Hoher Blutdruck: Zeigen Sie Eigeninitiative
Über die Hälfte der 35- bis 64-Jährigen in Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck, vor allem Männer. Das Heimtückische daran ist, dass es die meisten Betroffenen nicht merken, denn Bluthochdruck bereitet in der Regel keine Schmerzen. Schwindelgefühle, Kopfschmerzen oder anhaltende Nervosität können jedoch erste Anzeichen sein. Viele Patienten haben es selbst in der Hand, ihren hohen Blutdruck auf ein normales Niveau zu senken. Denn oftmals ist es bereits hilfreich, überflüssige Pfunde zu verlieren, sich ausgewogen und salzarm zu ernähren und den Alkoholkonsum zu reduzieren. Auch mehr Bewegung und Stressreduktion können helfen, hohen Blutdruck zu senken.
Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?
Unter welchem Druck das Blut "steht", wird durch zwei Zahlen ausgedrückt, durch den so genannten systolischen und den diastolischen Wert. Der erste Wert, also der systolische Druck, liegt immer höher. Er entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien drückt. Der zweite Wert, der diastolische Druck, stellt sich ein, wenn sich das Herz entspannt und sich die Herzkammern wieder mit Blut füllen. Als ideal gilt ein Blutdruckwert von 120/80 mm Hg (120 zu 80 Milligramm Quecksilber). Von einem erhöhten Blutdruck spricht der Arzt, wenn er bei mehreren Blutdruckmessungen Werte über 140/90 mm Hg gemessen hat. Er bezeichnet das dann als
Hypertonie, gemeint ist
Bluthochdruck. Eine einmalige Messung sagt allerdings noch nichts über einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck aus. Denn Schwankungen des Blutdrucks innerhalb eines Tages sind ganz normal. Auch momentane Nervosität aufgrund der Untersuchung kann beispielsweise den Blutdruck vorübergehend erhöhen. Der Arzt wird daher erst einen hohen Blutdruck diagnostizieren, wenn die Werte bei mehreren Messungen in Ruhe bzw. unter Belastung und an verschiedenen Tagen von der Norm abweichen.
Schwerstarbeit fürs Herz - nicht ohne Folgen Meistens treten bei erhöhtem Blutdruck zunächst keine Beschwerden auf. Die Betroffenen fühlen sich oft fit und munter. Bei sehr hohem Blutdruck kann es aber zu Kopfschmerzen, Schwindel, Rötungen der Gesichtshaut oder Ohrensausen kommen. Wenn diese Symptome öfter auftreten, dann lassen Sie sich zur Abklärung der Ursache bei Ihrem Arzt untersuchen. Je früher Sie ärztliche Hilfe bekommen, um so besser. Bei ständig erhöhtem Blutdruck muss das Herz schwere Arbeit leisten und die Arterien werden stärker belastet. Sie neigen dann zur
Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Dadurch steigt das Risiko eines Schlaganfalls, einer Herzerkrankung, eines Nierenleidens oder von Augenschäden. Alle diese Erkrankungen gehören in die Hand eines Arztes.
Ursache häufig unbekannt Bei etwa 80-90 % der Patienten ist die Ursache für hohen Blutdruck noch weitgehend unbekannt. Allerdings begünstigen verschiedene Faktoren die Entstehung. Neben der Veranlagung zählen dazu Alter, Geschlecht, Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, erhöhter
Kochsalz- und Alkoholkonsum. Bei den restlichen 10-20 % steckt eine andere Grunderkrankung wie Nieren- oder Herzerkrankung dahinter. Je nach Höhe des Blutdrucks und Krankengeschichte des Patienten kann als erster Schritt der Therapie bereits ausreichen, die Ernährung umzustellen, sich mehr zu bewegen und zu lernen, mit Stress besser umzugehen. Bei schwereren Fällen ist es immer erforderlich, auch Medikamente einzunehmen. Möglicherweise lässt sich aber durch die Kostumstellung die Zahl der Tabletten verringern. Das sollte in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden.
Was Sie als Betroffene tun können
So können Sie selbst Ihren hohen Blutdruck positiv beeinflussen und senken. Übrigens: Diese Tipps entsprechen den Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung und sind daher auch für gesunde Personen relevant.
- Falls Sie übergewichtig sind, sollten Sie Ihr Körpergewicht unbedingt reduzieren. Der Grund: Mit den purzelnden Pfunden kann sich möglicherweise gleichzeitig der Blutdruck verringern.
- Beschränken Sie die Kochsalzzufuhr auf maximal 6 g täglich. Dies gelingt, indem Sie kochsalzreiche Lebensmittel wie z. B. Konserven, Salzgebäck, gepökelte und geräucherte Fleisch- und Fischerzeugnisse meiden. Statt Speisen übermäßig zu salzen besser mit Kräutern oder Gewürzen abschmecken.
- Ernähren Sie sich ausgewogen mit wenig, aber hochwertigem Fett, reichlich Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und zwei Seefischmahlzeiten pro Woche z. B. mit Makrele, Hering oder Lachs. Das wirkt sich nicht nur günstig auf den Blutdruck, sondern gleichzeitig auch positiv aufs Gewicht und Ihre Gesundheit aus. Der Seefisch liefert z. B. reichlich Omega-3-Fettsäuren, die zudem positiv auf Blutgefäße und Herz wirken.
- Alkohol treibt den Blutdruck in die Höhe. Daher sollte es bei Männern nicht mehr als 20 g pro Tag sein, bei Frauen höchstens 10 g Alkohol täglich – und diese Mengen möglichst nicht jeden Tag. Zum Vergleich: Ein Glas Weißwein enthält rund 12 g Alkohol, ein Glas Schnaps etwa 6 g.
- Regelmäßige körperliche Bewegung kann die Behandlung unterstützen. Zu empfehlen sind Walken, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren im normalen Tempo oder Golf.
- Nehmen Sie sich Zeit zum Entspannen . Vielleicht helfen Ihnen dabei Techniken wie autogenes Training oder Yoga
- Werden Sie Nichtraucher! Wenn Sie an Bluthochdruck leiden und gleichzeitig rauchen, steigt Ihr Risiko für einen Herzinfarkt.
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