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Übergewicht

Ein erhöhtes Körpergewicht, das sich in einem Body Mass Index (BMI) größer 25 widerspiegelt, bezeichnet man als Übergewicht.

 

Inhaltsverzeichnis

  • Klassifikation von Übergewicht
  • Ursachen von Übergewicht
  • Folgen von Übergewicht
  • Therapie von Übergewicht


Klassifikation von Übergewicht
Die Klassifikation und Bewertung von Übergewicht bei Erwachsenen erfolgt heute mit Hilfe des BMI. Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO bedeutet ein BMI größer oder gleich 25 Übergewicht. In einem BMI-Bereich von 25 bis 29,9 besteht laut WHO leichtes bis mittelschweres Übergewicht, die so genannte Präadipositas. Werte ab 30 kennzeichnen starkes bis extremes Übergewicht, die so genannte Adipositas. Je größer der BMI, desto größer ist das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen (nach WHO, 2000):

Gewichtsklasse                BMI [kg/m2]                  Risiko für Begleiterkrankungen
Untergewicht                       kleiner 18,5                  niedrig
Normalgewicht                   18,5 - 24,9                     durchschnittlich
Übergewicht                        größer 25,0

Präadipositas                      25 - 29,9                        gering erhöht

Adipositas Grad I                30 - 34,9                        erhöht
Adipositas Grad II               35 - 39,9                        hoch
Adipositas Grad III              40                                   sehr hoch

Auch der so genannte Taillen-Hüft-Quotient (T/H-Quotient), der Rückschlüsse auf die Fettverteilung im Körper zulässt, kann zur Bewertung des Körpergewichts herangezogen werden.

Laut Ernährungsbericht 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. sind nach eigener Aussage mehr als 65 % der Männer und ca. 55 % der Frauen in Deutschland übergewichtig. Jeder 5. Deutsche leidet an Adipositas.

Ursachen von Übergewicht
Übergewicht entsteht, wenn die Energieaufnahme in Form von Nahrung größer ist als der Energieverbrauch. Die überschüssige Energie wird als Fett gespeichert.

Es gibt verschiedene Gründe für ein Ungleichgewicht der Energiebilanz, z. B.:

  • Veranlagung (Erbgut)
  • Bewegungsmangel
  • Essverhalten
  • Hormone, Medikamente etc.

Erbanlagen haben einen Einfluss auf das Gewicht. So geben übergewichtige Mütter oder Väter das Risiko für Übergewicht an ihre Kinder weiter. So genannte „gute Futterverwerter“ haben eine genetisch bedingte Neigung, Fett zu speichern. Die Ursachen liegen im evolutionsbedingten Vorteil von Übergewicht. In Zeiten häufiger Hungersnöte ermöglichten Fettreserven ein Überleben. Die Gene guter Futterverwerter haben sich an die veränderten Umweltbedingungen nicht angepasst. Die Gefahr zu viel Energie mit der Nahrung aufzunehmen ist größer als bei „schlechten Futterverwertern“. Gute Futterverwerter werden jedoch nicht zwangsläufig dick. Mit Hilfe einer „kalorienbewussten Ernährung“ im Sinne der Ernährungspyramide und ausreichend Bewegung bleibt das Körpergewicht in Balance.

Bewegungsmangel gilt heute als ein Hauptgrund für die Entwicklung von Übergewicht – auch bei Kindern. Wenig Bewegung im Alltag und in der Freizeit sowie der Verzicht auf sportliche Aktivitäten bedeuten einen geringen Energieverbrauch. Wird die Energieaufnahme nicht angepasst, kommt es auf Dauer zu Übergewicht. Die Grundlage für das Essverhalten wird in der Kindheit gelegt. Bestimmte Ess-Muster z. B. Essen zur Belohnung, zum Trost oder bei Frust, können zur Gewohnheit werden und dazu führen, dass zu schnell, zu viel oder das Falsche gegessen wird. Die Gefahr von Übergewicht steigt in solchen Fällen.

Hormone beeinflussen ebenfalls das Körpergewicht. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann beispielsweise den Stoffwechsel verlangsamen und auf Dauer zu Übergewicht führen.  Auch einige Medikamente, z. B. Arzneimittel gegen Depressionen, Cortison und die Antibabypille, können das Gewicht ansteigen lassen. Hormone und Medikamente sind jedoch nur selten Ursache für Überwicht. Bewegungsmangel und ungünstige Ernährungsgewohnheiten spielen die Hauptrolle.

Folgen von Übergewicht
Übergewichtige müssen langfristig mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen. So kann ein hohes Gewicht beispielsweise zu Gelenkbeschwerden führen, weil der Bewegungsapparat stark belastet wird. Auch werden aus den vorhandenen Fettreserven vermehrt Fette in die Blutbahn abgegeben. In der Folge können sich Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln, die z. B. mit Bluthochdruck, Herzschwäche und Krampfadern, einhergehen. Auf längere Sicht besteht die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall. Diabetes mellitus und Gallensteine entstehen ebenfalls häufig durch Übergewicht.

Therapie von Übergewicht
Übergewicht lässt sich reduzieren, indem die Energieaufnahme mit der Nahrung verringert und/oder der Energieverbrauch über mehr Bewegung gesteigert wird. Wichtig ist, dass die Energieaufnahme insgesamt geringer ist, als der Energieverbrauch. Eine Umstellung der Ernährung auf eine abwechslungsreiche Kost im Sinne der Ernährungspyramide ist die Basis für kalorienbewusstes Essen und Trinken. Dazu gehören viel Obst und Gemüse, Getreideprodukte – möglichst aus vollem Korn, fettarme Milch und fettarme Milcherzeugnisse, mageres Fleisch und Fisch sowie kalorienfreie oder -arme Getränke wie Mineralwasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Saftschorlen.

Folgende Aspekte können ebenfalls beim Abnehmen helfen:

  • Dokumentation des eigenen Essverhaltens mit einem Ess-Tagebuch, um herauszufinden, ob und warum zu viel oder das Falsche gegessen wird.
  • Mehr Bewegung und Entspannung: Bewegung erhöht den Energieverbrauch und Entspannung beugt schnellem und stressbedingtem Essen vor.
  • Durchhaltevermögen stärken: Motivationshilfen, z. B. eine Belohnung von Abnehmerfolgen mit Dingen, die Freude bereiten, können disziplinieren.

Weblinks

Die Deutschen werden immer dicker:
www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=576

Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft:
www.adipositas-gesellschaft.de/daten/Adipositas-Leitlinie-2007.pdf

Kalorienverbrauchs-Rechner:
http://ernaehrungsstudio.nestle.de/TippsTools/Rechner/kalorienverbrauch.htm

Energiebedarfs-Rechner:
http:/ernaehrungsstudio.nestle.de/TippsTools/Rechner/kalorienbedarf.htm

Kalorienspar-Rechner:
http://ernaehrungsstudio.nestle.de/TippsTools/Rechner/kaloriensparrechner.htm

Erstellt: 21.09.2007 von: Caligula Revisionen: 4
 
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