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Schließt Käse wirklich den Magen?

Käse schließt den Magen. Diese Redewendung kennen Sie bestimmt. Angeblich wurde sie von Plinius, einem römischen Schriftsteller aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, erfunden. Tatsächlich scheint an der Käseweisheit etwas Wahres dran zu sein. Zumindest werden wir satt, wenn wir Käse essen. Zudem ist Käse gesund und kann der Zahnkrankheit Karies vorbeugen.
Käse
Käse
Käse ist nahrhaft und macht satt
Wissenschaftler erklären sich die sättigende Wirkung von Käse folgendermaßen: Während der Reifung des Käses wird ein Teil des enthaltenen Fettes zu freien Fettsäuren abgebaut. Diese nun im Käse enthaltenen freien Fettsäuren gelangen über die Speiseröhre und den Magen in den Dünndarm. Dort entstehen durch die Verdauung des Fetts im Käse noch mehr freie Fettsäuren. Wenn die freien Fettsäuren mit der Darmschleimhaut in Kontakt kommen, schüttet diese hormonähnliche Stoffe aus, z. B. Enterogastron. Das Enterogastron verlangsamt die Magentätigkeit und sorgt dafür, dass sich der Magenausgang schließt. Auf diese Weise verzögert sich die Magenentleerung, der Magen bleibt gefüllt und die "Magenfühler" melden den Füllungszustand ans Gehirn. Daraufhin sendet das Gehirn Sättigungssignale aus und wir fühlen uns satt.
Wertvolle Inhaltsstoffe von Käse
Käse schmeckt hervorragend und enthält viele gesunde Inhaltsstoffe der Milch, aus der er gemacht ist. So braucht unser Körper das in Käse enthaltene Eiweiß beispielsweise als Baustoff für Muskeln und Organe. Auch scheint das Käseeiweiß neben dem Käsefett sättigend zu wirken. So haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Aminosäuren Phenylalanin und Tryptophan als Bestandteile des Käseeiweißes zu einem andauernden Sättigungsgefühl führen.

Die  Mineralstoffe Calcium und Phosphor stecken ebenfalls reichlich im Käse. Sie sorgen unter anderem als Bestandteil unserer Knochen für deren Festigkeit. Auch Vitamin A und Vitamin B2 kommen in nennenswerten Mengen vor. Vitamin A brauchen wir beispielsweise für den Sehprozess, Haut, Schleimhäute und unsere Abwehrkräfte. Auch Vitamin B2 sorgt für gesunde Haut und Schleimhäute. Es ist zudem am Energiestoffwechsel beteiligt.
Käse schützt die Zähne vor Karies
Ein weiterer Grund spricht für den Verzehr von Käse als Dessert: Käse kann unsere Zähne vor Karies schützen.

Karies entsteht, wenn im Mund lebende Bakterien aus Nahrungsbestandteilen Säuren bilden, die härtende Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz herauslösen. Um eine Kariesbildung zu verhindern, muss eine solche Demineralisierung verhindert werden bzw. ein rascher Ersatz der herausgelösten Mineralstoffe erfolgen.
Käse bei Raum- temperatur
Käse schmeckt am besten, wenn er eine Temperatur von 16 bis 18 Grad Celsius hat. Diese Temperatur hat er im Allgemeinen nach einer Stunde außerhalb des Kühlschranks. Frischkäse sollten Sie dagegen stets direkt aus dem Kühlschrank servieren.
Wissenschaftler vermuten, dass Milchprodukte und Käse Karies besonders gut vorbeugen können. So äußert sich Prof. Dr. Dr. L. Stößer in der Zeitschrift "Phoenix": "Die protektive Wirkung des Käses beruht vor allem auf der Speichel- stimulation, welche die Demineralisierungsphase in der Mundhöhle verkürzt. Experimentell konnte eine Reduktion des Mineralverlustes von 71 Prozent festgestellt werden." Zudem enthält Käse reichlich Calcium und Phosphat, die herausgelöste Mineralstoffe des Zahnschmelzes ersetzen können.

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