Was macht grünen Tee gesund?
Schon vor mehr als 5000 Jahren wurde Grüntee in China getrunken. Dem in Asien beliebten Heißgetränk werden traditionell heilende und stärkende Kräfte zugeschrieben. Inzwischen bestätigen wissenschaftliche Studien einige positive Wirkungen des Grüntees, der auch in Europa immer beliebter wird. So kann Grüntee vermutlich das Wachstum von Krebszellen hemmen und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.
Grüner Tee: Was steckt drin?
Grüner Tee enthält zahlreiche
Vitamine,
Mineralstoffe und
Spurenelemente, z. B.
B-Vitamine,
Calcium und
Zink. Diese lebenswichtigen
Nährstoffe kommen jedoch nur in geringen Konzentrationen im Grüntee vor. Zu den mengenmäßig interessanteren Inhaltsstoffen zählen die
Flavonoide. Flavonoide gehören zu den
sekundären Pflanzenstoffen und machen etwa 30 bis 34 % des Trockengewichts von Grüntee aus.
Diese Farbstoffe der Pflanzen kommen nicht nur im Grün- und Schwarztee, sondern auch in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten, z. B. in Äpfeln und Grünkohl vor. Zu den vermuteten Wirkungen gehört der Schutz vor Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze. Möglicherweise beugen sie auch bestimmten Krebserkrankungen vor und stärken Herz, Kreislauf und Immunsystem.
Studie: Länger leben durch Grüntee
Forscher der Tohoku Universität in Japan fanden im Rahmen einer Studie heraus, dass sich die Sterblichkeitsrate durch reichlichen Grüntee-Genuss verringert. So hatten Studienteilnehmer aus einer Region im Nordwesten Japans, die täglich mindestens fünf Tassen grünen Tee tranken, eine um etwa 10 Prozent geringere Sterblichkeitsrate als diejenigen, die höchstens eine Tasse am Tag zu sich nahmen. Die Wissenschaftler führen den Unterschied vor allem auf eine verminderte Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Der genaue Wirkmechanismus ist bisher nicht hinreichend geklärt. Vermutlich haben die Flavonoide im grünen Tee einen positiven Einfluss auf Herz und Blutgefäße, indem sie einer Arterienverkalkung vorbeugen.
Neuere Studien zweifeln allerdings die herz- und gefäßschützende Wirkung an, so dass weiterer Forschungsbedarf besteht. Zudem unterliegt der Flavonoidgehalt von Grüntee großen Schwankungen. Es kann also nicht von einer stets gleich bleibenden Wirkung ausgegangen werden.
Flavonoide: Schutz für Herz und Kreislauf
Die wohl wichtigste Eigenschaft der Flavonoide ist ihre so genannte antioxidative Wirkung. Diese verhindert, dass
freie Radikale im Körper ungehindert reagieren und unsere Zellen, z. B. die der Blutgefäße, schädigen. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die in unserer Umwelt und in unserem Stoffwechsel ständig entstehen. Flavonoide und andere
Antioxidantien, wie
Vitamin C und
E können freie Radikale abfangen. So können sie helfen, die Blutgefäße zu schützen und einer Arterienverkalkung, Bluthochdruck und Herzinfarkt vorzubeugen.
Grüntee: Möglicher Schutz vor Krebs
Japanische Forscher haben herausgefunden, dass sich das Flavonoid Epigallocatechin-Gallat (EGCG) im Grüntee gezielt an bestehende Krebszellen heften kann und deren Wachstum bremst. Hirofumi Tachibana und weitere Wissenschaftler von der Kyushu-Universität in Fukuoka zeigten an Lungenkrebszellen, dass ein wachstumshemmender Effekt von EGCG bei bestimmten Krebszellen schon in niedrigen Konzentrationen auftritt. Bereits der Genuss von zwei bis drei Tassen grünen Tees täglich könne diese Wirkung haben, erklärten die Forscher.
| Grüntee schützt Zähne |
| Das im Grüntee enthaltene Spurenelement Fluorid härtet den Zahnschmelz und kann auf diese Weise Karies verhindern. So fand Professor Emeritus Dr. Masao Onishi (Universität Tokio der Medizin und Zahnheilkunde) heraus, dass bereits eine Tasse Grüntee pro Tag die Karieshäufigkeit bei Schulkindern um die Hälfte reduziert. Auch die antibakterielle Wirkung der im Tee enthaltenen Polyphenole schützt vermutlich vor Karies. |
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Positive Wirkung: Weiterer Forschungsbedarf
Um sicher zu gehen, dass die beschriebenen Wirkungen nicht nur im Reagenzglas auftreten, sondern auch beim Menschen gegeben sind, sind weitere Forschungen nötig.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. weist zudem darauf hin, dass grüner Tee trotz der vermuteten Effekte bei ausreichender Trinkmenge kein Heil-, sondern ein Genussmittel ist und sein Konsum keinesfalls als Ersatz für eine gesunde Ernährung und ein gesundheitsbewusstes Verhalten dienen kann
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