Sekundäre Pflanzenstoffe sind Farb-, Aroma-, Geruchs- und Geschmacksstoffe der Pflanzen. Der Pflanze dienen sie als Schutz vor Fraßfeinden oder um Nützlinge anzulocken. Auf den Menschen wirken sie vermutlich gesundheitsfördernd.
Inhaltsverzeichnis
- Wirkungen und Vorkommen
- Kampagne „5 am Tag“
Wirkungen und Vorkommen
Wissenschaftler vermuten, dass sekundäre Pflanzenstoffe in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide beispielsweise vor Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilzen schützen. Möglicherweise beugen Sie auch bestimmten Krebserkrankungen vor, stärken Herz, Kreislauf und Immunsystem und wirken ausgleichend auf den Blutzuckerspiegel.
Einen Überblick über mögliche gesundheitsfördernde Wirkungen und das Vorkommen verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe in Lebensmitteln gibt die Tabelle.
Sekundäre z. B. enthalten in mögliche gesundheitliche
Pflanzenstoffe Wirkung
Carotinoide Karotte, Tomate, Paprika, • senken das Risiko für
grünes Gemüse (Spinat, bestimmte Krebserkrankungen
Grünkohl), Grapefruit, • wirken als Antioxidans
Aprikose, Melonen, Kürbis • beeinflussen das Immunsystem
• senken das Risiko für be-
stimmte Augenerkrankungen
• reduzieren das Risiko von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen
Flavonoide Äpfel, Birnen, Trauben, • senken das Risiko für
Kirschen, Pflaumen, bestimmte Krebserkrankungen
Beerenobst, Zwiebeln, • wirken als Antioxidans
Grünkohl, Auberginen, • beeinflussen das Immun-
schwarzer und grüner Tee system
• können das Wachstum von
Bakterien, Pilzen, Viren und die
Blutgerinnung hemmen
• reduzieren das Risiko von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Glucosinolate alle Kohlarten, Rettich, • senken das Risiko für
Radieschen, Kresse, Senf bestimmte Krebserkrankungen
scharfer Geruch und Geschmack
Polyphenole Kaffee, Tee, Rotwein, • senken das Risiko für
Vollkornprodukte, Grünkohl, bestimmte Krebserkrankungen,
Weißkohl, Radieschen Infektionen, Entzündungen
Phytosterine Nüsse und Pflanzensamen • senken den Cholesterinspiegel
(Sonnenblumenkerne, Sesam,
Soja), Hülsenfrüchte
Phytoöstrogene Getreide und Hülsenfrüchte • senken das Risiko für
(z. B. Sojabohnen), bestimmte Krebserkrankungen
Leinsamen • wirken als Antioxidans
• beeinflussen das
Immunsystem
• festigen möglicherweise die
Knochen und könnten vor
Osteoporose schützen
• reduzieren das Risiko
von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen
• senken den Cholesterinspiegel
Sulfide Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, • können das Wachstum von
Schnittlauch Bakterien, Pilzen, Viren
unterdrücken
• können die Blutgerinnung
beeinflussen
• senken das Risiko für
bestimmte Krebserkrankungen
Quelle: modifiziert nach “Gemüse und Obst – Multitalente in Sachen Gesundheitsschutz“,
DGE-aktuell 07/2005
Um alle Wirkungen der sekundären Pflanzenstoffe im Detail zu erfassen und konkrete Empfehlungen für eine optimale Zufuhrmenge zu geben, ist noch viel Forschungsarbeit
notwendig – so die Meinung der Experten.
Kampagne „5 am Tag“
In den USA, Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern informieren Ernährungswissenschaftler, Mediziner, Ministerien, Institutionen und Unternehmen über die positiven Wirkungen von Obst und Gemüse. „5 am Tag“ heißt diese internationale Aufklärungskampagne, die auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt wird. Das Ziel: Den Verzehr von Obst und Gemüse auf mindestens fünf Portionen täglich steigern, um von den gesundheitsfördernden Wirkungen zu profitieren. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) lautet: Mindestens 3 Portionen Gemüse (etwa 400 g) und 2 Portionen Obst (etwa 250 g) pro Tag.
1 Portion Gemüse kann sein …
- 1 kleiner Kohlrabi, 1 Paprika oder 1 große Tomate (passt in 1 Hand)
- 2 Hände voll Salat oder kleingeschnittene Möhren
- 1 kleine Dose Erbsen und Möhren oder Mais (ca. 125 g)
- 2 Hände voll tiefgekühlter Brokkoli, Spinat oder Champignons (ca. 125 g)
- 1 Hand voll getrocknete Hülsenfrüchte, wie Linsen oder Erbsen
1 Portion Obst kann sein …
- 1 Apfel, 1 Banane, 1 Orange oder 1 Pfirsich (passt in 1 Hand)
- 2 Hände voll Erdbeeren, Himbeeren oder Trauben
- 4 Esslöffel Fruchtkompott ohne Zucker bzw. leicht gezuckert
- 2 Hände voll tiefgekühlte Beerenmischung
- 5 Trockenpflaumen oder getrocknete Aprikosen
Eine der täglichen 5 Portionen kann durch 1 Glas Fruchtsaft (100 % Fruchtgehalt, ohne Zuckerzusatz) oder Gemüsesaft sowie durch 25 g geschälte, ungeröstete und ungesalzene Nüsse ersetzt werden.
Weblinks
Gesundheitskampagne „5 am Tag“
http://www.5amtag.de
Bedeutung sekundärer Pflanzenstoffe
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=635
Schutz durch Obst und Gemüse
http://www.aid.de/ernaehrung/sekundaere_pflanzenstoffe_wichtig.php