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Tipps bei Gicht und erhöhtem Harnsäurespiegel

Im Mittelalter war Gicht als Krankheit der Reichen bekannt. Heute ist sie eine der häufigsten ernährungsmitbedingten Stoffwechselkrankheiten bei Erwachsenen. Gicht entsteht durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Ärzte unterscheiden in die primäre (angeborenen) und sekundäre (erworbenen) Form. Die primäre Gicht ist auf eine Stoffwechselerkrankung zurück zu führen, die mit einer Ausscheidungsstörung der Niere einhergeht. Bei der sekundären Form wird die Gicht durch Erkrankungen wie z. B. Tumore, Blutarmut und bei Diabetes mit Nierenfunktionsstörungen ausgelöst. Ernährungsbedingte Ursachen können totales Fasten oder erhöhter Fleisch- und Alkoholkonsum sein.
Gicht
Gicht
Wie kommt Harnsäure ins Blut?

Purine werden im Stoffwechsel über mehrere Zwischenschritte zu Harnsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Ist diese Funktion wie bei der primären Gicht gestört, bleibt die Harnsäure im Körper. Das bedeutet, der Harnsäurespiegel im Blut steigt an. Außerdem nehmen wir Harnsäure über die Nahrung auf, besonders über tierische Lebensmittel. Erhöhte Harnsäurewerte bleiben meist über Jahre unbemerkt und beschwerdefrei. Bei permanent erhöhten Werten kommt es letztendlich zur Gicht. Harnsäurekristalle lagern sich gerne am großen Zeh, in Schleimbeuteln, in den Sehnenscheiden, Ohrknorpel oder in den Nieren als Steine ab. Beim akuten Gichtanfall sind plötzlich einsetzende, massive Schmerzen, verbunden mit starker Rötung und Schwellung in diesen Bereichen, typisch. So weit muss es nicht kommen, wenn rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden bzw. mit einer ausgewogenen Ernährung im Sinne der Ernährungspyramide vorgebeugt wird.
Der Blutwert gibt Auskunft
Ob und wie hoch der Harnsäurespiegel ist, wird über das Blut bestimmt. Männer sind deutlich häufiger von erhöhten Werten und Gicht betroffen als Frauen. Doch auch für Frauen steigt das Risiko mit Beginn der Wechseljahre, da jetzt die schützende Wirkung der Östrogene fehlt. Während einer längeren Fastenperiode oder bei extremen Diäten kann sich durch vermehrten Abbau von Körperzellen der Harnsäurewert erhöhen. Und auch im gegenteiligen Fall, wenn zu viel Fleisch und Alkohol auf dem Speiseplan stehen, steigt der Wert.
Harnsäure:  
Normwerte im Blut:
• Männer: 3,5 bis 7,0 mg/dl
• Frauen: 2,5 bis 5,7 mg/dl
Quelle: medizininfo.de
Wie wird behandelt?
Bei erhöhten Harnsäurewerten liegt das erste Mittel der Wahl in einer Umstellung der Essgewohnheiten. Bleibt der Harnsäurespiegel auf Dauer erhöht und zeigt die Ernährungsumstellung allein keinen Erfolg, werden zusätzlich Medikamente eingesetzt. Sie reduzieren entweder die Harnsäureproduktion im Körper, oder erhöhen die Harnsäureausscheidung über die Nieren. Bei akuten Gichtanfällen können entzündungshemmende Schmerzmittel in Kombination mit kalten Umschlägen innerhalb weniger Stunden erhebliche Besserung bringen. Besprechen Sie die Therapie mit Ihrem Arzt und lassen Sie die Werte regelmäßig überprüfen.
Tipps bei erhöhtem Harnsäurespiegel und Gicht  
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht! Versuchen Sie langsam abzunehmen
  • Essen Sie jeden Tag frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und wenig Hülsenfrüchte (purinreich)
  • Genießen Sie täglich fettarme Milch und Milchprodukte
  • Achten Sie auf den Puringehalt der Lebensmittel. Meiden Sie Innereien, Schalen- und Krustentiere sowie Fischkonserven wie Ölsardinen und Co
  • Essen Sie am Tag max. 100 g Fleisch, Wurst, Fisch oder Geflügel
  • Trinken Sie selten Alkohol , er hemmt die Harnsäureausscheidung
  • Essen Sie fettarm . Ein hoher Fettverzehr begünstigt Übergewicht
  • Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter kalorienfreie Flüssigkeit . Empfehlenswert: Mineralwasser, Tees und Fruchtsäfte

Damit Ihnen die praktische Umsetzung leichter fällt, empfiehlt sich eine qualifizierte Ernährungsberatung. So können Sie offene Fragen klären und Ihre Werte gesund und effektiv senken.

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