (Thiamin) verbraucht, hält sich hartnäckig. Tatsächlich muss eine bestimmte Menge
Thiamin bereitstehen, damit aus den Zuckerbausteinen Energie gewonnen werden kann. Ob die Zuckerbausteine aus Einfach-, Zweifach- oder Mehrfachzuckern stammen, spielt dabei aber keine Rolle. Auch wird Thiamin nach der Energiegewinnung aus Zucker wieder hergestellt. Es steht also nach der Regeneration erneut für den Energiestoffwechsel zur Verfügung. Wenn Ihr Tagesbedarf an Vitamin B1 gedeckt ist, müssen Sie also keine Mangelerscheinungen befürchten – egal, ob die verzehrten Zucker aus Süßwaren oder Getreide stammen. Laut Ernährungsbericht aus dem Jahr 2004 ist mit der heute üblichen Kost der Bedarf an Vitamin B1 in der Regel gedeckt.
Zucker und Knochendichte
Zucker entkalkt die Knochen
– das hört man ebenfalls oft in der Gerüchteküche. Diese Weisheit geht auf ein Experiment an Kaninchen zurück, das ein japanischer Forscher im Jahre 1926 durchführte. Der Wissenschaftler verabreichte den Versuchstieren täglich eine bestimmte Menge Zucker und stellte fest, dass die Knochen der Kaninchen weich wurden. Heute geht man davon aus, dass die Entkalkung der Knochen nicht auf den Zucker, sondern auf einen Mangel an
Vitamin D zurückzuführen war.
Zucker, Vitamine und Mineralstoffe
Zucker verdrängt nährstoffreiche Lebensmittel vom Speiseplan
– diese Aussage ist widerlegt. Zahlreiche Untersuchungen können den Zusammenhang nicht bestätigen. Sie liefern vielmehr den Hinweis, dass der Zucker, den wir über Lebensmittel wie Süßwaren, Kuchen und Gebäck durchschnittlich verzehren, nicht zu einem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen wie
Vitaminen und
Mineralstoffen führt. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlung zurückgenommen, den Zuckerkonsum auf 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen.
| Süßes in Maßen genießen |
| Obwohl die meisten Experten Zucker für unbedenklich halten, sollten Sie Süßes maßvoll genießen. Denn viele der süßen Köstlichkeiten enthalten nicht nur Zucker, sondern auch kalorienreiches Fett. Wenn Sie regelmäßig zu viel Fett aufnehmen, zeigt sich das bald auf der Waage. |
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Tipp: Wenn Sie ausgewogen und abwechslungsreich – im Sinne der
Ernährungspyramide – essen und trinken, hat auch Süßes Platz auf Ihrem Speiseplan. Und Sie erhalten in der Regel alle Nährstoffe in der empfohlenen Menge.
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