Beim Fasten wird für eine begrenzte Zeit komplett oder teilweise auf Nahrung verzichtet.
Inhaltsverzeichnis
Beweggründe für das Fasten
Fasten kann religiöse Hintergründe haben. Ziel des religiösen Fastens ist es, den Körper vor religiösen Festen zu reinigen, ein Opfer zu bringen oder für begangene Sünden zu büßen. Weitere Antriebe für den kompletten oder teilweisen Verzicht auf Essbares oder eine Begrenzung der Lebensmittelauswahl können eine Gewichtsreduktion sowie die Befreiung des Körpers von so genannten „Stoffwechselschlacken“ sein.
Fastenkuren
Bei einer Fastenkur wird nach bestimmten Regeln gefastet. Es wird entweder ganz (Nulldiät) oder weitgehend (modifiziertes Fasten) auf Nahrung verzichtet. So sind beispielsweise beim Heilfasten nur Tee, Obst- und Gemüsesäfte oder -brühen erlaubt. Beim modifizierten Fasten erhält der Patient eine definierte Menge an Eiweiß,Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen, um so den Abbau von körpereigenem Eiweiß entgegen zu wirken. Gefastet werden kann über einen Zeitraum von 5-7 Tagen bis zu einem Zeitraum von 3-4 Wochen. Eine Fastenkur sollte man nur auf ärztlichen Rat und unter ärztlicher Beobachtung durchführen.
Bewertung von Fastenkuren
Im Rahmen von Fastenkuren wird kein ausgewogenes Ernährungsverhalten erlernt, deshalb sind sie im Rahmen der Gewichtsreduktion nicht zu empfehlen. Die starke Einschränkung der Kalorienaufnahme fördert den Jo-Jo-Effekt. Wird wie bei der Null-Diät nichts gegessen, kann es zu Kreislaufbeschwerden, Elektrolytstörungen, einem niedrigen Blutzuckerspiegel, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen und Schlafstörungen sowie – längerfristig - zum Abbau von Muskeleiweiß auch an Organen, z. B. dem Herzen, kommen.
Sinnvoll kann die Null-Diät eventuell als motivierender Einstieg in die Gewichtsabnahme bei massivem Übergewicht – entsprechend einem BMI, der größer als 40 ist, sein. Dauerhaften Erfolg hat das totale Fasten und auch das modifizierte Fasten nur dann, wenn anschließend eine ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung im Sinne der Ernährungspyramide erfolgt und auch langfristig beibehalten wird.
Die Begriffe „Stoffwechselschlacke“ „Schlacke“ bzw. „Entschlacken“ gibt es im medizinischen Sprachgebrauch nicht. Und die Theorie des „Entschlackens“ ist wissenschaftlich unbegründet. Denn nicht verwertbare Nahrungsbestandteile werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren regelmäßig ausgeschieden. Auch kann Fasten mit dem Ziel der Heilung von Krankheiten eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen. Die Wirkung von Medikamenten kann beeinträchtigt werden.
Fastenkuren können gefährlich sein, z. B. bei Kachexie (Unterernährung), Anorexia nervosa (Magersucht), in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei erhöhten Harnsäurewerten.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie mit dem Fasten beginnen.
Weblinks
Heilfasten
www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=468
Fasten ist nicht zum Abnehmen geeignet
www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=8
Fasten – nur etwas für Religiöse?
www.inform24.de/fasten.html
Fasten – vom Heilfasten bis zur Nulldiät
http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/wohlfuehlgewicht/gesundabnehmen/Fasten.htm