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Zöliakie oder einheimische Sprue

Bei einer Zöliakie reagieren die Zellen im Dünndarm überempfindlich auf Eiweiß der Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer. Tritt diese angeborene Krankheit erst im Erwachsenenalter auf, dann wird sie "einheimische Sprue" genannt. Bei Kindern erkranken Mädchen häufiger als Jungen. Bei Erwachsenen ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.
Zöliakie
Zöliakie
Ein Blick in den Darm
Der Körper reagiert bei einer Zöliakie quasi "hinter den Kulissen" – in der Tiefe des Darms. Glutene, das sind spezielle Getreideeiweiße, verursachen eine Schädigung an der Dünndarmschleimhaut, vermutlich durch eine Art allergische Reaktion. Die Dünndarmzotten – das sind Darmausstülpungen, die besonders für die Aufnahme von Nährstoffen in den Körper wichtig sind – bilden sich mehr oder weniger stark zurück bzw. werden abgebaut. Die Folge: Die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung in den Körper kann beeinträchtigt werden.  Die Unverträglichkeit auf Gluten, manchmal auch Klebereiweiß genannt, bleibt lebenslang bestehen. Warum es schädigend wirkt, ist noch immer nicht abschließend geklärt. Für die Krankheit besteht eine erbliche Disposition.

Zöliakie/Sprue erkennen

Babys und Kleinkinder, die unter einer einer Zöliakie leiden, sind meist leichter als ihre Altersgenossen. Ihr Bauch ist gebläht bei geringem Körpergewicht, die Windel ist oft mit Stuhlgang gefüllt und es kann zu Erbrechen nach der Nahrungsaufnahme kommen. Ein typisches Zeichen der Zöliakie ist, dass sie sich unterschiedlich rasch entwickelt: Bei manchen Säuglingen sind wenige Wochen nach dem ersten Getreidebrei erste Anzeichen zu bemerken, andere Kinder reagieren erst Jahre später. Weitere Symptome, vor allem bei Erwachsenen, sind: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Völlegefühl, Bauchschmerzen und/oder fettiger Durchfall. Zusätzlich verschlechtert sich das Befinden oft durch Mangelzustände, denn einige Mineralstoffe und Vitamine können aufgrund der geschädigten Darmschleimhaut vom Körper nicht aufgenommen werden. Dazu zählen z. B. Eisen, Folsäure, CalciumVitamin D oder Vitamin K. Dadurch kann es zu weiteren Symptomen wie z. B. trockene, spröde Haut oder Blutarmut durch Eisenmangel kommen. Auch kann eine Unverträglichkeit für Milchzucker (Lactose) hinzukommen. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich. Manchmal sind die Symptome so unspezifisch, dass man nicht sofort an eine Zöliakie denkt.
Tipps, Hilfe und Unterstützung
Hilfe und Unterstützung finden Sie bei der Zöliakie-Gesellschaft (DZG) e.V., Filderhauptstraße 61, 70599 Stuttgart, www.dzg-online.de. Dort erhalten Sie z. B. ein Handbuch mit Tipps sowie Listen glutenfreier Lebens- und Arzneimittel.

Mit einer Zöliakie leben
Steht die ärztliche Diagnose nach einer Gewebeprobe aus dem Dünndarm (Dünndarmbiopsie) fest, dann müssen Sie glutenhaltige Lebensmittel von Ihrem Speiseplan streichen. So können sich die Darmzotten wieder aufbauen. Allerdings können bereits kleinste Mengen Gluten einen Rückfall bewirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie die Therapie im Einzelnen aussehen muss. Allgemein gilt: Vorsicht ist angesagt bei Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und allen Produkten, die daraus hergestellt werden, wie z. B. Brot und Nudeln. Vertragen werden die glutenfreien Getreidearten Mais, Hirse, Buchweizen und Reis. Außerdem sind nach wie vor Gemüse, Kartoffeln, Obst, Fleisch, Fisch und Ei geeignet. Testen Sie aus, ob Sie Milch oder Milchprodukte vertragen. Achten Sie bei verarbeiteten Lebensmitteln unbedingt auf die Zutatenliste. Wenden Sie sich an den Hersteller und fragen Sie, welche Produkte ohne Zusatz von Gluten produziert werden. Für glutenempfindliche Menschen gibt es zusätzlich im Handel diätetische Lebensmittel, die glutenfrei hergestellt werden. Sie sind an einer durchgestrichenen Weizenähre oder am Aufdruck "glutenfrei" erkennbar.

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