Chatprotokoll vom 18. November 2009: „Die Nestlé Studie: So is(s)t Deutschland“
Am 18. November fand unser Expertenchat mit Dr. Elke Arms und Alexander Falser statt. Lesen Sie hier alle Fragen und Antworten.
Unsere Experten: Dr. Elke Arms und Alexander Falser
Dr. Elke Arms ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin und verantwortlich für die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio. Alexander Falser ist Leiter der Nestlé Marktforschung.
Was möchten Sie mit den Ergebnissen der Nestlé Studie erreichen? Ziel der Nestlé Studie ist es, die Produkte noch mehr auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Verbrauchergruppen im Markt auszurichten. Dazu muss man seine Verbraucher und ihre Bedürfnisse sehr gut kennen.
Ich habe den Ernährungstypentest gemacht, und es kam heraus, dass ich ein Nestwärmer bin. Dabei bin ich Single und habe auch keine Kinder. Wie kann das sein? Nestwärmer ist eine Grundeinstellung. Hier geht es um das Bedürfnis, Anderen Gutes zu tun. So eine Einstellung kann man selbstverständlich auch als Single/ohne Kinder haben, z. B. als Onkel, der sich liebevoll um Neffen kümmert und gerne für sie kocht.
Welchen der sieben Ernährungstypen empfehlen Sie? Eine Aussage, welcher Ernährungstyp „der beste“ ist, kann nicht getroffen werden. In Bezug auf Gesundheit kennen sich die Gesundheitsidealisten, die Nestwärmer und die Problembewussten im Bereich der gesunden Ernährung sehr gut aus, sie informieren sich über die Zusammensetzung der Nahrung. Sie nutzen die Möglichkeit, körperliche Probleme über die Ernährung zu therapieren.
Wie wurden die 4.000 Teilnehmer, die für die Nestlé Studie befragt wurden, ausgewählt? Probanden wurden nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Es ging uns darum, Geschlechter repräsentativ zu berücksichtigen, aber auch das Alter der Personen sowie Haushaltseinkommen und Bildung. Wir sind im Alter bewusst bis 79 J. gegangen, da das heute bei Befragungen oft nicht gemacht wird und damit einen wichtigen Teil der Bevölkerung auslässt.
Ich habe einen vollen Terminkalender und keine Zeit zum Kochen. Fast Food ist da sehr praktisch. Haben Sie Tipps, wie ich mich trotzdem gesund ernähren kann? Mit ein paar einfachen Tricks können Sie den Gesundheitswert von Fast Food erhöhen. Der einfache Hamburger ist relativ fettarm. Nehmen Sie statt eines weißen Brötchens ein knuspriges aus Vollkornmehl. Dazu wählen Sie als weitere Komponenten zum Essen Obst oder Salat, Saft oder/und ein Milchprodukt aus, diese Lebensmittel liefern dem Körper wichtige Nährstoffe.
Was mache ich, damit ich zum Sport komme? Ich habe immer andere Ausreden, um mich ja nicht körperlich zu betätigen. Wer hilft mir aus meiner Transusigkeit? Versuchen Sie erstmal herauszufinden, welche Sportart Ihnen Spaß macht. Sie können hier im Nestlé Ernährungsstudio den Sportartenfinder nutzen. Natürlich gibt es auch bei der „Lieblingssportart“ immer mal die Situation, dass man gerade keine Lust dazu hat. Versuchen Sie einfach nach der Devise zu gehen, es gibt keine Ausreden, um keinen Sport zu machen. Egal ob es regnet, schneit, Sie müde oder gar keine Zeit haben, „Sport wird gemacht“. So schaffen Sie vielleicht, in einen Rhythmus zu kommen und Sport wird zu einem festen Bestandteil Ihres Tages.
Ich hab schon so viele Diäten und Ernährungsumstellungen durch. Ich weiß bald nicht mehr, was ich noch machen soll. Mal nehme ich ab, aber auch ganz schnell wieder zu. Was soll ich Ihrer Meinung nach tun? Sie können Sich an die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio wenden. Hier können wir Sie individuell in Bezug auf Gewichtsreduktion betreuen. Die Hotline der Ernährungsberatung erreichen Sie von Montag bis Freitag von 8.00 - 18.00 Uhr unter 069-6671 8888.
Auf vielen Nahrungsmittel stehen neuerdings die GDA drauf - warum ausschließlich von Frauen?
Weil Nahrungsmittelhersteller keine individuellen Werte für jeden Einzelnen auf die Verpackung drucken können, wurden den Berechnungen Durchschnittswerte zugrunde gelegt und einheitliche Formulierungen für die Darstellung von Nährwerte auf den Verpackungen festgelegt. So ergeben sich Richtwerte, basierend auf einer Ernährung von 2000 kcal. Mehr dazu finden Sie
hier im Nestlé Ernährungsstudio.
Kann man auch Kindern einen Ernährungstyp zuordnen?
Das kann man prinzipiell machen. Allerdings hat Ernährung auch viel mit Weltanschauung zu tun, mit Lebenseinstellung etc. Hier kann man Kinder nicht sinnvoll befragen. Zudem sind Kinder oft ein Spiegelbild ihrer Eltern - somit reichen die Erwachsenen im Grunde.
Ich wünschte, ich könnte meinen Sohn da etwas mehr leiten. Aber leider möchte er am liebsten nur Schokolade essen und nichts anderes. Er mag gar kein Gemüse. Wie kann ich ihm das denn unterjubeln? Wählen Sie am besten leicht süß schmeckende Gemüsesorten aus, wie Erbsen, Cocktail-Tomaten, Möhren oder auch mal Mais. Sie können auch rohes Gemüse vor dem Hauptmahlzeit zum "Knabbern" anbieten. Gemüse lässt sich auch gut in Soßen "verstecken", in dem Sie es mitkochen und anschließend pürieren. Gut funktioniert auch, Kinder beim Kochen helfen zu lassen. Rohes Gemüse unter Anleitung zu schälen oder zu schneiden, animiert Kinder, das Gemüse zu probieren und es auch mit Spaß zu Essen.
Lässt sich denn wirklich jeder Mensch einem Ernährungstypen zuordnen? Im Grunde ja. Unsere Segmentierung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit den Typus voraussagen. Wir haben wenige Personen gefunden, die zwischen den Segmenten sind. Dann allerdings auch zwischen Segmenten, die Sinn machen, also Gesundheitsidealisten und Nestwärmer.
Ich finde, Ihnen fehlt ein Ernährungstyp! Was ist mit den Genussmenschen?
Es gibt sehr viele, für die das Essen eine sinnliche Erfahrung ist. Das geht in Ihrer Studie total unter. Die Genussmenschen sind oftmals in den Maßlosen enthalten. Maßlose sind nicht unbedingt nur an Menge interessiert. Sie sind auch einfach Leute, die gerne essen, fettes Essen mögen, Spaß am Essen haben etc. - Genussmenschen eben.
Dass ich aufgrund meines vollen Terminkalenders wenig Zeit habe, gesund zu essen, weiß ich selber. Wie soll mir die Nestlé Studie helfen, das zu ändern? Die Nestlé Studie hat sich auch mit der 'Ernährungsreise durch den Tag beschäftigt. Dort wurde identifiziert, dass eine unstrukturierte Ernährungsreise durch den Tag ein großes Problem darstellt. Struktur ist ein wichtiges Element, Struktur kann man auch als 'Gehetzter' durchaus einziehen.
Was meinen Sie mit der Ernährungsreise? 'Ernährungsreise' bedeutet, dass wir uns die einzelnen 'Essstationen' entlang des Tages genauer angesehen haben, sowie Struktur und Bedeutung für die Menschen. So ergibt sich ein Profil, welches wie ein Reisetagebuch aus sieht. So kamen wir auf den Begriff. 'Essstation' sind 'Frühstück', 'Mittagessen', 'Jause', Abendessen' und die diversen Snacks dazwischen. Diese Momente kann man gute beschreiben. So ergibt sich ein interessantes Muster.
Wie sind Sie denn auf die Ernährungstypen gekommen? Wer hat die entwickelt? Die Ernährungstypen sind auf Basis eines mathematischen Modells entstanden. Man befragt Personen nach ihren Ernährungseinstellungen, ihren Lebensformen etc. So ergibt sich ein Muster. Dieses sieht man sich genauer an und fängt an, „Typen“ in den Daten zu erkennen.
Laut Ernährungstypentest bin ich ein Maßloser. Das stimmt, ich liebe Plätzchen über alles. Jetzt kommt Weihnachten und ich habe Angst, alle Plätzchen auf einmal wegzufuttern. Was kann ich tun? Plätzchen und Süßigkeiten haben natürlich ihren Platz in der ausgewogenen Ernährung. Süßigkeiten sind zu behandeln wie „das Sahnehäubchen“, 10% der täglichen Energiezufuhr können aus Süßwaren und Knabbereien kommen. Das entspricht einer Energiemenge von 200 kcal für eine Frau im Alter von 25-51 Jahren. Versuchen Sie aber auch mit frischem Obst zu arbeiten. Süßes Obst nimmt den Heißhunger auf Süßigkeiten. Verbote aber sind fehl am Platz. Sie führen gerade zu Heißhungerattacken. Sollte aber z. B. Langeweile oder Stress der Grund für maßloses Essen sein, versuchen Sie an diesen Problemen anzusetzen, mehr dazu
hier.
Ich bin ein Gehetzter und würde so gerne ein Nestwärmer werden. Geht das? Das ist schwierig, denn Gehetzte sind oft beruflich sehr eingespannt, haben keine Zeit für Familie/keine Familie. Nestwärmer sind fast das Gegenteil. Nestwärmer ist aber auch eine Sache der Einstellung, und hier könnte man ansetzen. Slow down! Take YOUR time!'
Man hört oft dass Fertigsuppen versteckte Fette haben und daher dick machen. Aber wenn man doch die Verpackung liest steht doch wieviele Kalorien und Fett die Suppe enthält, was ist nun richtig oder falsch und wieso gibt es diese Aussage? Mit der Bezeichnung "Lebensmittel enthalten versteckten Fette" sind solche Lebensmittel gemeint, die viel Fett enthalten, dieses Fett jedoch nicht offensichtlich zu erkennen ist. Beispiele sind u. a. Wurst, Käse oder Gebäck. Auch Suppen könnten so beschrieben werden. Die Nährwertinformation auf der Verpackung eines Lebensmittels hilft jedoch dem Verbraucher zu erkennen, wieviel Fett tatsächlich enthalten ist, sowohl in 100 g Fertigprodukt oder in der zubereiteten Portion. Viele Maggi Suppen tragen mittlerweile die Bezeichnung "fettarm". Sie dürfen nicht mehr als 1,5 g Fett pro 100 ml zubereitete Suppe enthalten.
Wo kann ich mich mit anderen Problembewussten unterhalten?
Mittlerweile ist gerade das Internet für die Problembewussten zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Problembewusste finden aber nicht nur Informationen zu Inhaltsstoffen, Nährwerten etc. im Internet, sondern sie schaffen es auch soziale Netzwerke aufzubauen. Soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit intensiv Erfahrungen auszutauschen. Im Ernährungsstudio gibt es das Forum zum Austausch über Probleme, Tipps und vieles mehr. Hier finden immer aktuelle angeregte Diskussionen statt.
Sind die Ernährungstypen eigentlich in der Wissenschaft anerkannt? Oder ist es einfach nur eine Witzidee? Dies ist keine Witzidee. Wir haben viel Zeit in die Entwicklung der Typen investiert. Und dies zahlt sich aus. Wissenschaftler, Politiker, Mitglieder von Verbänden haben sich interessiert gezeigt. Die Begriffe sind einfach und dennoch inhaltlich klar belegt.
Was mich jetzt noch zuletzt interessiert, gibt es eigentlich einen perfekten Ernährungsplan? Ein Ernährungsplan sollte möglichst individuell gestaltet sein, muss immer wieder auf die einzelne Person angepasst werden und ist kann nicht ohne Weiteres auf andere übertragen werden. Ein gut abgestimmter Ernährungsplan kann für die jeweilige Person durchaus perfekt sein.
Gibt es irgendwo noch mehr Informationen zur Nestlé Studie? Wir haben hierzu ein Buch herausgebracht: 'So is(s)t Deutschland'. Dort finden Sie die Beschreibung der Studie, interessante Erkenntnisse, Kommentare von Gastautoren/Experten und vieles mehr.
Sie wollen beim nächsten Chat dabei sein? Im Januar stehen unsere Experten erneut Rede und Antwort. Den genauen Termin geben wir noch bekannt. Diskutieren Sie mit!
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