Unter "Diabetes mellitus" werden Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels zusammengefasst, die zu einer dauerhaften Erhöhung der Konzentration von Glukose (Traubenzucker) im Blut führen.
Inhaltsverzeichnis
- Insulinmangel als Auslöser
- Symptome bei Diabetes mellitus
- Arten von Diabetes mellitus
- Therapie von Diabetes mellitus
Insulinmangel als Auslöser
Diabetes mellitus beruht auf einem Mangel an Insulin, einem Hormon der Bauchspeicheldrüse, welches der Körper braucht, um den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten. Normalerweise sorgt Insulin dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt und dort als Energiequelle zur Verfügung steht. Wenn Insulin fehlt, steigt der Blutzucker an, denn der Körper kann die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate, beispielsweise aus Brot, Müsli, Nudeln, Kartoffeln, Obst und Süßigkeiten, nicht vollständig verwerten. Glukose, der Baustein vieler Kohlenhydrate, häuft sich im Blut an. Dadurch kann es langfristig beispielsweise zu Schäden an Blutgefäßen, Nerven, Augen und Nieren kommen.
Symptome bei Diabetes mellitus
Bei stark erhöhtem Blutzuckerspiegel, scheiden Diabetiker den Zucker teilweise mit viel Flüssigkeit über die Nieren aus. Dazu wird dem Körper Wasser entzogen und der Zuckerkranke bekommt deshalb Durst. Das ständige Durstgefühl ist ein mögliches Symptom für das Vorliegen der Zuckerkrankheit.
Typische Symptome, die mehr oder weniger stark in Erscheinung treten und sowohl einzeln als auch kombiniert vorkommen können, sind:
- häufiges Durstgefühl
- häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit
- Schwindel
- Mattigkeit
- Antriebsarmut
- Kraftlosigkeit
- Lustlosigkeit
- Sehstörungen
- Juckreiz
- Entzündungen der Haut
- schlecht heilende Wunden
- Infektionen an den Geschlechtsorganen
- Harnwegsinfekte
- Gewichtsverlust
Arten von Diabetes mellitus
Der Diabetes mellitus wird in zwei große Gruppen eingeteilt: den Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Während Typ 1 Diabetiker kein Insulin herstellen können, verfügen Diabetiker vom Typ 2 zwar über ausreichend Insulin. Dieses ist jedoch teilweise unwirksam, da die Körperzellen weniger empfindlich auf das produzierte Insulin reagieren.
Typ 1: Absoluter Insulinmangel
Der so genannte insulinabhängige Diabetes mellitus Typ 1 tritt meist im Kindes- oder Jugendalter auf. Es kommt zu einem Mangel an Insulin, weil die Langerhansschen Inseln der
Bauchspeicheldrüse zerstört sind und kein Insulin mehr herstellen können. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel schnell und stark an.
Bei Diabetes mellitus Typ 1 ist eine lebenslange Insulinbehandlung erforderlich. Ohne rechtzeitige Therapie kann es innerhalb weniger Wochen beispielsweise zu Gewichtsverlust und Unwohlsein bis hin zum diabetischen Koma mit Bewusstlosigkeit kommen. Langfristig treten vor allem Augen-, Nieren- und Nervenschäden sowie Durchblutungsstörungen auf. Darüber hinaus ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Typ 2: Relativer Insulinmangel
Diabetes mellitus vom Typ 2 wird auch als nicht insulinabhängiger Diabetes bezeichnet. Typ 2 Diabetiker sind meist älter als 40 Jahre. Sie bilden genügend Insulin, das aber an den Körperzellen nicht richtig wirken kann. Deshalb verbleibt die Glukose im Blut und trotz hoher Insulinspiegel steigen die Blutzuckerwerte an. Etwa 90 Prozent der Typ 2 Diabetiker haben Übergewicht. Wenn sie ihr Gewicht senken, kann Insulin wieder besser wirken und eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels ist auch ohne Medikamente möglich. Ein Diabetes vom Typ 2 wird häufig erst relativ spät diagnostiziert, da die Symptome anfangs nicht schwerwiegend sind und nicht eindeutig auf die Erkrankung schließen lassen. Folgeschäden an Herz, Nieren, Augen und Nerven können zum Zeitpunkt der Diagnose bereits entstanden sein.
Therapie von Diabetes mellitus
Mit der geeigneten Therapie und einem geregelten Lebensablauf können Diabetiker ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.
Beim Typ-1-Diabetes muss Insulin lebenslang von außen durch Injektionen ersetzt und exakt auf die Ernährung abgestimmt werden. Beim Typ-2-Diabetes lässt sich der gestörte Glukosestoffwechsel oft mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten normalisieren. Dazu gehört vor allem eine Reduktion des Übergewichts.
Für beide Diabetestypen ist eine fettbewusste, ballaststoffreiche und bedarfsgerechte Ernährung im Sinne der Ernährungspyramide wichtig. Auch kleine Mengen gezuckerter Lebensmittel werden meist gut vertragen. Zucker in konzentrierter bzw. flüssiger Form z. B. in mit Zucker gesüßten Getränken wie Kaffee, Tee, Cola und Limonade sollten Diabetiker nicht verzehren.
Folgende Regeln gelten sowohl für Diabetiker als auch für Stoffwechselgesunde:
- Täglich frisches Gemüse und Obst (5x am Tag) verzehren
- Kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Brot, Müsli, Nudeln, Reis und Kartoffeln regelmäßig über den Tag verteilt essen - dabei ballaststoffreiche Vollkornprodukte bevorzugen
- Bei Milch, Milchprodukten, Fleisch und Wurst fettarme Varianten wählen
- Wertvolle Pflanzenöle wie Raps- oder Olivenöl einsetzen
- Mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken: ideal sind Mineralwässer und ungezuckerte Tees
- Möglichst wenig Zucker, Süßes und Co. verzehren
Weblinks
Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/mitteilungen/leitlinien/leitlinien.php
Diabetes-Portal für Fachleute
http://www.diabetes-world.net/26500
Informationen des Deutschen Diabetes Zentrums DDZ
http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de