Chatprotokoll vom 10. November 2010: „Körperwahrnehmung
und Essverhalten“
Am 10. November fand unser Live-Chat zum Thema „Körperwahrnehmung und Essverhalten“ statt. Als Experten beantworteten Prof. Dr. Christoph Klotter, Professor für Ernährungspsychologie und Gesundheitsförderung an der Hochschule Fulda sowie Autor vieler Bücher, und Dr. Elke Arms, verantwortlich für die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio, Ihre Fragen.
Ich bin 27 Jahre jung, 1,63m groß und wiege 47kg. Ich wünsche mir einfach ein paar Kilos mehr. Ich liebe fettes Essen und esse es auch gerne nachts - aber das ist mir auf Dauer zu anstrengend. Können Sie mir einen Tipp geben?
Prof. Dr. Christoph Klotter: Das ist ein ungewöhnliches Problem. Meist ist es umgekehrt. Sie sollten regelmäßig 5 x am Tag essen und sich an die 5 Mahlzeiten strikt halten.
Ist das Essverhalten von den Eltern anerzogen? Prof. Dr. Christoph Klotter: Ja, das ist so. Wir übernehmen das Essverhalten unserer Eltern. In der Pubertät übernehmen wir dann ein wenig das Essverhalten unserer Freunde.
Ich bin Diabetiker. Wie kann ich mein Gewicht reduzieren? Ich spritze Insulin und muss daher regelmäßig essen. Ich fahre viel Fahrrad. Ich möchte aber trotzdem mein Gewicht reduzieren.
Dr. Elke Arms: Da sich eine Reduktionskost immer auch auf die Insulintherapie auswirkt, sollten Sie Ihre Gewichtsreduktion eng mit Ihrem Arzt und einer Ernährungsberatung vor Ort abstimmen. Da wir keine Informationen zu Ihrer Diabetestherapie haben, können und dürfen wir Sie dazu nicht beraten.
Es gibt ja so viele verschiedene Diäten und Ernährungs-Pläne. Was kann man machen, um abzunehmen ohne den sogenannten Jojo Effekt? Gibt es da eine Faustregel? Prof. Dr. Christoph Klotter: Ja, es gibt eine Faustregel: keine Crash-Diäten, langfristig abnehmen, kein Ausnahmezustand mit Extrem-Diäten und regelmäßig Sport, um das Gewicht zu halten.
Ich find mich selber zu dick. Was kann ich denn tun, wenn Leute über meine Figur lästern? Prof. Dr. Christoph Klotter: Lästern andere wirklich über Ihre Figur oder vermuten Sie das nur? Wenn andere lästern sollten, würde ich mich verbal wehren und sich selbst instruieren mit den Worten: Was andere über mich denken, berührt mich nicht.
Das ist leider gar nicht so einfach. Aber ich habe versucht in den vergangenen Wochen meine Ernährung umzustellen.
Prof. Dr. Christoph Klotter: Das ist wirklich nicht einfach. Aber ich würde nicht nur versuchen, abzunehmen, sondern sich wirklich auch zu wehren und ein bisschen angriffslustiger zu werden. Wir haben alle Makel, über die andere lästern können.
Ist das Verhalten in der Ernährung nicht maßgeblich von der Werbung gesteuert? Prof. Dr. Christoph Klotter: Das glauben wir, stimmt aber nicht. Es kann nicht belegt werden, dass Werbung unser Essverhalten steuert. Viel Fernsehen ist verbunden mit der Gefahr, Gewicht zuzulegen, aber nicht Werbung.
Vor der Schwangerschaft hab ich 73 kg gewogen, zum Schluss der Schwangerschaft 98 kg, nach der Schwangerschaft 89 kg. Nun hatte ich vor ein paar Wochen noch 83 kg auf der Waage, worüber ich mich auch gefreut habe. Nun esse ich wie sonst auch und wiege wieder 89 kg. Woran kann das liegen? Dr. Elke Arms: Die Energiezufuhr ist dann höher als der Energieverbrauch, d.h. Sie können versuchen weniger zu sich zu nehmen oder sich mehr zu bewegen oder beides gleichzeitig, um die Gewichtsreduktion weiter anzukurbeln. Bitte beachten Sie aber, dass Sie während des Stillens nicht abnehmen sollten, da sonst Schadstoffe, die evtl. aus dem Fettgewebe mobilisiert werden in die Muttermilch übergehen. Nach der Stillzeit hilft Ihnen der Nestlé Ernährungs-Coach bei der gesunden Gewichtsreduktion.