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Chatprotokoll vom 18. August 2010: „Kinderernährung“

Am 18. August fand unser Live-Chat zum Thema „Kinderernährung“ statt. Als Expertinnen beantworteten Dagmar von Cramm, erfolgreiche Buch-Autorin, Dr. Elke Arms, verantwortlich für die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio und Silvia Hinrichs vom Nestlé Babyservice Ihre Fragen.

Kinderernährung
Darf ich meiner Tochter zum Beispiel die angebotenen Milchbreie geben oder soll ich besser noch mit der Nahrung den Milchbrei zubereiten?

Dagmar von Cramm:
Wenn keine diagnostizierte Allergie vorliegt, sollte zwischen dem 6. und 12. Monat eine Mahlzeit mit Kuhmilch zubereitet werden – das ist in der Regel der Abendbrei. Ist Ihr Kind an HA gewöhnt, können Sie aber die Nahrung zunächst auch damit zubereiten.




Wenn schon mehrere Kinder in der Familie Neurodermitis und andere Intoleranzen haben, was sollte man dann beim Säugling besonders beachten?

Silvia Hinrichs: Am besten stillen Sie Ihr Neugeborenes in den ersten 4 bis 6 Monaten. Wenn Sie nicht stillen können oder möchten, sollten Sie Ihrem Kind eine HA-Nahrung wie beispielsweise BEBA HA Start Pre füttern. Außerdem sollten Sie nicht in Gegenwart Ihres Kindes rauchen.

Wie groß muss die Portion sein, damit mein Kind gesättigt ist, wie viele Mahlzeiten sind wichtig, wie groß sollte die Trinkmenge sein? Stimmt es, dass Kinder abends kein Obst und keinen Salat wegen der Gärung essen sollten?

Silvia Hinrichs: Die Größe der Portion richtet sich nach dem Alter und Gewicht des Kindes und kann sehr unterschiedlich sein. Außerdem kann der Appetit bei Kindern auch genau wie bei Erwachsenen von Tag zu Tag schwanken. Am besten essen Kinder 5 Mahlzeiten und trinken mindestens zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser.

Ich ernähre mich nach Dr. Bruker. Was halten Sie davon?

Dagmar von Cramm: Im Prinzip enthält die Vollwertkost nach Dr. Bruker sehr viele wertvolle Elemente. Allerdings kann es sein, dass Sie während Schwangerschaft und Stillzeit etwas abwandeln müssen. Auch in der Säuglingsernährung kann es Probleme geben.

Mein Sohn isst zu große Portionen, wie kann ich sie kleiner machen?

Dr. Elke Arms: Sie können versuchen, die Energiedichte der Portionen gering zu halten, also viel Gemüse, Salat und Obst einsetzen. Versuchen Sie es optisch schön anzurichten und kleinere Teller zu verwenden. Geben Sie ihm auch ein großes Glas Wasser vorm Essen, so dass ein Sättigungsgefühl vorab erreicht wird.

Wie stehen Sie zu der sogenannten Kindermilch, die es jetzt immer häufiger zu kaufen gibt – ist die wirklich besser oder nur eine neue Idee der Industrie?

Silvia Hinrichs: Kindermilch hat tatsächlich verschiedene Vorteile gegenüber der Kuhmilch. Und zwar enthält sie viel mehr Eisen, Jod, Vitamin D und Folsäure. Das ist deshalb wichtig, weil Kinder davon durch die herkömmliche Nahrung zu wenig aufnehmen, wie neueste Studienergebnisse gezeigt haben.

Meine beiden Kinder (5 und 7 Jahre) mögen ihren Becher Milch am Morgen nicht mehr trinken. Was kann ich ihnen alternativ anbieten, damit sie trotzdem ausreichend Calcium fürs Wachstum zu sich nehmen?

Dagmar von Cramm: Vielleicht klappt es mit Milchmixgetränken – zum Beispiel Joghurt plus Frucht – in gleichen Mengen wie Milch. Auch Käsebrot kann ein Ersatz sein – Hartkäse wie Gouda oder Gruyere enthält besonders viel Calcium.

Mit genau vier Jahren ist meine Tochter jetzt 97 Zentimeter groß und etwa 17,5 Kilogramm schwer. Das heißt, sie ist kräftig, aber nicht dick. Sie bewegt sich aber nicht besonders gerne und ist schwer zum Turnen oder Fahrradfahren zu animieren, obwohl mein Mann und ich eher sportlich und aktiv sind. Meine Frage bezieht sich jetzt hauptsächlich auf die Mengen, die meine Tochter zu sich nimmt und auf das meiner Meinung nach fehlende Sättigungsgefühl. Gibt es ein fehlendes Sättigungsgefühl in diesem Alter? Soll man das Essen in diesem Alter thematisieren?

Silvia Hinrichs: Versuchen Sie am besten Ihrer Tochter mit gutem Beispiel voran zu gehen und probieren Sie verschiedene Sportarten aus. Möglicherweise hat Ihre Tochter mehr Freude an einem Mannschaftssport mit anderen Kindern. Beim Essen könnten Sie Ihrer Tochter vor allem Nahrungsmittel mit geringer Energiedichte wie Gemüse anbieten und gesunde Beilagen zum Sattwerden (zum Beispiel Kartoffeln). Das Gewicht Ihrer Tochter behalten Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt im Auge.

Dr. Elke Arms: Sättigungsgefühl ist natürlicherweise bei Kindern angelegt. Vielleicht versuchen Sie die Geborgenheit, die Ihr Kind am Tisch sucht, spielerisch mit anderen Beschäftigungen zu vermitteln, durch Spielen, Erzählen, Malen. Das Essen sollten Sie eher nicht thematisieren, denn das kann ein Kind in diesem Alter nicht verarbeiten/verstehen. Versuchen Sie weiterhin, mit gutem Vorbild voran zu gehen.

Familie essen
Da ich berufstätige Mutter bin und nicht jeden Tag zum Kochen komme, möchte ich doch gerne wissen, wie wichtig die tägliche warme Mahlzeit für Kinder eigentlich ist?

Dagmar von Cramm: Eine warme Mahlzeit hat meist eine höhere Nährstoffdichte als eine kalte Mahlzeit. Manche Nährstoffe werden zum Beispiel aus gekochtem Gemüse besser verwertet, Fleisch ist salzärmer als Wurst, Kartoffeln sind durch Garen erst genießbar. Außerdem gehören warme Mahlzeiten zur Geschmacksbildung und führen die Familie zusammen. Nur Brotmahlzeiten können langfristig zu Übergewicht führen und sind sicher nicht optimal. Es lohnt sich zu kochen – und wenn es einfach eine Suppe ist.
Reicht auch Gemüse als Rohkost aus? Wenn ja, wie viel etwa? Meine Kinder verschmähen gekochtes Gemüse und probieren nur ein Häppchen davon, wenn wir sie dazu ermuntern (können).

Silvia Hinrichs: Natürlich ist Rohkost auch okay. Orientieren Sie sich bei den Portionen am besten an der Faustgröße Ihrer Kinder: eine Faust = 1 Portion Gemüse. Wünschenswert ist es, dass Ihre Kinder drei Portionen Gemüse am Tag essen.


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