Nestlé Studie 2009: So is(s)t Deutschland
Die Gesellschaft verändert sich rasant: Die Menschen werden immer älter, der Anteil berufstätiger Frauen wächst, genauso die Zahl der Single- und Zweipersonen-Haushalte. All diese Trends beeinflussen das Ernährungsverhalten – wer anders lebt, der isst auch anders. Nestlé wollte deshalb herausfinden, was, wie und wann Deutschland eigentlich isst. Aus diesem Grund untersuchte die Nestlé Studie 2009 die Ess- und Trinkgewohnheiten der Deutschen und stellte sie in Zusammenhang mit ihren Wünschen und Vorstellungen sowie den gesellschaftlichen Entwicklungen. Gern stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse vor.
Gesunde Ernährung gilt als ein Stück Lebensqualität
Eine gute Ernährungsweise liegt dem Großteil der Deutschen am Herzen: 64 Prozent der Befragten messen ihr eine große bis sehr große Rolle im eigenen Leben bei. Für 53 Prozent bedeutet ausgewogene Ernährung sogar ein wichtiges Stück Lebensqualität.
Termine diktieren die Mahlzeiten Ein besonders deutliches Ergebnis der Nestlé Studie: Bei rund einem Drittel der Deutschen wird das Essverhalten von einen unregelmäßigem Tagesablauf beeinflusst. Von den Berufstätigen gaben 33 Prozent der Befragten an, dass sie nur unregelmäßig essen können und das als störend empfinden. Das gilt insgesamt für 26 Prozent der Bevölkerung. Nur 35 Prozent der arbeitenden Bevölkerung kommt dazu, ein richtiges Mittagessen einzunehmen, und nur jeder Zweite hat Zeit zu frühstücken.
Unter der Woche muss es schnell gehen Nicht nur die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten, sondern auch deren Qualität leidet oft unter der modernen Lebensweise. 56 Prozent der Berufstätigen in Deutschland gaben an, sich unter der Woche nicht so gesund und abwechslungsreich ernähren zu können, wie sie es gerne möchten.
Zeit zum Kochen ist Luxus Wem generell wenig Zeit zum Essen bleibt, der kommt auch kaum zum Kochen. Obwohl viele gerne öfter am Herd stehen würden, bleiben 36 Prozent der Bevölkerung, und damit jedem zweiten Berufstätigen, unter der Woche nichts anderes übrig, als ihr Essen möglichst schnell zuzubereiten. Ausgiebiges Kochen ist dadurch eher zu einem Wochenendvergnügen geworden. Interessant sind diesbezüglich die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Kochen ist nach wie vor in erster Linie Frauensache. 73 Prozent der Frauen, aber nur 21 Prozent der Männer kochen in ihrem Haushalt. Bei den Berufstätigen sind es 67 Prozent der Frauen, aber nur 20 Prozent der Männer, die regelmäßig den Kochlöffel schwingen.
Außer Haus essen als praktische Alternative Der Wunsch, trotz Zeitmangel warm zu essen und sich mal etwas zu gönnen, treibt 46 Prozent der Deutschen regelmäßig (mindestens einmal pro Monat) zum Essen außer Haus. Besonders das Frühstück und das Mittagessen nehmen viele Berufstätige häufig „to Go“ oder in Gaststätten ein. Neben Restaurants sind vor allem Cafés, Schnellimbisse, Fast-Food-Restaurants und Cafeterien großer Einzelhandelsketten beliebt.
Essen als Gemeinschaftserlebnis Da viele Menschen häufig nur zwischen Tür und Angel essen können, steigt der Stellenwert gemeinsamer Mahlzeiten. Essen in Gesellschaft liegt eindeutig im Trend: 88 Prozent der Befragten gaben an, ihr Essen in einer geselligen Runde am meisten zu genießen. Dabei stehen nicht nur Familienmahlzeiten hoch im Kurs: 54 Prozent der Unter-Dreißig-Jährigen verabreden sich mehrmals im Monat mit Freunden zum Essen.
Zurück zum Ursprünglichen
Menschen, die Wert auf eine gesunde Ernährung legen, achten auch auf Herkunft und Produktionsweise von Lebensmitteln. Frische ist für 82 Prozent das wichtigste Auswahlkriterium. Aber auch naturbelassen sollen die Nahrungsmittel für viele sein (32 Prozent). Produkte aus artgerechter Tierhaltung sowie regionale und saisonale Lebensmittel stehen bei Gesundheitsbewussten besonders hoch im Kurs.
Unbegrenztes Angebot – wenn das Essen lockt Heute steht uns ständig eine Fülle an verschiedenen Lebens- und Genussmitteln zur Verfügung. Kein Wunder, dass es vielen schwerfällt, sich angesichts des verlockenden Angebots zurückzuhalten. Jeder fünfte Befragte gab an, öfter zwischendurch zu essen, ohne Hunger zu haben und meist zu viel zu essen. Ein wachsender Teil der Bevölkerung kennt zwar die Prinzipien einer gesunden und maßvollen Ernährung. Vielen fällt es jedoch schwer, diese im Alltag einzuhalten. Insgesamt ist das Einkaufs- und Ernährungsverhalten der Deutschen von starken Widersprüchen geprägt: Vielen gefällt zwar die Vorstellung, frische Lebensmittel auf einem hübschen Wochenmarkt einzukaufen, tatsächlich erledigen sie ihre Einkäufe jedoch im Discount-Supermarkt.
Gesundheitsbewusst bis ins hohe Alter Wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die Gesundheit ist, hat auch die ältere Generation verinnerlicht. Ein Großteil der Älteren ernährt sich gesundheitsbewusst. Das gilt auch für 60- bis 80-Jährige, die nicht aufgrund von Erkrankungen auf ihr Essverhalten achten müssen.
Sieben Ernährungstypen – Welcher sind Sie? Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Einteilung der Deutschen in sieben prägnante Ernährungstypen: vom Problembewussten über den modernen Multi-Optionalen bis hin zum Gesundheitsidealisten oder Leidenschaftslosen. Sie möchten wissen, welcher Ernährungstyp Sie sind? Der
Nestlé Ernährungstypen-Test liefert die Antwort. Zudem erhalten Sie interessante Informationen zu Ihrem Typ sowie viele wertvolle Ernährungstipps. Die Ergebnisse der Nestlé Studie 2009 sind auch als Buch im Deutschen Fachverlag (dfv) erschienen. Unter dem Titel „So is(s)t Deutschland – Ein Spiegel der Gesellschaft“ finden Sie sämtliche Details der Studie.
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